Technik

Strom erzeugen: Unternehmen setzt auf eigenen Solarpark

von
Carola Franzke

Ein Heizungsbauer im hessischen Allendorf hat eine eigene Megawatt-Solarenergieanlage gebaut und auf Fördermittel verzichtet. Trotzdem lohnt es sich.

Nahaufnahme von Solarmodulen
Der Solarpark von Viessmann leistet knapp zwei Megawatt Foto: Shutterstock / PaolikPhotos

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Solarenergie nicht mehr nur für Privathäuser interessant ist
  • Wie viel Energie Solarparks bei Industriebetrieben erzeugen können
  • Wie sich die Preise für alternative Stromerzeugung entwickeln

Viessmann: Solarenergie im großen Stil

Mit fallenden Preisen bei Solarpanels wird Solarenergie auch für industrielle Anwendungen interessant. Das zeigt sich unter anderem am Beispiel Viessmann: Das Unternehmen nahm im März 2018 einen eigenen Solarpark mit einer Fläche von 45.000 Quadratmetern in Betrieb.

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Das Bemerkenswerte daran: Viessmann verzichtete komplett auf jegliche Fördermittel aus öffentlicher Hand. Dennoch lohnt sich der Bau, weil die Solarenergie aus der Anlage zu 98 Prozent vom Unternehmen selbst verbraucht wird.

Trotz der umstrittenen EEG-Umlage, die auch bei selbsterzeugtem Strom zum Eigenverbrauch fällig wird, ist die Solarenergie günstiger als der Strom, den Viessmann sonst bezieht – die Technik geht also auf.

Der eigene Solarpark lohnt sich

Das 1917 gegründete Familienunternehmen baut mit seinen insgesamt rund 12.000 Mitarbeitern Heizungsanlagen, Warmwasserbereiter und fast alles, was dazu gehört: Gas- oder Ölbrenner, Durchlauferhitzer oder Blockheizkraftwerke, für Privathaushalte oder im großen Stil für Gewerbeimmobilien.

Die fast zwei Megawatt Leistung des eigenen Solarparks reicht insbesondere, um Leistungsspitzen in der Produktion abzufangen, aber nicht für den gesamten Energiebedarf des Heizungsbauers. Im Schnitt kann der eigene Solarpark rund sieben Prozent des Gesamtbedarfs an Strom erzeugen.

Das Unternehmen plant, besonders energieintensive Prozesse möglichst in Tages- und Jahreszeiten zu verlagern, in denen der Solarstrom im Überfluss verfügbar ist.

Strom erzeugen wird günstiger

Mit Preisen für Photovoltaik, die seit Anfang der Neunziger Jahre auf rund ein Zehntel der Kosten gefallen sind, lässt sich günstig Strom erzeugen. Eine Anlage dieser Größenordnung produziert den Strom für fünf bis acht Cent pro Kilowattstunde.

Das bleiben günstige Konditionen, selbst zuzüglich der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz), die bei Eigenverbrauch immer noch zu 40 Prozent erhoben wird: In 2017 waren das 2,752 Cent pro Kilowattstunde zusätzlich, insgesamt also um rund zehn Cent.

Den Verzicht auf Fördermittel nach dem EEG begründet Viessmann gegenüber der TAZ übrigens so: „Das langwierige Genehmigungsverfahren hätte die Inbetriebnahme der Anlage verzögert.“

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3Ohne Förderanträge und Teilnahme an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur ist die 1,8 Gigawattanlage nun bereits nach fünfmonatiger Bauzeit in Betrieb und versorgt den Hauptstandort in Allendorf mit Solarenergie.

Viessmanns Solarpark ist einer der größten in Deutschland, bei dessen Bau auf die EEG-Fördermittel verzichtet wurde – und es werden immer mehr Unternehmen, die es dem Heizungsbauer gleichtun. Die fallenden Preise für Photovoltaik sind dafür ebenso verantwortlich wie die Freiheit, sich mit weniger Auflagen befassen zu müssen.

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