Leben

SpaceX verpasst mit dem Netzschiff ein Raketenteil

von
Marten Zabel

Im Video zeigt SpaceX, wie das Boot Mr. Steven versucht, ein Raketenteil auf dem Meer zu fangen. Noch klappt diese Technik nicht so ganz.

Die Falcon 9 in der Vandenberg Air Force Base
Um die Kosten zu senken, sollen Teile der Rakete Falcon 9 wiederverwendet werden. Doch das gestaltet sich schwerer als gedacht. Foto: Space X

Das erfahren Sie gleich:

  • Was auf dem kürzlich von SpaceX veröffentlichten Video zu sehen ist
  • Warum die Nutzlastverkleidung der Falcon 9 bisher nicht wiederverwertbar ist
  • Warum dieser Schritt für die Senkung der Kosten so wichtig ist

SpaceX hat erstmals Videomaterial veröffentlicht, das das Schiff Mr. Steven beim Versuch zeigt, ein Stück der Nutzlastverkleidung einer Falcon 9 einzufangen. Bislang hat das Unternehmen es nicht geschafft, diesen Teil des Projekts hinzubekommen und somit ein vollständig wiederverwertbares Raumfahrzeug zu konstruieren.

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Das Schiff, von SpaceX mit einem großen Netz ausgestattet, soll ein Rendezvous-Manöver mit der per Gleitschirm zur Erde zurückkehrenden Hälfte der Nutzlastverkleidung fahren und diese dann auffangen. In der Theorie ist das durchaus möglich, in der Praxis hat es sich allerdings bislang als schwierig erwiesen.

Ein weiteres wiederverwendbares Teil der Falcon 9

Wie das von SpaceX geteilte Video zeigt, schafft es das wertvolle Raketenteil zwar auf das Netz – dann fängt sich allerdings der Fahrtwind im Gleitschirm und zieht es wieder herunter. Die Nutzlastverkleidung landet im Meer und ist damit für SpaceX verloren.

Die Rettung der Nutzlastverkleidung würde SpaceX eine Menge an Kosten ersparen: Laut Gründer Elon Musk hat das Bauteil einen Wert von sechs Millionen Dollar. Sein Vergleich: Würde eine Palette mit dem selben Wert in Bargeld an einem Fallschirm auf den Ozean zuschweben, würde man schließlich auch versuchen, sie zu fangen. Die bisherigen Versuche mögen zwar noch scheitern, das Unternehmen will es aber langfristig hinbekommen und so entweder die Startkosten verringern oder die Gewinnspanne erhöhen – vermutlich aber beides.

Die Nutzlastverkleidung sitzt bei allen Transporten, die bei einer Falcon 9 nicht mit einer Dragon-Kapsel durchgeführt werden, ganz oben auf der Rakete. Sie schützt Satelliten und andere Nutzlast vor dem Luftwiderstand beim Start und wird im erdnahen All nach der Trennung von der Boosterstufe abgesprengt, sobald die Rakete die gefährlicheren Schichten der Atmosphäre verlassen hat. Die beiden Hälften der Schutzhülle verfügen über eigene Steuerdüsen und über einen steuerbaren Gleitschirm, damit ihr Fall zurück zur Erde kontrolliert werden kann.

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Kosteneinsparung bei der kommerziellen Raumfahrt

Wenn es um Kosteneffizienz geht, ist SpaceX derzeit an der Spitze des kommerziellen Raumfahrtmarktes. Schaffen es die Ingenieure, den Fangvorgang zu perfektionieren, ließen sich die Kosten drücken und ein weiteres Segment der Rakete wäre wiederverwendbar.

Dazu müsste das Unternehmen dann allerdings auch ein zweites Boot mit Netz ausstatten und zu einem zweiten Rendezvous-Punkt schicken. Auch diese Logistik kostet Geld – allerdings nach Einschätzung Musks offenbar weniger, als neue Bauteile.

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