Elektromobilität

Tanken, Essen und Einkaufen: Ladesäulen auf dem Kundenparkplatz

von Alexander Kraft

Das Elektroauto ist ideal für Kurzstrecken zum Einkaufen und Essen gehen. Um den Anreiz zu erhöhen, bieten Läden Ladestationen auf ihrem Parkplatz an.

Eine Ladesäule aus der Nahaufnahme vor einer Aldi-Filiale. Aldi Süd will den Netzausbau vorantreiben.
Gratis und schnell: Aldi Süd stellt entlang der Autobahnen Ladestationen auf – und verschenkt Strom. Foto: ALDI SÜD

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Aldi Süd Elektroauto-Ladestationen aufstellt
  • Wieso Kunden davon doppelt profitieren
  • Was sich der Einzelhandel von dem Engagement verspricht

Das Elektroauto ist ideal für Kurzstrecken zum Einkaufen und Essen gehen. Um den Anreiz zu höhen, bieten immer mehr Läden Ladestationen auf ihrem Parkplatz an.

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Die noch fehlende flächendeckende Ladeinfrastruktur zählt zu den Hauptargumenten von Kritikern der Elektromobilität. Um dieses zu entkräften und gleichzeitig ein wenig Imagepflege zu betreiben, rüsten große Einzelhandelsketten ihre Supermärkte mit Ladestationen aus.

Kunden können während des Einkaufs ihr Elektroauto auf dem Parkplatz mit Strom versorgen – häufig sogar kostenlos. Welche Firmen schon jetzt dabei sind, verrät aio.

Rewe: Ladestationen im ganzen Land

Die Supermarktkette Rewe will Besitzern eines Elektroautos einen zusätzlichen Anreiz zum Einkauf bieten. Kürzlich kündigte das Unternehmen an, gemeinsam mit Fastned an vier Standorten rund um Frankfurt kleine Stromtankstellen mit je vier Ladesäulen aufzustellen.

Sollte das Pilotprojekt mit den Schnellladern (maximal 50 kW) Anklang finden, wollen die Partner das Netz in Mitteldeutschland weiter ausbauen. Im Mai bestätigte Rewe ein ähnliches Vorhaben für den Norden.

Im Rahmen des EU-Projekts “FAST-E” sollen 20 schnelle Ladesäulen auf die Parkplätze der Märkte kommen – in Kooperation mit Allego. Die ersten Stationen stehen in den niedersächsischen Städten Walsrode und Hilter.

In München und Stuttgart gibt es bereits Märkte, die probehalber mit Ladestationen ausgestattet sind.

Aldi Süd: Discounter schafft Ladeinfrastruktur

Anfang August 2018 weihte Aldi Süd vor dem Supermarkt im hessischen Seeheim-Jugenheim die erste von insgesamt 28 geplanten 50-kW-Schnellladestationen ein.

"Elektromobilität ist alltagstauglich und bietet viele Vorteile. Ich bin überzeugt, dass mehr Fahrer umsteigen würden, wenn es ein dichteres Ladenetz gäbe. Die Initiative von Aldi Süd bringt uns ein Stück weiter auf unserem Weg zu einem klimafreundlichen Verkehrssystem", sagte Mathias Samson, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium, während der Eröffnung.

Grün unterwegs von Düsseldorf nach München

Aldi Süd plant, die 28 Ladestationen entlang der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9 zu bauen, um eine maximale Fahrzeit von fünf Minuten von einer Abfahrt aus zu gewährleisten. Dadurch kommt der Netzausbau nicht nur dem Wochenendeinkauf zugute, sondern auch auf Langstrecke, etwa beim Urlaub mit dem Elektroauto.Das Ziel soll sein, dass der Abstand zwischen jedem Supermarkt mit Ladestation maximal 160 Kilometer beträgt.

Zukünftig können Elektroauto-Fahrer beispielsweise von Düsseldorf nach München ausschließlich mit Aldi-Süd-Grünstrom fahren.

Florian Kempf, Leiter Energiemangement bei Aldi Süd

"Mit den neuen Ladesäulen statten wir die Hauptverkehrsrouten durch West- und Süddeutschland flächendeckend mit Elektrotankstellen aus", sagt Kempf, "so lässt es sich auch mit dem Elektroauto gut reisen."

Schnell, kostenlos und nachhaltig

Mit einer Leistung von 50 kW ist die Ladestation zudem in der Lage, je nach Fahrzeugtyp den Akku innerhalb von 30 Minuten für 200 Kilometer Reichweite aufladen – eine Zeitspanne, die sich sowohl bei Urlaubsfahrten verschmerzen lässt als auch beim Einkauf.

Die in Kooperation mit Innogy aufgestellten Ladestationen unterstützen zudem alle gängigen Anschlüsse: Combined Charging System (CCS), Chademo sowie den Typ-2-Stecker. Bis Ende 2018 sollen die 28 neuen Ladepunkte stehen und damit die Gesamtzahl auf insgesamt 81 erhöhen.

Eine Karte zeigt, wo überall in Süddeutschland Aldi Süd die Ladestationen aufstellen will.
Nur in Süddeutschland: Aldi Nord plant derzeit keinen Aufbau von Ladestationen. Foto: ALDI SÜD

Den Strom dafür stellt Aldi selbst her: Jeder Supermarkt, der fortan mit einer Ladestation auf dem Parkplatz ausgestattet wird, produziert den grünen Strom mit Hilfe einer Photovoltaikanlage auf dem Dach selbst.

Kunden profitieren im doppelten Sinne davon: zum einen, weil der Strom dort wirklich öko ist, und zum anderen, weil das Tanken kostenlos und ohne Registrierung funktioniert. Einzige Einschränkung: Die Ladestation kann nur während der Öffnungszeiten benutzt werden.

Ob und wann Aldi Nord nachzieht, steht derweil noch nicht fest. Ein Grund für die Zurückhaltung ist die aktuell noch vorherrschende Vielzahl an verschiedenen Ladesystemen.

Ikea: Möbelhaus baut Ladestationen

Auch das schwedische Möbelhaus Ikea engagiert sich im Bereich der Nachhaltigkeit. Bis 2020 soll vor jedem der 53 in Deutschland stehenden Einrichtungshäuser eine Ladestation auf dem Parkplatz verfügbar sein.

37 Häuser sind bereits mit einer Stromtankstelle ausgestattet. Dabei setzt das Unternehmen auf Schnellader, die innerhalb der Einkaufszeit wieder einen großen Teil der Energie auffüllen sollen. Auch bei Ikea lädt der Kunde während seines Aufenthalts kostenlos Strom aus Solarenergie.

Lidl und Kaufland ziehen nach

Neben Aldi Süd und Ikea wollen auch andere Läden den Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreiben. Lidl hat an zehn deutschen Filialen Ladestationen aufgestellt. Allerdings lautet auch bei dem direkten Aldi-Konkurrenten das Ziel, jede neu eröffnete Filiale von vornherein mit einer Lademöglichkeit auszustatten. In den kommenden Jahren sollen deshalb immer weitere Stromtankstellen folgen.

Eine Ladestation auf einem Parkplatz von Kaufland. Geplant sind 100 Stück bis 2019.
Kaufland setzt ebenfalls auf Nachhaltigkeit: Bis 2019 will die Kette 100 Ladestationen installieren. Foto: Kaufland

Die Einzelhandelskette Kaufland hat es sogar noch eiliger: Bis Anfang 2019 plant das Unternehmen rund 100 50-kW-Schnellladestationen für Elektroautos. Gespeist, natürlich, mit nachhaltigem Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

EnBW und Hagebau planen gemeinsam

Die Baumarkt-Kette Hagebau plant zusammen mit Energie Baden-Württemberg (EnBW) den Bau von 100 Schnellladesäulen. Sie sollen deutschlandweit auf den Parkplätzen der Filialen stehen. Erste Stromtankstellen gehen bei Hagebau und Werkers Welt noch in diesem Jahr ans Netz. Zu einem späteren Zeitpunkt sind auch Ladesäulen bei Baumärkten in Österreich angedacht.

"Für die Unternehmen lohnt sich das Engagement beim Thema Elektromobilität auf jeden Fall. Es stärkt das Image. Die Marke wirkt dadurch jugendlicher und umweltfreundlicher", zitiert heise.de den Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU.

Burger und Strom tanken bei McDonald’s

Die US-amerikanische Fastfood-Kette McDonald’s kommt ihren Kunden bald mit einer neuen Technologie entgegen. Gemeinsam mit der Vattenfall-Tochter Nuon plant das Unternehmen Ladesäulen für Elektroautos direkt vor dem Restaurant.

Updates

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Noch Ende 2018 soll der Startschuss in den Niederlanden fallen. 168 Filialen bekommen dann eine Stromtankstelle spendiert, an der Kunden ihre Fahrzeuge während des Essens aufladen. Weil es sich um Schnellladesäulen handelt, sollen die Autos innerhalb kurzer Zeit neuen Saft bekommen – zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Geplant sind zwei Ladesäulen pro Filiale. Die einzige Voraussetzung: Es muss ein McDrive-Schalter vor Ort sein. In Deutschland erprobt McDonald’s die Säulen bereits seit ein paar Jahren in Städten wie Berlin, München und Köln. Eine bundesweite Abdeckung ist in Zukunft denkbar.

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