Leben

Studie: Luftverschmutzung macht dumm

von Paul Bandelin

Eine Studie mit 25.000 Probanden machte eine erschreckende Entdeckung. Die Luftverschmutzung soll schlimmere Auswirkungen haben als gedacht.

Schornsteine beim Ausstoß von Schadstoffen aus einem Kraftwerk
Sieht nicht schön aus, schadet der Umwelt und macht offenbar auch dumm: Der Schadstoffausstoß hat schlimmere Auswirkungen als gedacht. Foto: Shutterstock / Egoreichenkov Evgenii

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie verschmutzte Luft einen großen Einfluss auf die geistige Gesundheit eines Menschen haben kann
  • Wie Schadstoffe sich ihren Weg in den Körper bahnen und dort den Blutkreislauf verlangsamen
  • Welche Forderungen deshalb Pneumologen stellen

Abgase sind schlecht für die Umwelt – das ist schon länger bekannt. Der Gesundheit eines Menschen sind sie ebenso wenig zuträglich. Eine US-amerikanische Studie hat kürzlich belegt, dass sie sogar einen signifikanten Einfluss auf das menschliche Gehirn haben können.

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Sie verdeutlicht erstmals, dass es einen Zusammenhang zwischen dem geistigen Niedergang von Menschen und anhaltender Luftverschmutzung gibt.

Schadstoffe zerstören Lungenbläschen

Dem Gesundheitsforscher Xi Chen von der Yale University ging es in seiner Studie ursprünglich um weitere Erkenntnisse in der Umweltverschmutzung. Dabei machte er allerdings eine unerwartete Entdeckung. Zusammen mit seinen Forschungspartnern Xi Zhang und Xiaobo Zhang untersuchte er das Abschneiden von 25.000 Menschen bei Mathe- und Sprachtests und stellte die Ergebnisse in Zusammenhang mit dem jeweiligen Level an Schadstoffen, dem die Probanden ausgesetzt waren. Das Resultat: Luftverschmutzung macht dumm.

Die Menschen, die dabei lange stark verschmutzter Luft ausgesetzt waren, erzielten im Durchschnitt schlechtere Ergebnisse. Der gesamte Verlust entsprach etwa dem Wissen eines Schuljahres. Anfangs dachten die Forscher noch, dass andere Faktoren die Korrelation unterstützen. Nach weiteren statistischen Erhebungen war aber klar, dass eine geistige Beeinträchtigung unbestreitbar ist.

Die Tatsache, dass diese Studie einen messbaren und klinisch relevanten Effekt auf die geistige Gesundheit festgestellt hat, ist sehr beunruhigend.

Guddi Singh, Pädiater East London NHS Foundation

Wie genau der Zusammenhang aussieht, steht hingegen noch nicht fest. Daniela Fecht vom Imperial College in London betont, dass „wir noch nicht wissen, wie Schadstoffe das Gehirn beeinträchtigen können.“ Ein möglicher Grund: Atmet ein Mensch täglich beträchtliche Mengen an Schadstoffen ein, zersetzen sie die Alveolen, die für den Transport von Sauerstoff zwischen Lunge und Blutkreislauf zuständig sind. Somit erfährt das Gehirn eine partielle Unterversorgung mit Blut. Je kleiner die Partikel sind, desto weniger können Lunge und Nase sie filtern und sie finden den Weg in den Körper.

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Elektromobilität ist gut für die Gesundheit

Überhaupt ist das Leben in großen Städten für die Gesundheit der Menschen nicht förderlich. Enge Straßen, die zwischen Hochhäuser eingebettet sind, halten die Schadstoffe gefangen und erhöhen so die Belastung für die Menschen. Dazu kommen der starke Verkehr und die hohe Feinstaubbelastung in vielen Metropolen. „Die Stadtbevölkerung, die an viel befahrenen Straßen lebt, ist am meisten gefährdet“, so der Pneumologe Christian Witt auf dem Deutschen Lungentag am 29. September 2018 in Berlin.

Der Klimawandel trägt seinen Teil dazu bei. So ist die Konzentration von Schadstoffen bei anhaltender Hitze und Trockenheit bedeutend höher – die Anzahl stationärer Aufnahmen steigt in diesen Zeiten besonders. Auch deshalb fordern Ärzte eine Wende in der Verkehrspolitik. „Wir benötigen mehr Elektromobilität zum Schutz unserer Patienten“, verdeutlicht Witt. Wie viele der jährlich 50.000 Lungenerkrankungen in Deutschland auf die Luftverschmutzung zurückzuführen sind, lässt sich derzeit aber nicht seriös sagen.

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