Elektromobilität

Start-up magniX verspricht: Jetzt hebt das Elektroflugzeug ab!

von
Paul Bandelin

Nach dem Elektroauto, dem Elektroroller und dem E-Bike kommt jetzt das Elektroflugzeug. Aber ist der Elektromotor wirklich sicher genug für die Luftfahrt?

Auf einem Prüfstand ist der vordere Teil einer Cessna fixiert.
Auf diesem stationären Prüfstand, einem sogenannten Iron Bird, testet magniX seinen Elektromotor. Foto: magniX Technologies Pty Ltd

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum ein Start-up aus den USA an einem Elektroflugzeug arbeitet
  • Welche Vorteile und Nachteile ein Elektromotor in einem Flugzeug hat
  • Wann die erste Cessna Caravan mit Elektroantrieb abheben soll

Wer in der Lagerhalle von magniX in Redmond, Washington, steht und das abgetrennte Cockpit samt Motor und Propeller sieht, der wundert sich, wenn sich dieser in Bewegung setzt. Erst langsam, dann immer schneller werdend, bis nach ein paar Sekunden nur noch der Kegel aus Chrom sichtbar ist.

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Doch etwas fehlt – der Lärm. Lediglich das Surren des Propellers ist zu hören. Die Luftfahrt wird elektrisch.

Auch wenn es Experten gibt, die Hybridantriebe für Flugzeuge für sinnvoller halten, hat das US-amerikanische Startup magniX diese Evolutionsstufe gleich komplett übersprungen und einen Elektromotor für Kleinflugzeuge entwickelt.

Unter dem Slogan „Kein Sprit. Keine Emission. Weniger Lärm“ werkelt magniX an einem elektrischen Ersatz für den Verbrennungsmotor. Elektromotoren sind zwar schwerer als ihre Pendants, dafür aber deutlich umweltfreundlicher.

Die größte Schwierigkeit bei der Elektromobilität am Himmel: Bei Flugzeugen spielt das Masse-Leistungs-Verhältnis eine wichtige Rolle. Ein paar Kilogramm mehr im Auto sich noch relativ leicht zu kompensieren; ein zu schweres Flugzeug hebt im ungünstigsten Fall nicht ab oder wird für sich selbst und seine Insassen zu einem Sicherheitsrisiko.

Elektromotor in Flugzeug eingebaut

magniX gab Ende September 2018 bekannt, einen 55 Kilogramm schweren und 350 PS starken Elektromotor in der firmeneigenen Testhalle in ein Kleinflugzeug der Marke Cessna integriert und bereits erfolgreich getestet zu haben. Dabei handelt es sich aber noch nicht um ein flugfähiges Modell, sondern um einen sogenannten Iron Bird – einen stationären Prüfstand.

Unser Team von Ingenieuren hat voller Hingabe auf diesen Meilenstein hingearbeitet. Heute machen wir den nächsten Schritt und heben die Luftfahrt auf eine neue Stufe.

Roei Ganzarski, CEO von magniX

Während der nach wie vor laufenden Testphase soll die auf 1000 Flugstunden ausgelegte Flugzelle auf ihre Ausdauer sowie auf ihr Verhalten bei Auf- und Abstieg untersucht werden. Die Problematik des sich in der dünnen Höhenluft erhitzenden Motors hat das Start-up mit einem ölbasierten Flüssigkeitskühlsystem gelöst.

Auf einem Podest steht ein Elektromotor von magniX vor einer weißen Wand
Er soll die Luftfahrt revolutionieren: Ein Elektromotor von magniX Foto: Murray Rix

Cessna Caravan könnte bald zu „Middle-Milern“ zählen

Bis 2024 plant magniX, die 1000-Meilen-Schallmauer mit einem Elektroflugzeug zu durchbrechen. Zwei Jahre zuvor sollen bereits 500 Meilen möglich sein. Ein durchschnittlicher Inlandsflug in den USA umfasst rund 800 Meilen – was die elektrische Luftfahrt schon in naher Zukunft zu einem integralen Bestandteil machen könnte.

Neben erheblichen Kosteneinsparungen auf operativer Ebene, könnte es in Zukunft zudem ein neue „Middle-Mile“-Dienstleistungen geben. Dazu zählen Paketlieferungen und Verbraucherreisen, die zwischen 100 und 1000 Meilen betragen.

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In den kommenden zwölf Monaten hat magniX noch viel vor. So liegt der jetzige Fokus auf der Entwicklung eines 750-PS-Elektromotors, der im Herbst 2019 in einer Cessna 208 Caravan seine Premiere feiern soll.

Auch Siemens arbeitet am Elektroflugzeug

Neben magniX arbeiten auch andere Unternehmen an Elektroflugzeugen. Siemens beispielsweise hat sowohl das Kunstflugzeug Extra 330 als auch ein Leichtflugzeug des Herstellers Magnus elektrifiziert. Das Projekt um die Magnus eFusion erlitt im Mai 2018 einen Rückschlag, als die Maschine in Ungarn abstürzte und dabei beide Insassen ums Leben kamen. Allerdings ergab ein Zwischenbericht der ungarischen Verkehrsbehörde, dass der Elektroantrieb offenbar nicht für den Absturz verantwortlich war.

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