Elektromobilität

Stromtankstellen: Meiste Förderung von Ladesäulen im Süden

von
Manuel Berkel

Mit 300 Millionen Euro bezuschusst das Bundesverkehrsministerium 15.000 neue Ladestationen. aio zieht Zwischenbilanz und zeigt, wohin die Förderung fließt.

Nahaufnahme einer Ladesäule.
Mit der Förderung der Ladestationen will die Bundesregierung die Elektromobilität voranbringen. Foto: Shutterstock/DavidSch

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Bundesregierung öffentliche Ladesäulen fördert
  • Welche Bundesländer bei der Förderung am besten fahren
  • Wo selbst Flugplätze auf Stromtankstellen fliegen

Beim Stromtanken kann es den Fahren von Elektroautos im Süden Deutschlands gar nicht schnell genug gehen. Von den Anträgen auf neue Schnellladesäulen, die das Bundesverkehrsministerium (BMVI) fördert, kommen bisher 43 Prozent aus Bayern und Baden-Württemberg.

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Das ergibt sich aus Übersichten, die das Berliner BMVI für die ersten beiden Runden seines 300 Millionen Euro schweren Förderprogramms veröffentlicht hat.

40 Prozent Förderung für Ladesäulen

Aufgestellt hat das Verkehrsministerium dieses Füllhorn für die Elektromobilität im Februar 2017. Seitdem gibt das BMVI 40 Prozent für jede Ladesäule und den Anschluss ans Stromnetz. Förderung gibt es allerdings nur dann, wenn die Ladestationen rund um die Uhr öffentlich zugänglich sind.

Bis zu 15.000 neue Stromtankstellen sollen so bis 2020 an Straßen, Autobahnen und Parkplätzen hinzukommen. Abgerechnet wird nach Ladepunkten, also quasi Steckdosen, wobei jede Ladesäule in der Regel über ein bis drei Anschlussmöglichkeiten verfügt.

Wie gut Deutschlands Straßen mit Strom versorgt ist, lesen Sie ebenfalls bei aio.

Stromtankstellen variieren stark nach Bundesland

Die bis zu 30.000 Euro Fördergelder pro Ladepunkt an Schnellladesäulen sichern sich vor allem die südlichen Bundesländer besonders eifrig. Jeweils etwa 350 Anträge aus Bayern und Baden-Württemberg hat das Bundesverkehrsministerium bisher bewilligt. Im Süden gibt es viele potenzielle kaufkräftige E-Auto-Kunden und wichtige Transitstrecken nach Österreich, in die Schweiz und andere europäische Länder.

Nordrhein-Westfalen folgt mit einem Anteil von 13 Prozent oder 219 Ladepunkten auf dem dritten Platz. Schlusslicht ist das ostdeutsche Flächenland Mecklenburg-Vorpommern mit nur 13 bewilligten Anträgen für Schnellladestationen. Dabei sind Ostsee und Mecklenburgische Seenplatte beliebte Urlaubsregionen gerade für Wochenendtouristen – die idealerweise mit einer guten Netzabdeckung ausgestattet sein sollte.

Bei normalen Ladestationen prescht ein Versorger nach vorne

Mit dem zweiten Förderaufruf von September 2017 hat das Bundesverkehrsministerium die Latte für Schnelllader deutlich höher gelegt. In der noch laufenden Runde werden nur noch Hochleistungsstationen mit 150 kW bezuschusst. Entsprechend niedrig sind noch die Förderzahlen – bisher wurden erst Anträge für 16 solcher Schnellladepunkte bewilligt.

Allein vier Zusagen sicherten sich die Stadtwerke in Saarlouis. Die Kleinstadt liegt an einer wichtigen Ost-West-Route, der A8, kurz vor den Grenzen zu Luxemburg und Frankreich. Obwohl eine Studie u.a. der Uni Harvard gerade gezeigt hat, dass Schnellladen weder für die Umwelt noch für die Batterie sinnvoll ist.

Bei den Normalladesäulen fürs tägliche Laden liegt dagegen Nordrhein-Westfalen ganz vorne mit einem Anteil von knapp einem Drittel. Allerdings gehen fast 2500 der über 3100 Bewilligungen auf das Konto des Energieversorgers innogy, der zu den größten Betreibern von Stromtankstellen in Deutschland gehört.

Auf den weiteren Rängen folgen mit zwölf bis 13 Prozent wieder die Südstaaten Bayern und Baden-Württemberg sowie das Autoland Niedersachsen. Schlusslicht ist Berlin mit nur 32 bewilligten Anträgen. Allerdings ist die Hauptstadt mit über 630 Ladepunkten schon recht komfortabel versorgt.

Ein Auto lädt an einer Ladesäule für Elektroautos.
Dreifach hält besser: Ladesäule mit drei Anschlüssen in Neuenstein (Baden-Württemberg). Foto: picture alliance / Sina Schuldt/

Autohäuser reißen sich um Förderung

Schaut man sich an, wer die Förderung beantragt, tauchen einige Typen von Antragstellern besonders häufig auf:

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  • Städte und Gemeinden, die Elektromobilität auch für jene Bürger möglich machen möchten, die über keine eigene Garage für die Wallbox daheim verfügen
  • Stadtwerke, die neben der Daseinsvorsorge auch auf ein Geschäft jenseits des bisherigen Stromverkaufs hoffen
  • Kaufhausketten, die Kunden mit Parkplätzen für Elektroautos locken möchten
  • Autohäuser, um Käufern von Elektroautos gleich die nötige Starthilfe anzubieten

Einige engagierte Einzelunternehmer finden sich allerdings auch in der Liste des Bundesverkehrsministeriums. Beispielsweise ein Sportflugplatz bei München, ein Freizeitpark im rheinland-pfälzischen Landau oder ein Müller bei Würzburg. Der nutzt Wasserkraft nicht nur zum Mahlen von Mehl, sondern liefert seinen Ökostrom auch an Haushalte. An der Mühle am Fluss Tauber können dann demnächst auch noch Elektroautos laden.

Und auch in Hotels werden Ladestationen immer beliebter bei Hotelgästen – kein Wunder, dass immer mehr Unterkünfte Ladepunkte anbieten.

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