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Tablet, E-Book oder Buch: Was ist am besten für die Umwelt?

von Leonie Butz

Tablet ist besser als E-Book-Reader ist besser als Buch: Diese Überlegung stellen viele nachhaltig denkende Käufer an. Tatsächlich geht die Rechnung so aber nicht auf.

Tablet, E-Book oder Buch: Was ist am besten für die Umwelt?
Strom, Herstellung, Entsorgung: Bei der Öko-Bilanz stehen sich E-Book-Reader, Tablet und klassisches Buch gegenüber. Foto: Shutterstock/Song Pin

Das erfahren Sie gleich:

  • Produktion und Entsorgung beim E-Book oder Tablet wiegen schwer
  • Wegfallender Papierverbrauch gleicht den Effekt nicht aus
  • Für Gelegenheitsleser ist das E-Book nicht nachhaltiger

Das E-Book schont die Umwelt?

Im Vergleich zum herkömmlichen Buch müssen beim E-Book nicht für jedes neue literarische Werk tausende von Bäumen sterben, um beim Leser im Regal oder auf dem Nachttisch zu landen. Klar, das prall gefüllte Bücherregal sieht schick aus – aber die ganzen toten Bäume sind ein echter Nachteil. Der geschätzte CO2-Verbrauch für ein Buch beträgt elf Kilogramm, bei recyceltem Papier bei neun Kilogramm CO2. Bei der Produktion eines E-Book-Readers liegt dieser Verbrauch geschätzt bei acht Kilogramm – und er fällt eben nur einmal an.

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Rechnet man Herstellung, Entsorgung und Stromverbrauch gegeneinander auf, entsteht ein Bild, das nicht mehr so eindeutig ist.

Also für die Umwelt gleich zum digitalen Buch greifen? So einfach ist die Rechnung leider nicht. Denn hier kommt ein ganz anderer Faktor hinzu: Auch wenn das E-Book selbst kaum Ressourcen verbraucht, gilt das nicht für den Reader. Neben dem CO2 benötigt der Reader Mineralien, die bei der Förderung Schwermetalle im Boden freisetzen. Außerdem entstehen bei der Herstellung von Platinen, Bildschirmen und der restlichen Elektronik giftige Abfälle. Ein weiterer Faktor ist die Entsorgung, die bei den Geräten alles andere als umweltfreundlich ist. Ganz ähnlich verhält es sich bei einem Tablet. Anders als beim Reader schaffen sich die meisten Nutzer den Tablet PC aber nicht nur zum Lesen von Büchern an.

E-Book und Tablet: Bücher mit Strombetrieb

Ein weiterer Faktor bei der Öko-Bilanz ist der Stromverbrauch. Während ein Buch – vorausgesetzt, Sie lesen es bei Tageslicht – keinen Strom benötig, brauchen Tablet und Reader Energie, um den Lieblingsroman anzuzeigen. Hier schneidet der Reader besser ab als das Tablet: Der matte, farblose Bildschirm benötigt rund 25 Prozent weniger Strom als ein Tablet und ist mit einer Akkuladung einige Wochen nutzbar. Da Sie auf dem E-Book-Reader ausschließlich lesen, während Sie auf dem Tablet streamen, Musik hören oder einfach nur surfen, ist zum anderen der Verbrauch allgemein natürlich höher. Bei beiden Geräten verringern Sie übrigens den Stromverbrauch, indem Sie die Bildschirmhelligkeit verringern. Rechnet man also diese Faktoren, sprich Herstellung, Entsorgung und Stromverbrauch gegeneinander auf, entsteht ein Bild, das nicht mehr so eindeutig ist, wie zuvor angenommen.

Neues Buch oder gebrauchtes Buch?

Hinzu kommt, dass ein Buchkauf eben nicht gleich einem Buchkauf ist. Wer jedes seiner Bücher druckfrisch im Buchladen oder online einkauft, der trägt immens zur Abholzung der Wälder für die Papierherstellung bei. Wer aber lieber auf dem Trödelmarkt oder bei anderen Gelegenheiten nach gebrauchten Büchern stöbert, der kann mit einem guten Gewissen auch mal mehr Liebes-Schmöker oder Krimis verschlingen. Denn ein gebrauchtes Buch zu kaufen, das ist wie Recycling für den Lesestoff.

Öko-Bilanz: Ein E-Book für die Umwelt?

Letztlich ist bei der Entscheidung, auf welchem Medium jemand seine Lieblingslektüre genießen, von einigen Faktoren abhängig: Wann liest er? Auf dem Weg zur Arbeit – dann ist er ein Gelegenheitsleser und hat in der Regel Licht in Bahn und Bus. Für ihn lohnt sich die Anschaffung eines E-Book-Readers oder eines Tablets in Bezug auf die Öko-Bilanz nicht wirklich. Liest aber jemand gerne abends im Bett – und verschlingt so einen Roman nach dem anderen, ist vor allem der Reader eine sinnvolle Lösung für ihn. Ein Tablet ist die Alternative für alle, die sich sowieso eines für Videos oder fürs Surfen anschaffen wollen und Gelegenheitsleser sind. Ansonsten ist der Stromverbrauch im Vergleich zum Tablet einfach zu hoch.

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