Elektromobilität

Start-up-Szene: Wo sind die Hotspots für Elektromobilität?

von Carola Franzke

Eine Studie hat die weltweite Start-up-Szene untersucht – und herausgefunden, wo es besonders viele innovative Ideen für die Elektromobilität gibt.

Luftaufnahme des Silicon Valley.
Das Zentrum der Start-up-Welt: Das Silicon Valley in Kalifornien. Foto: Shutterstock / Uladzik Kryhin

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Start-up-Szene so wichtig für die Wirtschaft ist
  • In welchen Ländern es besonders viele Start-ups im Bereich der Elektromobilität gibt
  • Wo Gründer in Deutschland Unterstützung finden können

Start-ups sind für die Wirtschaft unheimlich wichtig: Aus einer gesunden Start-up-Szene kommen Innovationen und wichtige Impulse, die auch etablierte Unternehmen zu Veränderungen bewegen und gesellschaftlichen Wandel anstoßen können.

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Start-up-Szene rüttelt Unternehmen auf

Aus verrückten Ideen werden Firmen mit neuen Geschäfts- und Betreibermodellen, verändertem Technologieeinsatz oder der Digitalisierung von Strukturen und Produktionsprozessen. Da entsteht Veränderungs- und Sparpotential ebenso wie ganz neue Wertschöpfungsideen: Auch Microsoft, Google und Facebook waren einmal Start-ups.

Heute rüttelt Airbnb die Hotelbranche auf, Uber ist Taxiunternehmen ein Dorn im Auge, und Elon Musk bringt mit Tesla die gesamte Autobranche und die Elektromobilität auf Touren – auch er hat sein erstes Unternehmen Zip2 als Start-up gegründet.

Die Start-up-Studie des IIT

Eine Studie des in Berlin ansässigen Instituts für Innovation und Technik (IIT) untersuchte 2017, wie sich die Start-up-Szene weltweit unterscheidet. Das 2007 gegründete Institut gehört zum VDI/VDE-IT, dem Zusammenschluss der größten deutschen Fachverbände von Ingenieuren und IT-Experten.

Die 2017 vorgelegte Studie ist eine qualitative Untersuchung: Die Befragungen vor Ort wurden jeweils von Partnern durchgeführt und in Städten, wo entsprechende Kontakte des Instituts vorhanden sind. Dennoch sind die regionalen Unterschiede erkennbar und bieten interessante Perspektiven, wo und unter welchen Voraussetzungen auf der Welt spannende Neuerungen entstehen.

Während etwa die argentinische Start-up-Szene das Thema Mobilität mit all seinen Facetten laut Studie am wenigsten belegt, sieht das an anderen Orten anders aus:

  • Im chilenischen Santiago wurde 2014 das Start-up „SimpliRoute“ gegründet, eine erfolgreiche Plattform zur Optimierung von Transportrouten
  • In deutschen Städten sind Sharing-Anbieter für Elektroroller ein Trend - wie „Emmy“, „COUP“ oder „Eddy“
  • In Los Angeles setzen Start-ups mit „URB-E“, „Bird“ oder „Lime“ eher auf e-Scooter-Sharing

Mountain View auf der Überholspur

In Sachen Mobility ist zweifellos das kalifornische Mountain View „the place to be“ und das Zentrum der amerikanischen Gründerszene und möglicherweise sogar weltweit. Die Stadt im Herzen des Silicon Valley beherbergt fast alles, was in der Elektromobilitäts-Szene Rang und Namen hat.

Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen, und ein ganzes Wirtschaftssystem, um Start-ups groß werden zu lassen.

Tim Chae, koreanischer Partner von 500 Start-up

Wenig überraschend also, das laut der IIT-Studie die Gründerszene des Silicon Valley vor allem auf die Themen Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Mobilität konzentriert ist.

In Kalifornien liegt dann auch der Hauptsitz von „500 Start-up“, eine 2010 gegründete global operierende Initiative, die Start-ups fördert. Daraus sind bereits viele Unternehmen hervorgegangen wie etwa Whill (neuartige Elektrorollstühle), Volta Charging (kostenloses Laden von Elektroautos in vielen US-Städten), Smove (Carsharing-Plattform in Singapur) oder Zboard (sensorgesteuerte E-Skateboards).

Frankreich macht mobil

In Frankreich etwa ist die Gründerszene besonders aktiv in den Bereichen Mobilität und Digitalisierung, dicht gefolgt von Finanzen und Essen/Lebensmittel. Prominentes Beispiel für ein erfolgreiches französisches Start-up ist die Mitfahrzentrale Blablacar, die 2006 in Paris gegründet wurde und 2013 eine deutsche Niederlassung eröffnet hatte.

Der Gründer Frédéric Mazzella wollte das Teilen von Ressourcen ermöglichen – heute ist das Unternehmen in 22 Ländern präsent, unter anderen profitieren Menschen in Schwellenländern mit begrenztem öffentlichen Nahverkehrsnetz von den Aktivitäten des Unternehmens.

Als Gegenbeispiel muss derzeit der Pariser Carsharing-Anbieter Autolib gelten: Das 2011 gegründete Start-up mit Elektroauto-Sharing steht vor der Pleite.

Weiterhin machen französische Projekte in Sachen Robotik von sich reden, oder sie bauen statt Luftschlössern lieber Luftschiffe. Klar, das sind nicht alles unbedingt Start-ups, doch die aktive Szene inspiriert natürlich auch hier die großen Unternehmen.

Luftaufnahme von Paris. Im Hintergrund ist der Eiffelturm zu sehen.
In Paris wurde unter anderem die Mitfahrzentrale Blablacar gegründet. Foto: Unsplash/Pascal Weiland

Unternehmergeist sorgt für Innovationsimpulse

Start-ups werden in vielen Ländern weltweit gefördert, sowohl von der öffentlichen Hand wie auch von privaten Investoren: Die Innovationskraft von Start-ups interessiert natürlich auch etablierte, finanzstarke Unternehmen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten wollen.

Daher werden „Hubs“, „Labs“ und „Inkubatoren“ oft sogar durch sie finanziert. Auf der Suche nach der nächsten disruptiven Innovation gründen Konzerne selbst Venture-Capital-Abteilungen, um schnell reagieren und investieren zu können.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Gründer in Deutschland können an verschiedenen Stellen Unterstützung finden. Auch hier gibt es in vielen Städten Zentren für Gründer, es lassen sich Zuschüsse oder Kredite mit Sonderkonditionen beantragen und Kontakte zu Investoren anbahnen oder sogar passende EU-Fördergelder finden.

Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten bieten zum Beispiel die örtlichen Handelskammern und die Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi).

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