Technik

Sparter: Eine autonome Maschine für die Spargelernte

von Carola Franzke

Die Spargelernte ist ein Knochenjob. Mit der autonomen Erntemaschine Sparter soll die Arbeit leichter und effizienter werden.

Grüne Spargelköpfe.
Ob grün oder weiß, besonders die Köpfe des Spargels sind äußerst empfindlich. Eine autonome Maschine aus Holland soll jetzt bei der mühseligen Ernte helfen. Foto: Pexels/mali maeder

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie eine autonome Maschine die Spargelernte übernimmt
  • Warum es immer weniger Helfer für die schwere Arbeit gibt
  • Wie fortschrittliche Landmaschinen nicht nur die Spargelernte erleichtern können

Eine autonome Maschine übernimmt die Spargelernte

Landwirte in Deutschland, Frankreich und den Beneluxländern stehen jedes Jahr aufs Neue vor dem Problem, genügend geeignete Erntehelfer für die Spargelsaison zu finden. Das weiße Ackergold ist nämlich empfindlich und die Ernte kräftezehrend. Der „Sparter“, eine Erfindung zweier Holländer, könnte die Arbeit zukünftig vollautomatisiert übernehmen.

Bei einer Familienfeier 2014 saßen der Brabanter Spargelbauer Marc Vermeer und sein Bruder Ad zusammen. Marc Vermeer erzählte, wie schwierig die Ernte geworden war und forderte seinen Bruder, das Technik-Genie der Familie, auf: „Erfinde doch eine Maschine dafür.“

Marc Vermeer starb kurz darauf unerwartet, aber sein Bruder setzte die Idee gemeinsam mit seiner Frau um. Ihr Unternehmen Cerescon testete den ersten Spargelernteroboter, den „Sparter“, in der Saison 2017 mit Erfolg. Der „Sparter“ ist eine autonome Maschine, die selektiv erkennt, was erntereif ist und was nicht.

Bei der Entwicklung unterstützte eine Gruppe Spargelbauern das Unternehmen, um eine Ernte ohne Beschädigung der Stangen zu entwickeln. Die Lösung sind Fühler, die durch Strom und Widerstandsmessung die wasserhaltigen Spargelstangen ertasten.

Die autonome Maschine arbeitet in verschiedenen Erdtiefen und kann in einem Durchgang Spargelstangen auf unterschiedlichen Höhen erfühlen und stechen. Menschliche Erntehelfer würden drei Tage brauchen, um die nachgewachsenen Stangen zu ernten.

Immer weniger Helfer für die schwere Arbeit

Traditionell sind es fast ausschließlich Wanderarbeiter aus Osteuropa, die zur Spargelernte auf die Felder kommen. Doch es werden immer weniger, die sich für die anstrengende, mäßig bezahlte Arbeit auf den Weg machen und für die Saison ihre Familien zurücklassen.

Spargelfelder sind schwierig zu bearbeiten. Die ständig gebückte Haltung ist auf Dauer schmerzhaft, und der Spargel wächst in unterschiedlichen Längen Richtung Oberfläche. Zu früh gestochen, sind die Stangen zu kurz und der Erlös ist geringen. Zu spät gestochen, färben sich die Köpfe dunkel – auch das schlägt auf den Preis.

Fortschrittliche Landmaschinen erleichtern nicht nur die Spargelernte

Der „Sparter“ ist nur ein Beispiel, wie neue Landmaschinen den Beruf des Bauers erleichtern können. Schon lange gibt es autonome Maschinen, die ganz allein die Pflanzen düngen, oder Drohnen, die selbstgesteuert Pestizide und Dünger versprühen.

Der BoniRob von Deepfield Robotics etwa erkennt und bekämpft Unkraut ganz autonom. Hierzu stampft er die unerwünschten Pflänzchen in den Boden. Eine Forschungsgruppe vom Instituts für Informatik der Uni Freiburg hat der Maschine die Autonomie beigebracht.

Zusätzlich haben Landwirte die Option, mehrere der Unkraut-Roboter miteinander oder mit autonomen Drohnen für einen geordneten „Angriff“ auf großen Feldern zu verlinken.

Die selektive Spargelerntemaschine könnte zudem den Weg für weitere selektiv arbeitende Landmaschinen bereiten: Ein Mensch erkennt, welche Tomaten, Erdbeeren oder Himbeeren noch zu grün und welche bereits erntereif sind. Bisher schaffen die Landmaschinen das nicht – mit dem Sparter könnte sich das ändern.

Auch die Weinlese, oftmals an schwer zugänglichen Hängen, würde von selektiv arbeitenden Maschinen profitieren. Zwar gibt es bereits Traubenvollernter, die autonom funktionieren, aber hinterher müssen Helfer die Trauben trotzdem sortieren.

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Fortschrittliche Landmaschinen könnten das Landleben wieder attraktiver machen: Mit weniger Pestiziden und sehr viel weniger Personal bei effizienterer Bodennutzung bliebe den Landwirten mehr Gewinn. Eine andere Zukunftsvision sieht Landwirtschaft innerhalb des städtischen Raums: das Vertical Farming.

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