Leben

Sport im Auto: Mit Pedalen wie im echten Fred-Feuerstein-Auto

von Carola Franzke

FitCar PPV heißt das Konzeptauto, das an Fred Feuersteins fahrbaren Untersatz erinnert: Die Auftragsarbeit von BPO hat Pedale, um Autofahrer fit zu halten.

Zwei Pedale und eine Kette vor gelbem Grund.
In die Pedale treten: Mit dem Fred-Feuerstein-Auto können das jetzt nicht mehr nur Radfahrer. Foto: Shutterstock / 3DMAVR

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sich auf dem Weg zur Arbeit auch im Auto Sport treiben lässt
  • Wie das Auto mit Pedalen funktioniert
  • Wie theoretisch jedes Automatik-Auto zum Fred-Feuerstein-Auto werden kann

Der saudi-arabische Erfinder Nasser Al Shawaf hatte die Unbeweglichkeit auf seinem langen Arbeitsweg satt. Von der Arbeit mit niederländischen Kollegen inspiriert, wollte er der Fahrradnation nacheifern und auf dem Weg ins Büro in die Pedale treten: Die Idee zu einer Art "Fred-Feuerstein-Auto" war geboren.

In einer Kooperation mit dem niederländischen Ingenieurbüro BPO schuf Nasser Al Shawaf eine pedalgesteuerte Geschwindigkeitsregelung für Autos mit Automatikgetriebe.

Sport im Auto: Mit dem Fred-Feuerstein-Auto

Als Ergebnis der Zusammenarbeit wurde das FitCar PPV geschaffen, ein umgebauter Audi A4, der in den Niederlanden eine Straßenzulassung erhielt. Der Fahrer steigt ein und tritt in die Pedale, damit das Auto beschleunigt. Dabei geht es allerdings nur um die Bewegung – Benzin lässt sich durch den Tritt in die Pedale keineswegs sparen.

Das Training verbrennt etwa 300 Kalorien in einer halben Stunde, so Al Shawaf. Das FitCar verfügt über verschiedene Geschwindigkeitsstufen, von normal über schnell bis zu stationär. In diesem Modus lässt sich auch dann weiter treten, wenn das Auto im Stau steht. So kommt auch in ein stressiges Pendler-Leben mehr Bewegung und Fitness.

Im Zuge der Entwicklung baute das niederländische Team bei BPO zunächst ein Holzmodell, um herauszufinden, wo sich die Pedale unterbringen lassen. Die ersten Experimente an einem echten Auto fanden dann mit einem Smart statt. Der ist zwar von außen sehr klein, bietet aber viel Platz im Innenraum. Schließlich schaffte der nächste Versuch dann die Straßenzulassung. Bislang blieb es aber bei diesem "proof of concept".

Pedale im Auto zum Nachrüsten

Die interessante Antriebssteuerung lässt sich nach Aussagen von BPO in Fahrzeugen mit Automatikgetriebe nachrüsten. Dazu müssen Techniker die Bremse auf Handbedienung umbauen. Das ist jedoch ein üblicher Umbau, mit dem Autos behindertengerecht werden. Der Pedalsatz für die Geschwindigkeitssteuerung soll dann zusätzlich etwa 1000 Euro kosten, so viel wie ein gutes Rudergerät.

Der Umbau mag aufwendig sein, dafür lässt sich mit der Konstruktion Zeit sparen – denn ums Sitzen im Auto kommt der Fahrer nicht umhin. Außerdem lässt sich so ein teurer Fitnessstudio-Beitrag sparen. Schließlich gilt Sitzen als das "neue Rauchen". Wenn dann auch noch ergonomisch perfekt angepasste Sitze dazukommen, dann will der Fahrer eines Fred-Feuerstein-Autos unter Umständen nicht mehr aus seinem Auto aussteigen.

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