Technik

So reagiert die Polizei weltweit auf immer mehr Drohnen

von Marten Zabel

In Deutschland und weltweit unterliegen Drohnen strengen Gesetzen. Diese muss die Polizei allerdings auch durchsetzen können. Manche Länder haben da kreative Lösungen gefunden.

Drohne mit Kamera im Flug
Da ist was im Anflug: Weltweit rüstet die Polizei auf, um Gefahren von Drohnen abzuwehren. Foto: Pixabay/fill

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Regeln es für Drohnen in Deutschland gibt
  • Warum Drohnen für die Polizei ein echtes Problem sind
  • Wie die Polizei in Tokio Drohnen abfängt
  • Wie private Unternehmen Drohnen abwehren

Welche Regeln es für Drohnen in Deutschland gibt

Will jemand in Deutschland eine Drohne fliegen lassen, kommt er schnell in Kontakt mit dem Gesetz: Nach aktuellem Recht sind die zuvor gültigen Gesetze für Modellflieger deutlich verschärft worden und reglementieren alle schwereren unbemannten Fluggeräte.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Doch um diese Gesetze durchzusetzen, benötigt auch die Polizei Drohnen und die Technik, diese abzuwehren. Weltweit gibt es dabei verschiedene Lösungsansätze – und teilweise fallen diese richtig kreativ aus!

Verwendet der Pilot eine VR-Brille, muss zusätzlich ein Beobachter anwesend sein, der die Gesamtsituation im Blick behält.

Aber erst mal zu den Gesetzen für Drohnen: Wer in Deutschland eine Drohne höher als 100 Meter oder gar über bewohntem Gebiet fliegen lassen will, benötigt eine Einzelaufstiegsgenehmigung. Diese geben die Länder in einem bürokratischen Prozess aus, der sich lange hinziehen kann.

Vor allem Flüge über Menschenansammlungen oder nahe Wohnhäusern, gerne mit Kameradrohnen für Luftaufnahmen durchgeführt, sind rechtlich gesehen äußerst problematisch – sowohl aufgrund der potentiellen Gefahr bei einem Absturz als auch aufgrund der möglichen Eingriffe in die Bild- und Privatrechte Anwesender.

Selbst ein nicht-genehmigungspflichtiger Flug mit Kameradrohne ist kompliziert: Das Fluggerät muss in Sichtweite bleiben. Verwendet der Pilot eine VR-Brille, muss zusätzlich ein Beobachter anwesend sein, der die Gesamtsituation im Blick behält.

Auch im Rest der Welt fangen Staaten an, Drohnenflüge zu regulieren. In den USA wurde zuletzt ein zentrales Drohnenregister eingeführt. Die Vereinten Nationen denken sogar über eine weltweite Registratur nach dem Vorbild von Flugzeugen nach. Auch die Bedienung von Drohnen unter Alkoholeinfluss ist in einigen Gebieten bereits verboten.

Warum Drohnen für die Polizei ein echtes Problem sind

Gesetze sind generell nur bedingt effektiv, wenn sie sich nicht durchsetzen lassen. Fliegt eine Drohne zum Beispiel über eine Menschenmenge, ist es teils unmöglich zu sagen, wo sich der dazugehörige Pilot aufhält.

Die Gefahr ist dabei äußerst real: 2015 stürzte eine Drohne in den Garten des Weißen Hauses, und 2013 fiel ein ferngesteuertes Fluggerät vor die Füße von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Entsprechend muss die Polizei beim Fluggerät ansetzen, wenn dessen Pilot eine oder mehrere Regeln bricht oder die Drohne gar eine Gefahr darstellt.

Behörden und Privatunternehmen weltweit arbeiten aktuell an unterschiedlichsten Möglichkeiten, um Drohnen abzuwehren.

Wie die Polizei in Tokio Drohnen abfängt

Bereits Ende 2015 hat die Stadt Tokio die Gründung einer Spezialeinheit der Polizei zur Jagd auf Drohnen angekündigt. Innerhalb der Präfekturgrenzen der Stadt sind Drohnen mit mehr als 200 Gramm Fluggewicht komplett verboten. Setzt jemand dennoch eine ein, kommen die Drohnen der Polizei zum Einsatz: Diese Fluggeräte sind mehrere Meter groß und tragen Netze, um illegale Drohnen aus der Luft zu fangen, ohne dass diese abstürzen und eine Gefahr darstellen.

In Holland nutzt die Polizei die Instinkte von Greifvögeln.

In Holland hat die Polizei angefangen, Greifvögel zur Drohnenabwehr auszubilden. Ganz wie bei Polizeihunden am Boden nutzt die Polizei hier die Instinkte der Tiere in Kombination mit einer Ausbildung, um Drohnen zu fangen.

Dafür werden die Vögel mit einem Stahlhaken an den Krallen ausgestattet, damit sie sich nicht an den Rotoren verletzen. Erste Tests waren äußerst vielversprechend. Die Polizei Rotterdam hat ohnehin gute Erfahrungen mit tierischen Kollegen gemacht: Seit 2013 nutzt sie auch Ratten zum Aufspüren von Schmauchspuren und Drogen.

Wie private Unternehmen Drohnen abwehren

Auch private Unternehmen arbeiten aktiv an Waffen zur Drohnenabwehr. Von gerichteten Störsignalen bis hin zu Laserwaffen ist die Bandbreite groß. Diese Lösungen sind allerdings eher für militärische Einsatzbereiche gedacht – die Nutzung über bewohntem Gebiet würde durch herabfallende Drohnen oder Trümmerteile Menschen gefährden.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Technik immer informiert.

Da inzwischen allerdings sogar Terrororganisationen wie der IS Drohnen erfolgreich zu Waffen machen, gibt es auch in diesem Sektor einen klaren Bedarf.

Fazit: Die Polizei des 21. Jahrhunderts muss Gesetze nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft durchsetzen können. Vermutlich steht die Welt diesbezüglich gerade erst am Anfang vieler neuer Entwicklungen. Deren Früchte könnten in den kommenden Jahren den Himmel über unseren Städten prägen.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen