Leben

Steuerparadies Monaco entdeckt das Urban Gardening

von Sabrina Lieb

Ein Ex-Model krempelt das Fürstentum um: Monaco soll künftig mit Urban Gardening bekannt werden. Die Prinzenfamilie unterstützt das Vorzeigeprojekt.

Hafen von Monaco
Geldhafen: Bisher hat sich Monaco vor allem als Anlaufstelle der Ultrareichen definiert – jetzt soll es auch für Urban Gardening bekannt werden. Foto: Unsplash/Anthony Delanoix

Das erfahren Sie gleich:

  • Ausgerechnet das Steuerparadies Monaco fördert die nachhaltige Landwirtschaft
  • Die vielen Flachdächer in Monaco eignen sich perfekt fürs Urban Gardeing
  • Vier Tonnen Lebensmittel in Bio-Qualität wurden schon geerntet

Ein Ex-Model verändert Monaco

Jessica Sbaraglia könnte auch heute noch auf den Covern gefragter Modemagazine zuhause sein. Smart blickt die hübsche Blondine in die Kamera, die feinen Gesichtszüge formen sich zu einem charmanten Lächeln. Das ehemalige Model (29) weiß sich ganz offensichtlich noch immer perfekt in Szene zu setzen. Und dann steht neben ihr auf dem Foto auch noch ein Prinz. Nein, es geht hier nicht um Klatsch und Tratsch, sondern um ein spannendes Projekt: Das Fürstentum Monaco soll sich vom Steuer- in ein Gemüseparadies verwandeln – mit Urban Gardening!

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Jessica Sbaragli und Fürst Albert von Monaco
Sie machen Monaco grün: Urban-Gardening-Aktivistin Jessica Sbaragli mit Fürst Albert. Foto: Terre de Monaco

Lebensmittel in Bio-Qualität

Also ab nach Monaco. Schauplatz des Fürstenpaares, Kulisse für Millionäre, zweitkleinster Staat der Welt. Auf gerade mal zwei Quadratkilometern drängen sich hier mehr als 38.000 Einwohner. Damit sich die ernähren können, ist der Staat fast ausschließlich auf Importe aus Frankreich angewiesen. Was wäre nun, wenn Monaco einen Teil seiner Gemüse- und Obstimporte fortan selbst produzieren könnte?

Die Flachdächer Monacos bieten sich als Anbaufläche für mobile Gärten geradezu an.

Hier kommt nun Jessica Sbaraglia ins Spiel. Ginge es nach ihr, würde der Staat an der französischen Mittelmeerküste fortan selbst anbauen: unter dem Dach nachhaltiger Landwirtschaft und in feinster Bio-Qualität, die auch den hohen Ansprüchen von Restaurant- und Hotelbesuchern gerecht wird. Hoch oben der Sonne entgegen - der Raum für ihr Urban-Gardening-Projekt in Monaco ist dafür schon lange en masse vorhanden. Das Stadtbild ist geprägt von unzähligen Flachdächern und ungenutzten Flächen, die sich als Anbaufläche für mobile Gärten geradezu anbieten. Mit durchschnittlich 300 Tagen Sonnenschein im Jahr nicht gerade die schlechtesten Voraussetzungen, damit aus einer nachhaltigen Geschäftsidee schnell Früchte wachsen.

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Vier Tonnen Lebensmittel aus Monaco

Der Stein für Sbaraglias innovatives Gartenprojekt kam im Frühjahr 2016 ins Rollen. Zunächst gestartet mit einem ersten, 30 Quadratmeter großen Garten der Stiftung von Prinz Albert II. von Monaco, zeigte das grüne Pilotprojekt schnell Erfolge. In einem der mondänsten Reiseziele bewirtschaftet die Schweizerin mittlerweile rund 1.400 Quadratkilometer und hat mit ihrem neu gegründeten Unternehmen Terre de Monaco schon fast vier Tonnen Gemüse geerntet.

Jessica Sbaragli in einem Garten in Monaco
Bio-Botschafterin: Jessica Sbaragli vertreibt das Biogemüse unter dem Label "Terre de Monaco". Foto: Patrick Aventurier

Den Dünger liefern Meeresschildkröten.

Dabei punktet Urban Gardening gleich mehrfach: Die Aufwertung ungenutzter Freiflächen, die kurzen Lieferwege mit Lebensmitteln aus der Region und eine giftfreie Anbaumethode mit dem Naturdung von Meeresschildkröten – der übrigens dieselben Qualitäten wie Schafsdung hat - rücken die Anbaumöglichkeiten auf den Dächern Monacos immer mehr auch in den Fokus des privaten Gemüseanbaus. Wer beispielsweise selbst Eigentümer von kleinen Flächen ist, kann sich von dem Unternehmen entsprechende Holzcontainer aus PEFC-zertifiziertem Holz aufstellen und bewirtschaften lassen. Flächeninhaber, die mehr als hundert Quadratmeter besitzen, können ihre Ernte gleich direkt unter dem Bio-Label Terre de Monaco vermarkten lassen. Im Gegenzug erhalten die Eigentümer einen Mietzins in Geld oder in Form von Gemüse vom eigenen Dach.

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