Technik

SpaceX Dragon: Sonde soll Weltraummüll im Erdorbit beseitigen

von
Marten Zabel

Weltraummüll wird zum Problem: Nun bringt die SpaceX Dragon einen Satelliten zur ISS, der den Schrott im Erdorbit beseitigen soll – mit Netz und Harpune.

Das SpaceX-Dragon-Versorgungsschiff außerhalb der ISS; im Hintergrund ist die Erde zu sehen.
Erneut auf dem Weg zur Internationalen Raumstation: Die SpaceX Dragon hat auf ihrem jüngsten Flug eine ganz besondere Ladung an Bord: Eine Sonde, die Weltraummüll im Erdorbit beseitigen soll. Foto: Nasa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die SpaceX Dragon eine Müllbeseitigungs-Sonde ins All bringt
  • Welche Möglichkeiten der Müllentsorgung RemoveDEBRI bietet
  • Wie Weltraummüll den Erdorbit gefährdet

Warum die SpaceX Dragon eine Müllbeseitigungs-Sonde ins All bringt

Anfang April hatte die SpaceX Dragon die Sonde RemoveDEBRIS an Bord, die den Weltraummüll im Erdorbit beseitigen soll. Von der Internationalen Raumstation ISS aus soll die neue Technik bald in den Praxistest starten.

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Mehr als eine halbe Million Objekte im erdnahen All gelten als Weltraummüll: Trümmer alter Satelliten, ausgebrannte Raketenstufen und Abfälle von der ISS kreisen um die Erde und machen Raumfahrt immer gefährlicher.

Selbst Kollisionen mit kleinen Objekten können Raumschiffen, Satelliten und Raumstationen schwere Schäden zufügen. Daher arbeiten verschiedene Gruppierungen schon länger an Lösungen.

Welche Möglichkeiten der Müllentsorgung RemoveDEBRI bietet

Das Space Centre der Universität Surrey hat RemoveDEBRIS mit Finanzierungsgeldern der Europäischen Kommission entwickelt. In der Testphase wirft sie Sonde Mikrosatelliten als Übungsziele für die Zielkamera und für den Netzauswurf ab, die Weltraummüll darstellen sollen. Zusätzlich fährt RemoveDEBRIS eine Zielscheibe aus, die die Sonde zu Testzwecken mit einer Harpune beschießt.

Beide Methoden sind Test-Szenarien für die Beseitigung von echtem Weltraummüll: So kann das Netz einen trudelnden Satelliten fangen, die Harpune sammelt großflächigen Schrott. Ein Fehlschlag könnte hier problematisch sein, denn brechen Teile aus dem Ziel heraus, steigt die Menge an Teilchen im Erdorbit weiter an.

Einmal eingefangen, muss der Weltraummüll noch aus der Erdumlaufbahn verschwinden. Hierfür hat RemoveDEBRIS ein Segel an Bord. Entfaltet kann es den Widerstand der Restatmosphäre im niedrigen Erdorbit nutzen, um seine Geschwindigkeit zu verlangsamen. Dadurch kann der Satellit samt gefangener Ladung absinken und verglühen.

Wie Weltraummüll den Erdorbit gefährdet

Das Experiment mit der rund 100 Kilogramm schweren Test-Müllabfuhr für den Weltraum könnte noch sehr wichtig werden: Mehr als 600.000 Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter befinden sich momentan im Erdorbit.

Das Kessler-Syndrom beschreibt den Moment, an dem so viel Schrott im Orbit unterwegs ist, dass dieser seine Zahl unkontrolliert vergrößert.

Diese können Geschwindigkeiten von teils mehr als sieben Kilometern pro Sekunde erreichen und werden so zu energiereichen Geschossen im All. Viele Satelliten haben daher bereits die Fähigkeit, größeren Stücken auszuweichen und die bemannten Module der ISS sind gepanzert.

Trotz Bestrebungen, den Weltraummüll zu verringern, ist dessen Menge immer weiter gestiegen. Obwohl der NASA-Forscher Donald Kessler bereits 1978 ein erschreckendes Szenario errechnete.

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Das nach dem Forscher benannte Kessler-Syndrom wäre der Moment, an dem so viel Schrott im Orbit unterwegs ist, dass dieser seine Zahl mit immer neuen Kollisionen unkontrolliert vergrößert.

Ist dieser Punkt einmal erreicht, so Kessler, könnten wichtige Umlaufbahnen für Generationen gesperrt sein. Ganz wie bei Plastikteilen im Ozean ist es also sinnvoll, den Schrott einzusammeln, bevor er in zu kleine Stückchen zerbricht.

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