Leben

Tanken Flugzeuge bald Zucker statt Kerosin?

von Leonie Butz

Biotreibstoff ist meist sehr viel teurer und ineffizienter als Kerosin oder Benzin. Mit genverändertem Zuckerrohr wollen Forscher aus den USA das jetzt ändern.

Tanken Flugzeuge bald Zucker statt Kerosin?
Erneuerbare Energien für das Flugzeug: Mit Zuckerrohr soll das Fliegen nachhaltiger werden. Foto: Unsplash/beasty

Das erfahren Sie gleich:

  • Das Flugzeug steht wegen seiner CO2-Bilanz in der Kritik
  • Zukünftig soll es gentechnisch veränderten Zuckerrohr tanken
  • Er gilt als beste Lösung unter den erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien fürs Flugzeug

Das Flugzeug ist eine echte Belastung für die Umwelt. Neben Kohlenstoffdioxid entstehen beim Verbrennen von Kerosin Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeloxide und vor allem bei Kerosin Kohlenstoff in Form von Ruß. Dabei produziert ein Flugzeug pro Person rund 153 Prozent mehr CO2 als ein Auto. Um dem Flieger eine bessere Umweltbilanz zu verschaffen, arbeiten Wissenschaftler bereits seit Jahren daran, erneuerbare Energien für alternativen Kraftstoff zu nutzen. Jetzt scheinen sie eine Lösung gefunden zu haben: Zuckerrohr!

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Statt Zucker produziert gentechnisch veränderter Zuckerrohr Öl.

Auch bisher nutzen Forscher Zuckerrohr – gemeinsam mit Sojabohnen und Algen – um Bioethanol herzustellen. Vor kurzem veränderten Wissenschaftler aus den USA Zuckerrohrpflanzen gentechnisch so, dass die Pflanze in ihrem Stiel statt Zucker Triacylglycerine produziert – also Öl. Das Öl aus der Pflanze lässt sich dabei sehr viel einfacher und direkter zu Biotreibstoff verarbeiten als der ursprüngliche Zucker.

Erneuerbare Energien fürs Flugzeug
Genveränderter Zuckerrohr: Könnte er die Zukunft für erneuerbare Energien sein? Foto: pixabay/PublicDomainPictures

Günstig und effizient tanken

Aber lohnt sich die Herstellung überhaupt? Ja, sagen die Wissenschaftler der University of Illinois. Denn bisher habe man die genetische Veränderung noch nicht voll ausgeschöpft, und trotzdem sei der Ertrag bereits jetzt sehr viel höher als etwa bei Soja. Momentan hat das veränderte Zuckerrohr einen Öl-Anteil von fünf bis zehn Prozent, maximal ließe sich das aber wohl auf bis zu zwanzig Prozent steigern. Aber bereits die heute schon existierende Pflanze produziert auf der gleichen Anbaufläche viermal mehr Biotreibstoff als Soja, so die Forscher. Außerdem soll das Zuckerrohr sehr viel unempfindlicher gegen Kälte sein als Soja. Mit einem geschätzten Preis von rund 1,11 Euro pro Liter kostet der Biotreibstoff ungefähr dreimal so viel wie herkömmliches Kerosin. Dafür ist er aber eben nachhaltiger und sehr viel umweltbewusster.

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