Technik

Straßenwartung: Künstliche Intelligenz gegen Schlaglöcher

von
Carola Franzke

Schlaglöcher können halbe Städte lahmlegen: Die Uni von Waterloo will KI in der Straßenwartung einsetzen – und Reparaturen schneller und günstiger umsetzen.

Nahaufnahme eines Schlagloches in der Straße.
Bröselbelag: In vielen Städten kommen die Straßenbauämter mit dem Reparieren von Schlaglöchern nicht mehr hinterher. Foto: Shutterstock/ch123

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die kanadische Universität von Waterloo auf künstliche Intelligenz zur Straßenwartung setzt
  • Warum städtische Angestellte bei ihren Dienstfahrten Videos aufnehmen sollen
  • Wie Straßenbauarbeiten gezielter und schneller als bisher ausgeführt werden können

Schlaglöcher sind ein Ärgernis in doppelter Hinsicht: Einerseits können sie die Radaufhängung oder den Unterboden des Auto beschädigen. Andererseits ärgern sich Autofahrer über Sperrungen und Staus, wenn sie endlich beseitigt werden. Ein Projektteam an der Universität von Waterloo (Kanada) macht nun Hoffnung, dass der aufwändige Prozess der Straßenwartung mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) vereinfacht und günstiger gestaltet werden kann.

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Das Ziel von Professor John Zelek und seinen Studenten ist klar: Eine schnelle und frühzeitige Erkennung von entstehenden Schäden, damit die konventionelle Straßenwartung entlastet wird.

Bislang fahren die Mitarbeiter der Stadtverwaltungen Straßen ab und machen eine Sichtprüfung, oder sie werten Bilder und Videos aus. Im nächsten Schritt wird anhand der mutmaßlichen Schwere der Beschädigungen festgelegt, wann und wie die Reparaturarbeiten ausgeführt werden.

Mit diesen Informationen können die Behörden ihre Planungen optimieren, wann und zu welchen Kosten eine bestimmte Straße repariert werden soll. Unterm Strich bedeutet das auch Steuerersparnisse.

John Zelek, Professor an der Universität von Waterloo

Das Vorgehen ist langwierig und nicht sonderlich effizient, und es bindet Arbeitskraft. Dabei könnte die Auswertung des Bildmaterials laut Zelek leicht von einer künstlichen Intelligenz übernommen werden – die Technik ist schneller, präziser und wird auch bei eintönigen Bildern nicht müde.

Die KI kann mehr als Schlaglöcher finden

Zelek konzentriert sich in seinen Forschungen am VIP-Labor (Vision Image Processing) aktuell unter anderem auf autonome Kartierung und Vermessung, auf 3D-Analysen und auf die optische Prüfung von menschengemachten Objekten wie Brücken, Gebäuden und Straßen.

Insofern ist der nächste logische Schritt für ihn und sein KI-Projekt, mittels Luftaufnahmen von Drohnen auch Gebäude und Brücken zu untersuchen. Davon könnten beispielsweise Hochhäuser profitieren, die sich noch im Bau befinden: „Wenn Teile schon während der frühen Bauphase nicht gut zusammenpassen, wäre eine rechtzeitige Warnung doch viel nützlicher, als wenn erst die nächsten 30 Stockwerke darauf gesetzt werden“, so Zelek.

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Frühzeitige Straßenwartung

Solange der selbstheilende, smarte Straßenbelag noch Zukunftsmusik ist, bleibt die schnelle und vor allem frühzeitige Erkennung von Schäden wichtig, damit Straßen mit möglichst wenig Aufwand repariert werden können. Sonst laufen im Straßenbau schnell große Summen auf, die für Reparaturarbeiten und neue Asphaltierungen ausgegeben werden müssen.

Ebenso wie in Waterloo wird auch im englischen Leeds auf das Prinzip Früherkennung gesetzt: Auch hier geht es darum, lange Sperrungen und teure Straßenbauarbeiten zu vermeiden. In Leeds sollen Drohnen und 3D-Drucker helfen, damit aus kleinen Rissen keine großen Probleme werden.

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