Leben

Terrorismus: Wie zwei Inder mit Honig Frieden schaffen

von Carola Franzke

Zwei indische Unternehmer verkaufen gesunden Bio-Honig in die ganze Welt, und sie bringen dabei Einkommensquellen und Frieden in arme Regionen.

Ein Glas Honig in dem ein Honiglöffel steckt.
Honig ist nicht nur gesund: In einigen Regionen der Welt hilft das Sammeln des süßen Nektars auch bei der Bekämpfung von Terrorismus. Foto: Unsplash/ Sonja Langford

Das erfahren Sie gleich:

  • So dient Honig der Bekämpfung von Terrorismus
  • So haben die Gründer ihre Idee durchgesetzt
  • So sollen auch andere Teile der Welt Frieden finden

So dient Honig der Bekämpfung von Terrorismus

Ein indisches Vater-Sohn-Gespann hat ein profitables Unternehmen aufgebaut, das gesunden Bio-Honig exportiert und nebenbei für Frieden in armen Regionen sorgt.

Die Arbeiter im Netzwerk von Heavenly Organics ernten den gesunden Wildbienenhonig, der frei von Pestiziden, Insektiziden und Antibiotika ist. Umwelt- und Naturschutz ist eines der Ziele, Frieden und finanzielle Sicherheit für die Arbeiter und Bauern ist das andere.

In vielen Regionen Indiens sind Morde und Gewalttaten an der Tagesordnung. Zwischen 2002 und 2006 haben etwa 300.000 Menschen bei terroristischen Anschlägen und Auseinandersetzungen ihr Leben verloren. Die Hoodas lebten in den 80er Jahren in Punjab, als es ringsum solche Gewaltausbrüche gab. Viele Gemeinden in der überwiegend landwirtschaftlich geprägten Region beteiligten sich nicht daran.

Amit, der inzwischen in den USA lebt und von dort den Vertrieb organisiert, erinnert sich: „Sie hatten fruchtbares Land und konnten sich ernähren. Gewalt und Terrorismus waren für die Bauern keine attraktive Beschäftigungen.“ Die Hoodas bieten jungen Männern eine Alternative. Ihr Prinzip zur Bekämpfung von Unruhen scheint aufzugehen. „Diese Menschen brauchen Arbeit, nicht Almosen.“

So haben die Gründer ihre Idee durchgesetzt

Amit Hooda und sein Vater Dr. Ishwar Hooda gründeten Heavenly Organics schon 2005, aber erst nach mehr als fünf Jahren begann das Unternehmen profitabel zu sein. Die beiden steckten rund 300.000 Dollar in ihr Projekt. Doch anstatt aufzugeben, glaubten sie von Anfang an, dass ihre Idee langfristig positive Ergebnisse bringen würde.

Heavenly Organics ist bisher in drei sehr armen und krisengebeutelten Provinzen in Indien aktiv: Die Grenzregion zu Pakistan, die Wälder in Zentralindien und die Grenzregion zu Tibet und Nepal, in der viele Flüchtlinge versuchen, ein neues Leben aufzubauen. In Indien arbeiten derzeit rund 650 Familien für Heavenly Organics.

Es hat lange gedauert, das Vertrauen der Landbevölkerung zu gewinnen. Vater Ishwar erinnert sich, dass 2004, bei den ersten Reisen in die Krisengebiete, kaum jemand mit ihnen sprechen oder gar arbeiten wollte.

Inzwischen haben sie den Honig-Arbeitern beigebracht, wie sie den Honig der Wildbienen schonend sammeln können, ohne die Bienenstöcke nachhaltig zu schädigen: also ohne sie auszuräuchern, die Bäume mit den Bienenstöcken zu fällen, oder das ganze Nest zu zerstören.

Bienen auf einer Bienenwabe.
Die beste Methode, Menschen vom Terrorismus fernzuhalten, ist ihnen Arbeit zu geben – davon sind die Gründer von Heavenly Organics überzeugt. Foto: Pexels/Pixabay

Die Hoodas sind da ganz konsequent – zu Beginn haben sie sogar Abgabegrenzen gesetzt. So haben die Arbeiter gelernt, dass sie nicht zuviel sammeln sollen und den Bienen ihre Lebensgrundlage lassen sollen.

So sollen auch andere Teile der Welt Frieden finden

So, wie sich Amit und Ishwar Frieden für die Menschen wünschen, wollen sie auch ein friedliches Leben für die Wildbienen. Dann können die Bienen auch weiterhin fleißig bestäuben und Honig – oder wie in Belgien Daten für den Klimaschutz –sammeln.

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Sie denken inzwischen über Expansion nach. Warum nicht auch den Honig von Wildbienen im Südsudan sammeln, oder Mandeln ernten in Afghanistan. Ihre Idee haben sie jedenfalls schon weitergetragen.

Theo Chocolate aus Seattle verarbeitet in der eigenen Produktion Schokolade aus dem Krisenbrennpunkt Kongo, und die Seifenmarke Dr. Bronner’s kauft Oliven aus Palästina ein – sie alle sind bei der großen US-Kette Whole Foods gelistet und treten aktiv für die Bekämpfung von Gewalt und Terror durch Beschäftigung ein.

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