Leben

SpaceX Starship: Raumschiff vom Wind umgeworfen

von
Marten Zabel

Eine Windböe hat das Starship von SpaceX umgeworfen. Erste Probeflüge mit dem Prototyp müssen jetzt verschoben werden.

Hitzeschild des Raumschiffs Starship von SpaceX
Das Starship von SpaceX soll über einen neuartigen Hitzeschild verfügen. Doch bevor es zu Tests kommen kann, muss das Unternehmen zunächst seine Rakete wieder fit machen. Foto: picture alliance/AP Photo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie es zum Unfall bei SpaceX kam
  • Warum der jetzt zu Verzögerungen für das Unternehmen führt
  • Welchen neuartigen Hitzeschild das SpaceX Spaceship bekommt

Das Starship von SpaceX stand als Prototyp im texanischen Boca Chica offenbar etwas zu frei: Eine Windböe hat das Test-Raumfahrzeug umgeworfen und entsprechenden Schaden angerichtet. Die ersten kurzen Testflüge müssen nun um mehrere Wochen verschoben werden. Spannend wird es spätestens, wenn der neuartige Hitzeschild getestet wird.

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Das Starship, vormals als BFR (kurz für Big Falcon Rocket oder Big Fucking Rocket, je nach Laune von SpaceX-Chef Elon Musk), soll dereinst als Spitze der Rakete Super Heavy mit einer großen Zahl an Passagieren ins All fliegen können. Mit dieser Technologie soll irgendwann ein regelmäßiger Verkehr zum Mars möglich werden – bei vollständiger Wiederverwendung aller einzelnen Komponenten.

SpaceX: Ein Starship aus Edelstahl

Bis zur Enthüllung des ersten Prototypen hatte Musk ein Starship aus Kohlefasern angekündigt, doch inzwischen hat bei SpaceX offenbar ein Umdenken stattgefunden: Das Raumschiff soll aus einer Edelstahl-Legierung bestehen. Diese, so Musk, wird auch bei höheren Temperaturen ihre Stabilität behalten. Das Starship befindet sich in einer Entwicklungsphase, bei der eigentlich in einigen Wochen erste Testflüge angesetzt waren. Zwar wird das finale Raumschiff etwas länger als der Prototyp und soll statt drei mit sieben Triebwerken ausgestattet sein – Tests für Start und Landung lassen sich damit allerdings durchführen.

Eine Windböe hat die Entwicklung des Großraumschiffs von SpaceX nun zurückgeworfen: Mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde hat sie den Prototyp abgeknickt und umgeworfen, wodurch die Hülle der Oberseite beschädigt wurde. Wie Musk auf Twitter allerdings betonte, sind die Tanks des Raumfahrzeugs nicht zu Schaden gekommen. Dennoch werden durch die Beschädigung der Außenhülle längere Reparaturarbeiten erwartet.

Tests, wie sie für das Starship anstehen, hat SpaceX seinerzeit auch mit dem Testfahrzeug Hopper angestellt, aus dem später die Technologie für Start und Landung der Falcon 9 entstanden ist. Der Prototyp soll dabei starten, auf eine Höhe von 500 bis 5000 Meter fliegen und danach wieder landen. Innerhalb von wenigen Jahren will SpaceX daraus dann ein voll funktionsfähiges Raumschiff machen: Schon 2023 soll eine Gruppe Weltraumtouristen erstmals mit dem Starship um den Mond reisen und dann zur Erde zurückkehren.

SpaceX Starship: Neuartiger Hitzeschild

Für eine vollständige Wiederverwendbarkeit des Starships muss auch der Hitzeschild zuverlässig mehrfach nutzbar sein. Konventionelle Raumfahrzeuge nutzen einen ablativen Schild, der bei der Landung Masse verliert und verbraucht wird. Es gibt durchaus Materialien, die einem mehrfachen Wiedereintritt in die Atmosphäre standhalten können, wie bereits in der Vergangenheit getestet: Die Kacheln des Space Shuttles mussten allerdings nach jedem Flug genau überprüft werden und stellten immer eine Gefahr für die Crew dar.

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Elon Musk hat inzwischen angekündigt, das Starship werde seine Hülle aus Edelstahl in Kombination mit Poren und Wasser als Hitzeschild verwenden: Die Schale des Raumschiffs besteht in diesem Fall aus zwei Schichten, zwischen denen sich entweder Wasser oder sogar Treibstoff befindet. Die Außenhülle soll mikroskopische Bohrungen aufweisen, aus denen Wasser nach draußen schwitzen kann, um dort zu verdampfen und für Kühlung zu sorgen.

Die doppelwandige Konstruktion soll auch für mehr strukturelle Integrität des gesamten Vehikels sorgen – laut Musk ein Novum in der Raumfahrt. Dieser Teil der Technik dürfte allerdings nicht mit dem jetzt beschädigten Prototyp ausgetestet werden, sondern mit einem Raumschiff in voller Größe – schließlich muss es für einen Test des Hitzeschilds tatsächlich in den Weltraum und wieder zurück reisen.

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