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Studie: So viel Zeit für die Smartphone-Nutzung ist gut

von Marten Zabel

Mädchen mit eine Smartphone
Zu viel oder zu wenig? Bei der Smartphone-Nutzung von Kindern und Jugendlichen ist eine bestimmte Menge ideal. Foto: Unsplash/Andrik Langfield Petrid

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Nutzung von Smartphones frisst jeden Tag jede Menge Zeit
  • Eine Studie zeigt jetzt: Es gibt eine ideale Menge der Smartphone-Nutzung von Kindern und Jugendlichen
  • Zu viel Smartphone macht Jugendliche unglücklich — ein totales Verbot allerdings auch

Die richtige Balance bei der Smartphone-Nutzung ist wichtig für das persönliche Glücksempfinden: Zu viel Zeit ist genauso schlecht wie zu wenig.

Smartphone-Nutzung: Vergeudete Lebenszeit?

Social Media und Smartphone-Nutzung nehmen immer mehr Zeit des Tages in Anspruch. Wie viel ist zu viel und wann wird das Smartphone zur Sucht? Eine Studie der San Diego State University ist diesen Fragen auf den Grund gegangen und kommt in Sachen Korrelation zu einem deutlichen Ergebnis: Es gibt ein Optimum für die Nutzung digitaler Medien. Zu viel ist nicht gut — zu wenig allerdings auch nicht.

Seine Kinder gänzlich vom Online-Leben auszuschließen, macht diese zu potenziellen Außenseitern.

Digitale Medien sind aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Verschwinden sollten sie nach dem Ergebnis der Forscher aus den USA jedoch auch nicht: Die ideale Menge an Zeit für Social Media liegt demnach nämlich bei einer Stunde am Tag. Probanden, die täglich mehr Zeit vor dem Bildschirm verbrachten, waren messbar unglücklicher im Leben. Anders herum gilt das aber auch: Seine Kinder etwa gänzlich vom Online-Leben auszuschließen, macht diese zu potenziellen Außenseitern. Das Gefühl macht sie ebenfalls unglücklich. Außerdem verpassen sie wichtige Aspekte des modernen Zusammenlebens.

Das Smartphone sollte nicht zur Sucht werden

Insgesamt zeigt die Studie, dass junge Menschen von sozialen Aktivitäten emotional profitieren: Wer seine Freizeit überwiegend mit Sport, Verabredungen und Lesen verbringt, ist deutlich glücklicher als jemand, der einen Großteil des Tages vor digitalem Ersatz sitzt. Seit der massiven Verbreitung von Smartphones im Jahr 2012 und der damit einhergehenden Steigerung täglicher Internetzeiten bei Jugendlichen sind entsprechend die durchschnittliche Zufriedenheit und auch das Selbstwertgefühl junger Menschen zurückgegangen. Das ist laut der Studienleiterin Jean Twenge auch auf weniger Schlaf und mangelnde Beziehungen von Angesicht zu Angesicht zurückzuführen.

Smartphones machen Kinder unzufrieden

Für die Langzeitstudie wurden seit 1991 mehr als eine Million Schüler der Klassen acht, zehn und zwölf befragt. Entsprechend bietet sie eine Beobachtung des Gemütszustands von Jugendlichen über einen langen Zeitraum hinweg. Kritiker sagen allerdings, dass die Fokussierung Twenges auf die negativen Auswirkungen von Social Media und Smartphones auf Kinder und Teenager die Studie verfälscht — da die Studie keine Ursachen ermittelt, könnten auch andere Stressfaktoren auf die Situation einwirken. Die Korrelation von Zufriedenheit und Smartphoneverbreitung ist jedoch sichtbar: Bis 2012 ging der Trend bergauf, seitdem eher bergab.

Es scheint durchaus sinnvoll zu sein, die Smartphone-Nutzung von Kindern einzuschränken. Ein gänzliches Verbot ist allerdings ebenfalls sozial schädlich, denn es entspricht einfach nicht der heutigen Lebenswelt. Das lässt sich höchstens in den komplett technikfreien Parallelwelten aufrechterhalten, die unter anderem die Elite des Silicon Valleys für ihre eigenen Kinder erschafft.

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