Technik

Autonomes Solarboot SB Met überquert den Atlantik

von Paul Bandelin

Das Solarboot SB Met segelte autonom von Neufundland nach Irland. Nicht nur autonome Schiffe können davon profitieren – sondern auch die Meeresforschung.

Das Solarboot SB Echo im Atlantik.
Der Vorgänger der SB Met, die SM Echo, durfte bereits zuvor einige Testrunden im Atlantik drehen. Foto: Offshore Sensing AS

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein norwegisches Solarboot autonom den Atlantik überquert
  • Wie die autonomen Drohnen (Sailbuoys) die Meeresforschung bedeutend unterstützen könnten
  • Weshalb auch die Technik für autonome Schiffe von der Forschung profitiert

Autonom über den Atlantik? Was vor Jahren noch undenkbar schien, ist jetzt im Rahmen der Microtransat Challenge erstmals gelungen. Innerhalb von 80 Tagen glückte dem norwegischen Solarboot SB Met die erste Atlantiküberquerung eines unbemannten Segelbootes.

Die Idee für die Technik kam dem Waliser Mark Neal von der Uni Aberystwyth und der Französin Yves Briere vom Institut Supérieur de l‘Aéronautique et de l‘Espace, einer französischen Ingenieurschule, bereits 2005. Fünf Jahre später starteten sie ihren ersten Versuch der Atlantiküberquerung – weitere acht Jahre später gelang ihnen endlich die große Herausforderung.

Solarboot SB Met überquert den Atlantik

Bei dem Wettbewerb, den die beiden Ingenieure jetzt gewannen, geht es darum, ein maximal vier Meter langes autonomes Boot zu erschaffen, das ohne menschliche Einwirkung den Atlantik überquert. In verschiedene Klassen eingeteilt, versuchen die Boote schnellstmöglich von Neufundland aus die Westküste Großbritanniens zu erreichen.

Wir haben jetzt gezeigt, dass das grundsätzlich möglich ist. Der Nordatlantik ist eine der härtesten Regionen, die man durchqueren kann.

David Peddie, Mitarbeiter bei Offshore Sensing

Die Meeresforschung könnte davon profitieren

Das norwegische Unternehmen Offshore Sensing AS schickte Anfang Juni 2018 an der neufundländischen Küste ein autonomes Segelboot los. Nach zweieinhalb Monaten erreichte es das rund 3000 Kilometer Luftlinie entfernte Irland.

Auf seinem Weg legte das knapp zwei Meter lange und 60 Kilogramm schwere Roboterboot allerdings stolze 5100 Kilometer zurück. Denn die autonome Steuerung ist auf eine optimale Route angewiesen – und das muss nicht unbedingt die kürzeste sein.

Die Strecke der Solardrohne im Atlantik.
Von Neufundland nach Irland: Das autonome Solarboot hat die Aufgabe gemeistert. Foto: Offshore Sensing AS

Die Bauart des Roboterboots nennt sich Sailbuoy und ist ein unbemanntes Langstreckengefährt für das Meer. Es navigiert sich autonom über den Ozean, überträgt in regelmäßigen Abständen Daten und lässt sich für eine Vielzahl von Anwendungen auf dem Wasser nutzen – etwa der Messung von Meeres- und Atmosphärenparametern oder der Verfolgung von Ölverschmutzungen. Die Daten sendet die Drohne in Echtzeit auf die Endgeräte der Forscher.

Diese Boote können Aufgaben erledigen, die man mit einem herkömmlichen Schiff nicht hinbekommt.

David Peddie, Mitarbeiter bei Offshore Sensing

Offshore Sensing hat bislang 14 seiner Sailbuoys gebaut. Das Deck hat dabei jeweils die Form eines Surfbretts – wie die Saildrone. Außerdem ist die Drohne mit Solarpaneelen bedeckt, die die Stromversorgung gewährleisten. Das in der Nähe des Bugs platzierte Segel hat die Form eines Trapezes.

Ein Schiff der Meeresforschung zieht die Sailbuoy aus dem Meer.
Ein Schiff der Meeresforschung zieht die Sailbuoy aus dem Meer. Foto: Offshore Sensing AS

Autonome Schiffe im Microtransat-Wettbewerb

Das langfristige Ziel des Wettbewerbs ist es, die Entwicklung autonomer Schiffe voranzutreiben. Dazu zählen Fähren, Frachter und Containerschiffe, die autonom betrieben große Einsparungen für Reedereien mit sich brächten. Zudem eignen sich selbstfahrende Schiffe optimal, um abgelegene und gefährliche Gewässer sicher zu erkunden.

Das Solarboot SB Echo im Atlantik.
Der Vorgänger der SB Met, die SM Echo, durfte bereits zuvor einige Testrunden im Atlantik drehen. Foto: Offshore Sensing AS

Seit dem Start der Challenge gab es bislang mehr als 20 Versuche, von denen bis auf SB Met alle scheiterten. Stürme, heftiger Wind und hohe Wellen waren die Hauptprobleme der teilnehmenden Sailbuoys. Manche der Segelboote verschwanden sogar gänzlich in den Fluten. In den ohnehin schon sehr verschmutzen Meeren nicht unbedingt ein guter Start für die Drohnen.

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