Elektromobilität

Tesla Gigafactory bei Berlin: Das ist der aktuelle Stand

von
Thomas Pitscheneder

Tesla will seine erste Gigafactory in Europa auf deutschem Boden bauen. Doch noch läuft es nicht so rund, wie es sich Firmenchef Elon Musk erhofft hat.

Ein Blick auf den Eingang der Gigafactory 2 im Bundesstaat New York
Bisher betreibt Tesla drei Fabriken unter den Namen „Gigafactory“. Die erste steht im US-Bundesstaat Nevada, die zweite (hier im Bild) im Staat New York und die dritte in Shanghai, China. Foto: Tesla

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo die Gigafactory 4 entstehen soll
  • Welche Herausforderungen es dabei zu meistern gilt
  • Was die Ansiedelung von Tesla für die Region bedeutet

Der Unternehmer Elon Musk weiß sich in Szene zu setzen. Bei der Preisverleihung zum „Goldenen Lenkrad 2019“ sorgte er für eine kleine Sensation: Mit seiner Ankündigung einer Gigafactory nahe Berlin stahl er den anderen Teilnehmern die Show. Es wäre die erste Auto- und Batteriefertigung der Marke auf europäischem Boden. Doch der Bau gestaltet sich schwierig.

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Deutsche Gigafactory kurz hinter der Stadtgrenze

Innerhalb von Berlin ist der Platz für solch große Bauten knapp – und die Grundstücke teuer. Die Gigafactory soll deshalb außerhalb der Stadt entstehen. Genauer in unmittelbarer Nähe des Pannen-Flughafens Berlin Brandenburg (BER). Im Vergleich zu diesem will Musk für seine Fabrik aber nicht mehr als 14 Jahre Bauzeit benötigen. Vielmehr soll sie innerhalb sehr kurzer Zeit ihren Betrieb aufnehmen.

Schon 2021 könnten dann Fahrzeuge und Batterien von Tesla im neuen Werk entstehen. Geplant ist der Bau des aktuellen Model 3 und des bereits angekündigten Kompakt-SUVs Model Y.

Bau gestaltet sich schwieriger als (von Musk) gedacht

Wie schwierig Bauvorhaben auf deutschen Grund sind, muss der Unternehmer gerade an eigenem Leib erfahren. Dabei hatte ihn der Satiriker und TV-Moderator Jan Böhmermann per Twitter bereits kurz nach er Verkündung der „Gigafactory 4“ gewarnt:

Tatsächlich fehlt Tesla bisher die Baugenehmigung für die Fabrik. Das entsprechende Grundstück in Grünheide hat das Unternehmen aber bereits erworben und mit der Rodung der dort stehenden Bäume begonnen. Die Erlaubnis hierfür erteilte das Landesamt für Umwelt bereits. Mitte Februar kamen die Arbeiten aber zeitweise zum Erliegen, denn ein Antrag der Grünen Liga Brandenburg und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern sollte das Fällen der Bäume verhindern.

Das Verwaltungsgericht Frankfurt an der Oder gab diesem zwar nicht statt, weil die Vereine allerdings Beschwerde gegen diesen Beschluss einreichten, verhängte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einen vorübergehenden Stopp. Mittlerweile ist die Sache geklärt. Das Gericht wies die Beschwerde ab, die Rodungen gehen damit weiter.

Auf Musk dürften bis zur finalen Baugenehmigung noch weitere Schwierigkeiten dieser Art zukommen, denn nicht jeder ist offenbar vom Bau der Fabrik in Brandenburg begeistert.

Viel Zuspruch für Tesla aus der Politik

Die Entscheidung für Deutschland und die Region nahe Berlin stieß allerdings auch auf Begeisterung. Die Politik zeigte sich zufrieden, dass Musk den Wirtschaftsstandort Deutschland für seine Gigafactory 4 auswählte. Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen schrieb auf Twitter: „Wer Visionen hat, kommt nach Berlin! Willkommen in der Metropolregion Tesla!“.

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Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier fand warme Worte für die Ansiedelung von Tesla in Brandenburg: "Das ist ein großartiger Erfolg für den Standort Deutschland. Es gab in den letzten Monaten einen harten Wettbewerb verschiedener Länder in Europa. Und es ist ein Meilenstein in Sachen Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland."

Positive Auswirkungen sind auch auf den Arbeitsmarkt in der Region zu erwarten. Rund 7.000 neue Jobs sollen durch die Gigafactory bei Berlin entstehen. Weil Tesla auch die Ansiedelung einer Entwicklungsabteilung in der Hauptstadt in Betracht zieht, könnte diese Zahl in naher Zukunft sogar noch weiter steigen.

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