Elektromobilität

Tesla baut Gigafactory in Schanghai – und entgeht den Strafzöllen

von
Paul Bandelin

Gigafactory 3: Tesla baut in Schanghai die erste Produktionsstätte außerhalb der USA – um den chinesischen Markt zu erobern und Strafzölle zu umgehen.

Teslas erste Gigafactory in Nevada.
Teslas erste Gigafactory in Nevada. Dort stellt das Unternehmen etwa bald das Model Y her – das 2020 auf den Markt kommen soll. Foto: Tesla

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Elon Musk Elektroautos- und -batterien in China produzieren will
  • Wie die Bauarbeiten an der Fabrik in Schanghai laufen
  • Wie Tesla mit der neuen Gigafactory Strafzölle umgehen will
  • Warum US-Präsident Trump die Pläne bei Tesla nicht gefallen

Tesla will seine Elektroautos demnächst in der Gigafactory 3 in Schanghai bauen – 500.000 Modelle sollen so pro Jahr möglich sein. Der Vorteil: Elon Musk und sein Unternehmen umgehen so die verhängten Strafzölle.

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Bei Tesla rumort es wieder. Im Oktober 2017 machte der Automobilhersteller aus dem kalifornischen Palo Alto einen überraschenden Deal. So ist es ihm gestattet, in der Freihandelszone Schanghais eine Fabrik zu eröffnen. Offenbar sollen die Bauarbeiten sehr gut laufen. Reuters berichtet, dass das Montagewerk bereits im Mai 2019 fertiggestellt sein soll, Ende des Jahres soll dann die komplette Gigafactory bereit für die Produktion sein.

Auch bei der Finanzierung läuft es bei Musk rund: Für die erste Bauphase schloss Tesla jetzt Kreditvereinbarungen mit chinesischen Banken im Rahmen von umgerechnet 465 Millionen Euro. Zu den Geldgebern zählen offenbar u.a. die Industrial and Commercial Bank of China, die Agricultural Bank of China, die China Construction Bank und die Shanghai Pudong Development Bank.

Bisher war die Neueröffnung einer Fabrik eines nicht-chinesischen Unternehmens immer an einen Joint Venture-Pakt mit einem einheimischen Hersteller geknüpft. Diese Auflage bekamen beispielsweise BMW und VW. Die 25 Prozent Importsteuer für die in der Freihandelszone produzierten Autos muss Tesla aber wohl trotzdem zahlen.

Elektroautos und Batterien aus China

Diese Fabrik soll sogar die eigenen Produktionsstätten in den USA in den Schatten stellen. Bislang schafft das Werk in Kalifornien etwa 5000 Model 3 pro Woche, also rund 260.000 Fahrzeuge im Jahr. In der neuen, überdimensionalen Fabrik könnten es 500.000 jährlich sein, also fast doppelt so viele.

Die Autos, die wir in der Fabrik bauen werden, werden unglaublich sein.

Tesla-Vertriebschef Robin Ren gegenüber "USA Today"

Doch Elektroautos sollen noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Tesla will darüber hinaus auch Batterien für seine Elektroautos in der neuen Gigafactory produzieren. Kein Wunder, China ist derzeit der weltgrößte Markt in der Batterieherstellung.

Zwei Jahre Bauzeit wird die Fabrik in der Planstadt Nanhui New City in Anspruch nehmen – alles in Eigenregie. Kurze Zeit später sollen dann die ersten Elektroautos vom Band laufen. Laut der South China Morning Post betragen die Kosten für das Projekt 5,5 Milliarden US-Dollar, was etwa 4,7 Milliarden Euro entspricht.

Ein Tesla vor einem Geschäft in Hong Kong.
Tesla entgeht mit der Gigafactory in Schanghai den Strafzöllen zwischen den USA und China. Foto: Shutterstock / happycreator

Tesla trickst Strafzölle mit Gigafactory aus

Neben der Eroberung des chinesischen Marktes winkt Elon Musk ein weiterer Vorteil durch die Verlegung der Produktion ins Reiche der Mitte: Die Umgehung der Strafzölle.

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation zwischen den USA und China verhängten die jeweiligen Regierungen Strafzölle gegen das andere Land. Deshalb musste Tesla seine Elektroautos in China im Sommer 2018 um bis zu 70 Prozent teurer verkaufen.

Der dortige Markt kann für die Hersteller von Elektroautos zu einer wahren Goldgrube werden. Allein in 2017 wurden 77.000 batteriebetriebene Autos verkauft – Tendenz stark steigend.

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Neue Gesetze zur Elektromobilität sehen unter anderem vor, dass derzeit 10 Prozent aller von einem Unternehmen betriebenen Autos einen grünen Antrieb haben müssen. 2020 steigt diese Rate dann auf 12 Prozent. Zusätzlich fördern Restriktionen durch die Regierung den Markt weiter.

Ob Tesla mit der Auslagerung der Produktion und dem Bau der Gigafactory in China den Zorn der Amerikaner auf sich zieht, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. US-Präsident Donald Trump soll aber alles andere als begeistert gewesen sein, als er von der Nachricht hörte. Der Plan des Baus einer Gigafactory in Deutschland könnte dem Präsidenten aber ebenfalls missfallen.

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