Elektromobilität

Studie zeigt: Windenergie hat noch mehr Nachteile für die Umwelt

von
Marten Zabel

Der Energiebedarf wird auch durch Elektroautos weiter steigen und dafür wird Solar- und Windenergie dringend gebraucht – nicht völlig ohne Nachteile.

Windräder auf einer grünen Wiese, umgeben von Bäumen.
Nicht nur für Vögel sind Windkraftanlagen schädlich – das zeigt jetzt eine Studie von Klimaforschern der Harvard Universität. Foto: Shutterstock / Henry Nowick

Das erfahren Sie gleich:

  • Weshalb wir Solar- und Windenergie für eine elektromobile Zukunft brauchen
  • Welche negativen Folgen Windkraftanlagen für die Umwelt haben
  • Warum Windenergie zwar sauber ist, trotzdem aber auch Nachteile hat

Die bekanntesten Argumente gegen Windkraftanlagen sind wohl Schattenwurf, Lärmbelästigung und Naturschutz. Nun haben einige Klimaforscher der Harvard Universität eine Studie veröffentlicht, nach der Windenergie noch weitere Nachteile für die Umwelt bringt. Sie verändert das Klima und sorgt für Erderwärmung.

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Der Effekt kommt dadurch zustande, dass die Windräder wie gigantische Ventilatoren warme Luftschichten von oben nach unten wirbeln. Dabei bremsen sie den Wind ab. Beides führt dazu, dass sich die Erdoberfläche in der Umgebung der Windräder weniger abkühlt, als wenn dort keine Windräder stünden. Das hat wiederum Einfluss auf Gewässer in der Nähe, auf Niederschläge in der Region, und so weiter. Es ist ein nicht zu unterschätzender Eingriff in den Klimakreislauf.

Nachteile und Umweltfolgen durch Windkraftanlagen und Windenergie

Anlass für die Studie war die Tatsache, dass sich der Anteil von Windenergie an der Stromversorgung in den USA in den vergangenen 18 Jahren um den Faktor 35 vervielfacht hat. Die Energie aus Windkraftanlagen macht dort nun acht Prozent im Energiemix aus. Deshalb wollten Forscher die Folgen für die Umwelt genauer ermitteln. Immerhin erwarten Experten, dass sich die Leistung der Anlagen bis 2050 noch mindestens vervierfacht.

Betrachtet man die nächsten 10 Jahre, hat Windenergie in mancherlei Hinsicht mehr Folgen für das Klima als Kohle oder Gas.

David Keith, Professor in Harvard und Co-Autor der Studie

Die Harvard-Studie, die im Wissenschaftsfachmagazin Joule veröffentlicht wurde, warnt vor den kurzfristigen und regionalen Folgen von Windkraftanlagen, denn das ist unter anderem tatsächlich eine Temperatursteigerung. In einer Modellbetrachtung kommen die Forscher zu dem Schluss, dass eine komplette Stromversorgung aus Windenergie in den USA dazu führen würde, dass sich die Temperatur auf dem Kontinent um 0,24 Grad erhöhen würde.

Die Bemühungen, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu filtern, könnten nicht ausreichend dagegen halten. Das Modell besagt, dass durch CO2-Entnahme nur eine Senkung um 0,1 Grad erreicht werden kann, also netto die Temperatur immer noch steigen würde.

Windenergie hat dennoch kaum Alternativen

David Keith und Lee Miller, der Hauptautor der Studie, wollen damit aber keinesfalls die Verbreitung von Windenergie und den Bau entsprechender Anlagen verhindern. Im Gegenteil: Keith unterstützt den Ausbau regenerativer Energien, um dem Treibhauseffekt entgegenzusteuern. So wollen sie auch den steigenden Strombedarf – durch mehr Elektromobilität – zukünftig decken.

Betrachtet man die nächsten 1000 Jahre, ist Windenergie enorm viel sauberer als Kohle oder Gas.

David Keith, Professor in Harvard und Ko-Autor der Studie

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Keith und Miller sagen, dass Windenergie und andere regenerative Energiequellen auf lange Sicht so viel CO2 einsparen, dass der Erwärmungseffekt im Vergleich zu Energiegewinnung aus Kohle oder Gas keine Rolle mehr spielt.

Die Wissenschaftler warnen dennoch, dass der kurzfristige und regionale Einfluss auf das Klima nicht unterschätzt werden sollte. Sie wünschen sich von Politik und Energiekonzernen, dass man sich nicht allein auf die Windenergie verlassen sollte, sondern andere regenerative Energien ebenso fördern sollte. Ihre Modellbetrachtungen zeigen: Auch Solaranlagen hätten einen Erwärmungseffekt, aber immerhin um den Faktor 10 weniger.

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