Elektromobilität

Surfen, Mountainbiken & Co.: Extremsport elektrifiziert

von Ji-Hun Kim

Mountainbiken, Skateboarden, Surfen – auch im Extremsport ist der Elektromotor angekommen. Puristen der Disziplinen beäugen die Entwicklung skeptisch.

Ein Mountainbiker vor gelbem Grund
Extremsport mit E: Mit dem Elektroantrieb wird das Moutainbiken für einige Sportler noch attraktiver. Foto: pixabay/12019

Das erfahren Sie gleich:

  • Entwicklung von E-Motoren macht auch vor dem Extremsport nicht halt
  • Surfen mit Drohnen statt Drachen
  • Elektrifizierung vor allem beim Mountainbiken beliebt

Der Extremsport wird elektrisch

So schön und natürlich der Adrenalinkick bei sogenannten Extremsportarten ist, so mühsam ist es oft zuvor mit zahlreichen Umweltfaktoren auf den richtigen Nenner zu kommen. Surfer brauchen die nötigen Wellen und das richtige Wetter, Mountainbiker müssen vor der rasanten Downhill-Abfahrt mit viel Muskelkraft den Berg hochkraxeln, Skateboarder müssen ebenfalls, bevor sie durch die Stadt gleiten können, ihr Board mit ihren eigenen Beinen pushen. Allerdings sorgen auch beim Extremsport seit einiger Zeit die elektrische Motorisierung und ihre ständige technische Weiterentwicklung für sprichwörtlich neuen Schub. Einige Hardliner und Puristen registrieren diese Trends zwar mit Skepsis, dennoch scheint sicher: Die Elektrifizierung wird im 21. Jahrhundert auch bei Extrem- und Funsportarten nicht Halt machen.

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Mehr Dynamik beim Surfen

Fangen wir mit Wassersport an. Bereits 2016 bewies die Firma Freefly, dass man mit Drohnen surfen kann. Statt mit einem Lenkdrachen wie beim Kitesurfen, ließen Surfer sich von einem High-End-Octocopter durch das Wasser ziehen. Dazu brauchte es weder Wellen, Windstärke noch Windrichtung. Das Fachmagazin „Surfing Today“ titelte hierzu bereits: „Ist das Surfen mit Drone die Zukunft des Kitesurfens?“ Eine durchaus plausible These, wäre da nicht der hohe Preis von rund 18.000 Euro für die Drohne. Bei den meisten Surfern und Kiteboardern dürfte die elektrifizierte Zukunft ihrer geliebten Sportart wegen dieser finanzielle Hürden zunächst in eine gewisse Ferne rücken. Aber auch der Markt für elektrisch angetriebene Surfboards entwickelt sich rasant. Die auch als Jetboard bekannten Surfbretter ermöglichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h und können vor allem auch in flachen Gewässern wie Seen und Flüssen genutzt werden. Am Beispiel Surfen lässt sich erkennen, inwiefern die Elektrifizierung völlig neue Anwendungsszenarien im Extremsport ermöglicht.

Ein Surfer, der sich von einer Drohne ziehen lässt
Drohne statt Kiteschirm: Beim Surfen kommt bereits gelegentlich der Octocopter zum Einsatz. Der ist unabhängig von Wind und Wetter. Foto: Freefly

Elektrisch Mountainbiken und Skateboarden

Das Bild ist in den Metropolen und auf dem Festland nicht anders. In Großstädten gibt es immer häufiger Skateboards mit E-Motoren zu sehen. Häufig handelt es sich um Longboards, die mit einer Fernbedienung in der Hand beschleunigt und gebremst werden. Aber auch das klassische, kürzere Skateboard kann mit Motoren ausgestattet werden. Der Skater muss hier gar nicht mehr pushen (so nennt man das Abstoßen mit dem Fuß) und kann sich voll und ganz auf seine Tricks konzentrieren. Profis sprechen von einem „völlig anderen Fahrgefühl“. Der Nachteil gerade für schnelle, komplexe Flips und hohe Ollies ist aber das erhöhte Gewicht elektrischer Skateboards. Da sind traditionelle Skateboards gerade im Wettkampfsegment (noch) eindeutig im Vorteil.

Der Klimawandel und immer kürzere Schneesaisons machen gerade in alpinen Tourismusregionen vermehrt den Sommer zur Kernreisezeit.

Ein höheres Gewicht haben zwar auch Mountainbikes mit E-Motorisierung, aber gerade in der vielleicht radikalsten Disziplin des Radsports gab es in der jüngeren Vergangenheit immense Fortschritte zu verzeichnen. Immer kleinere und leichtere Motoren und Batterien haben dafür gesorgt, dass viele Mountainbiker vermehrt auf elektrische Unterstützung bei ihrem Lieblingssport setzen. Zu verlockend ist die Option bei Steigungen und Zugstrecken die eigene Muskelkraft zu schonen. So können am Tag mehr Abfahrten und längere Distanzen absolviert und die Energiereserven pointierter eingesetzt werden. Zahlreiche Alpenregionen bieten bereits Ladenetzwerke an. Die Einkehr in der Berghütte lässt sich so nun mit dem Aufladen des Akkus für das Bike verbinden. Der Klimawandel und immer kürzere Schneesaisons machen nämlich gerade in alpinen Tourismusregionen vermehrt den Sommer zur Kernreisezeit.

Experten erwarten für 2018 einen neuen Boom für elektrisch unterstützte Mountainbikes. Alle großen Hersteller führen bereits eigene E-Modelle im Portfolio und die kommende Entwicklung dürfte gerade in dieser Sportart besonders interessant sein.

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