Elektromobilität

Strom gegen Benzin: Elektroauto im Kostenvergleich

von Ji-Hun Kim

Strom als Antrieb für das Auto ist umweltschonender als Benzin oder Diesel – aber ist ein Elektroauto auch rentabel? Wer gewinnt im Kostenvergleich?

Gestapelte Münzen.
Wenn Geld entscheidet: Welcher Antrieb ist günstiger, Strom oder Benzin? Foto: Shutterstock/belozu

Das erfahren Sie gleich:

  • Weshalb der Absatz von E-Autos stagniert
  • Warum das Elektroauto in den Betriebskosten günstiger ist als Benzin- oder Dieselfahrzeuge
  • Wie kostenloser Strom das E-Auto rentabler machen kann

Autohersteller und die Politik rücken Elektroautos verstärkt in den Vordergrund. Bei den Käufern besteht aber weiterhin Skepsis. Im Juni gab das Kraftfahrt-Bundesamt bekannt, dass die Zahl der neu zugelassenen Dieselautos um 27,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2017 zurückgegangen ist.

Daraus ließe sich schließen, dass dafür der Absatz der Elektromobilität anstieg, allerdings profitierten von dem Diesel-Abwärtstrend vor allem konventionelle Benziner. Hier konnte der Absatz noch mal um sechs Prozent steigen.

Absatz von E-Autos stagniert – im Gegensatz zu Benzin-Antrieben

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn gab bekannt, dass im Laufe der letzten 12 Monate gerade mal 2873 Anträge für die staatliche Verkaufsförderungsprämie bei E-Autos eingegangen sind. Seit 2016 sind beim Bundesamt insgesamt 63.285 Anträge eingegangen. Dabei will die Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen haben. Wieso läuft die Verbreitung von E-Mobilität so schleppend voran?

Zwar gibt es für Elektroautos Kaufprämien von bis zu 4.000 Euro und Steuervergünstigungen, dafür sind sie oft in der Anschaffung um einiges teurer als Benzin-Varianten. Der ADAC hat kürzlich Elektroautos und Benzin- und Dieselmodelle verschiedener Hersteller verglichen. Grundlage für den Kostenvergleich waren

  • Anschaffungspreis,
  • Wertverlust
  • Kraftstoffverbrauch/Stromverbrauch
  • Werkstattkosten
  • Steuern
  • Versicherungen

Daraus kalkulierte der Automobilclub einen durchschnittlichen Kostensatz für jeden gefahrenen Kilometer. Die nüchterne Erkenntnis: nur zwei E-Modelle sind derzeit günstiger als die konventionellen Varianten (der Mercedes B 250 e und der Kia Soul EV). Der ADAC macht dafür die hohen Anschaffungspreise verantwortlich, aber auch die derzeit recht günstigen Spritpreise.

Das Elektroauto ist günstiger in den Betriebskosten

Die Unternehmensberatung Progenium hat in einer Studie E-Autos mit Benzinern und Dieseln für einen Zeitraum von vier Jahren und einer Laufleistung von 60.000 km untersucht. Die Berater kamen zu dem Ergebnis, dass sich ein Umstieg ab der Kompaktklasse lohnen kann.

Denn Elektroautos punkten auf lange Sicht durch niedrigere Fix- und Betriebskosten. Aber auch Werkstatt- und Wartungskosten können erheblich minimiert werden, da E-Autos wesentlich weniger fehleranfällig und einfacher zu reparieren sind, so die Studie.

Ein Elektroauto an der Ladestation.
An einigen Strom-Tankstellen lädt das Elektroauto gratis. Foto: Shutterstock / Matej Kastelic

Eine erhebliche Variable stellen die Stromkosten für den Betrieb eines E-Autos dar. Es gibt städtische Ladestationen, die Möglichkeit zu Hause aufzuladen oder Stromstationen in Einkaufszentren. Hier können die Preise sehr unterschiedlich ausfallen. Autobild hat im vergangenen Jahr dazu recherchiert. Lädt man sein Auto öffentlich in der Berliner Innenstadt auf, rechnet die Station den Strom per Ladezeit ab. Eine Aufladung von vier Stunden würde bei einem e-Golf eine Reichweite von 100 km schaffen. Hier wäre ein Benziner für die gleiche Reichweite halb so teuer (19,80 Euro im Vergleich zu 9,65 Euro).

Günstiger sind Schnellladestationen, die 50 Kilowatt Gleichstrom liefern können. Hier geht das Aufladen wesentlich schneller, kostet aber immer noch etwas mehr als Benzin. Verfügt man indes zu Hause über eine eigene Ladestation – etwa eine Wallbox –, sinkt der Preis für 100 km auf 4,35 Euro, was eindeutig günstiger als Benzin ist. Wer über eine heimische Solaranlage verfügt und den Strom selber produziert, kann diesen Preis noch mal relevant senken.

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Strom gibt es auch gratis

Es gibt aber auch Möglichkeiten sein E-Auto kostenlos mit Strom zu versorgen. Entlang der Autobahnroute München und Leipzig wurden mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung acht Turbo-Ladestationen aufgestellt, die gratis Strom anbieten. Aber auch der Discounter Aldi und diverse Einkaufszentren bieten mittlerweile Ladestationen auf ihren Parkplätzen an. Solche Angebote werden konstant ausgebaut und werden auch weitere Nachahmer finden.

Wer ergo seine Mobilität mit mehr Voraussicht plant, kann heute bereits mit einem Elektroauto durchaus Geld sparen. Eingespart werden vor allem aber die durchschnittlichen 2,4 Tonnen CO2, die jedes Jahr durch ein einzelnes konventionelles Auto produziert werden. Denn nachhaltig, Ressourcen-schonend und mit weniger CO2-Emissionen unterwegs zu sein, ist bekanntlich die eigentliche Aufgabe der mobilen Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

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