Elektromobilität

Studie: Elektroautos holen auf Kurzstrecken auf

von
Paul Bandelin

Eine groß angelegte Studie des BMVI stellte heraus, dass Elektroautos zumeist auf Kurzstrecken genutzt werden. Die Gründe dafür sind zahlreich.

Blick aus der Vogelperspektive auf eine Kreuzung.
Der weltweite Verkehr ist im Wandel – doch wie sieht es in Deutschland aus? Die Mobilitätsstudie vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ging dieser Frage nach. Foto: Shutterstock / Novikov Aleksey

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche überraschenden Erkenntnisse die Studie des BMVI bringt
  • Warum der öffentliche Nahverkehr in der Stadt an Bedeutung gewinnt
  • Was die Deutschen vom Kauf eines Elektroautos abhält

Der Absatz von Elektroautos steigt – wenn auch nur langsam. Gegen den öffentlichen Nahverkehr und herkömmliche Autos haben sie bislang noch schlechte Karten. Eine umfassende Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur hat das jetzt mit Zahlen belegt.

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Personen aus 150.000 Haushalten nahmen an der großen Umfrage "Mobilität in Deutschland 2017" teil, die Mitte November 2018 vorgestellt wurde. Über 60 regionale Partner waren an der Erstellung der Studie beteiligt, um ein gesamtdeutsches Bild zu schaffen.

Jüngere Menschen nutzen öffentlichen Nahverkehr

Der Studie zufolge bleibt das Auto bei den Deutschen Verkehrsmittel Nummer eins. Drei Viertel der Strecke (täglich deutschlandweit etwa 3,2 Milliarden Kilometer) werden mit dem Auto zurückgelegt. Besonders für ältere Menschen und auf dem Land lebende steht das eigene Fahrzeug für Flexibilität und Unabhängigkeit.

Jüngere Menschen und die, die in den Städten wohnen, bevorzugen hingegen öffentliche Verkehrsmittel. Der Trend in den Städten geht vermehrt zur Nutzung des Fahrrads sowie Bus und Bahn. Ganz große Veränderungen hat es allerdings in keiner der Kategorien gegeben, was darauf schließen lässt, dass der Wandel in Raten vonstattengeht.

Elektroautos oft nur Zweitwagen

Ein wichtiger Aspekt der Studie war die Berücksichtigung der Entwicklung von Elektroautos. Etwas überraschend war die Erkenntnis, dass die Stromer meist als Zweitwagen für Kurzstrecken genutzt werden. Nur etwa ein Viertel der Elektroautos ist das einzige Fahrzeug im Haushalt. Die durchschnittlich zurückgelegten Strecken liegen bei unter zehn Kilometern. Daran wird deutlich, dass sich viele Bedürfnisse der Alltagsmobilität gut mit Elektromobilität vereinbaren lassen.

Zwar bringen die Verkäufer in Deutschland immer mehr Elektroautos an den Mann, doch die Verkaufskurve steigt nur langsam an. Auf der anderen Seite wächst die Zahl schwerer Fahrzeuge, wie SUVs und Kleinbusse, die einen hohen Spritverbrauch haben, weiter an. Im Vergleich zur vergangenen Studie dieser Art, die 2008 durchgeführt wurde, stieg der Anteil in den befragten Haushalten von zehn auf nun rund 20 Prozent.

Hohe Preise für Elektroautos

Nach wie vor gibt es in Deutschland zu viele Vorbehalte gegenüber Elektroautos. Potenzielle Kunden monieren die oftmals geringe Reichweite.

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Zudem schrecken die hohen Verkaufspreise viele Interessenten ab. Durchschnittlich kostet ein Elektroauto ein Drittel mehr als sein Benziner-Pendant – trotz der Kaufprämie von mittlerweile bis zu 4000 Euro.

Der dritte Punkt ist die fehlende flächendeckende Ladeinfrastruktur, die das Nachladen in manchen Landesteilen enorm erschwert.

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