Elektromobilität

Tesla: Vertrieb künftig doch nicht ohne Autohändler

von
Thomas Pitscheneder

Tesla bietet das Elektroauto Model 3 in den USA künftig ab 35.000 US-Dollar an. Dafür wollte das Unternehmen seine Händler einstampfen – bis jetzt.

Die ersten Tesla Model 3 vor ihrer Auslieferung
Eigentlich wollte Tesla Autos wie das Model 3 künftig nur noch Online verkaufen und an die Kunden liefern. Doch nun will das Unternehmen doch auch zahlreiche Filialen behalten. Foto: Harvest Films/Tesla

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Digitalisierung dem Einzelhandel zu schaffen macht
  • Wieso Tesla nun doch nicht alle Filialen schließt
  • Was hinter der zunächst geplanten Veränderung steckte

Egal ob Technik, Haushaltswaren, Bücher oder Möbel: Heute kaufen Kunden bevorzugt im Internet. Den Einzelhandel bringt das in eine prekäre Lage, denn große Ketten und kleine Geschäfte kämpfen um ihr Überleben. Zunehmend gehen sie in Folge auch den digitalen Weg und bieten Produkte und Dienstleistungen Online an.

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In der Automobilbranche ticken die Uhren noch anders, denn Kunden wollen solch teure Anschaffungen nicht mit wenigen Klicks im Netz tätigen. Doch der Wandel macht auch vor den Autohändlern nicht halt – wie Tesla zeigt.

Tesla schließt doch nicht alle Filialen

Kommando zurück: Wie der Firmenchef Elon Musk mitteilt, bleiben zahlreiche Filialen von Tesla auch weiterhin geöffnet. "Über die vergangenen zwei Wochen haben wir jeden Tesla-Händler genau bewertet und beschlossen, weitaus mehr davon offen zu lassen, als zuletzt angekündigt – um sie über die kommenden Monate weiter zu bewerten", heißt es in einem Blogeintrag.

Gleichzeitig teilt Tesla jedoch mit, die Preise für seine Autos erhöhen zu müssen. Rund drei Prozent sollen die Stromer künftig im weltweiten Schnitt mehr kosten. Weil Tesla nur rund die Hälfte seiner Händler schließt, seien auch die Ersparnisse halbiert. Das führe zu der Preiserhöhung.

Tesla plante das Aus für den stationären Handel

Seine Elektroautos wollte Tesla künftig nicht mehr über den stationären Handel verkaufen. Die Filialen der Marke sollte es in ihrer heutigen Form nicht mehr geben. Vielmehr wollte Tesla aus einigen davon Showrooms machen. Sie sollten einzig dazu dienen, den Kunden das Fahrzeug vorzustellen und sie über seine Besonderheiten zu informieren. Kaufen sollten sie es vor Ort allerdings nicht mehr können.

Damit wollte Tesla den Wandel hin zum digitalen Verkauf forcieren. Innerhalb von nur einer Minute sollten Kunden künftig im Internet ein nagelneues Auto bestellen können. Das galt nicht nur für die USA, sondern für alle Märkte weltweit. Daran soll sich auch künftig nichts ändern, denn in den Stores bestellen die Kunden ebenfalls selbst – nur eben mit Hilfe eines Tesla-Händlers.

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Das steckt hinter dem Vorhaben

Obwohl sich Tesla gerne als technologischer Vorreiter sieht, steckt hinter der radikalen Veränderung ein ernster Grund. Das Unternehmen plante dadurch die Kosten zu senken und seine Fahrzeuge in Folge günstiger anbieten zu können. Nur so sei es etwa möglich, das Model 3 endlich für die versprochenen 35.000 US-Dollar anzubieten. Die dadurch erhofften Mehrverkäufe spülen Geld in die Kassen und werten die Unternehmensbilanz auf.

Klassische Werkstätten soll es bei Tesla etwa in Zukunft nicht mehr geben. Stattdessen baut das Unternehmen seinen Tesla-Service aus. Dabei kommen die Mitarbeiter zu den Kunden, um Reparaturen oder den regelmäßigen Service durchzuführen. Auch das dürfte die Kosten insgesamt drücken.

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