Elektromobilität

So laden Sie Ihr Elektroauto mit sauberem Solarstrom

von
Michael Penquitt

2019 kommt das erste serienreife Solarauto auf die deutschen Straßen. Gemeinsam mit einer Photovoltaikanlage wird das Elektroauto erst richtig grün.

Eine Reihe von Photovoltaik-Panels.
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach macht das Elektroauto erst so richtig grün. Foto: Getty Images/Westend61

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso der neue Sono Sion nur ein bisschen solar ist
  • Was Sie tun müssen, um komplett auf Solarstrom zu setzen
  • Wieso sich die Investition lohnt

So faszinierend technologischer Fortschritt für sich genommen auch ist, dienen Elektroautos im Vergleich zu klassischen Benzin- und Diesel-Fahrzeugen einem simplen Zweck: Sie sollen umweltfreundlicher sein. Die Luft, die wir atmen, soll sauberer werden und vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir auch unsere Treibhausgasemissionen reduzieren.

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audi.de/DAT-Hinweis

Elektroautos sind nur ein Schritt auf dem Weg zu mehr Umweltschutz. Entscheidend ist, wie der Strom erzeugt wird. Denn wenn dieser lediglich fossilen Brennstoffen entstammt, ist niemandem geholfen. Erneuerbare Energien sind die Lösung. Bereits jetzt liegt der Anteil regenerativer Energien am deutschen Strommix bei rund 40 Prozent. Ein Großteil davon entfällt auf Wind- und Solarenergie.

Das klingt schon gar nicht mal so schlecht, aber wie stelle ich sicher, dass ich mein Elektroauto nur mit Ökostrom lade, um möglichst klimafreundlich unterwegs zu sein? Eine eigene Photovoltaikanlage oder ein sogenanntes Solarauto können dabei helfen.

Welche Solarautos sind in Deutschland zu haben?

Ein Solarfahrzeug ist ein Fahrzeug, das zumindest einen Teil seines zum Betrieb benötigten Stroms aus bordeigenen Solarzellen gewinnt. In der Vergangenheit haben bereits zahlreiche Tüftler an der Entwicklung dieser ganz besonderen E-Autos gearbeitet. Letztlich meistens ohne viel Erfolg: Kaum einer dieser Prototypen hat die Serienreife erreicht.

Einem Team der Hochschule Bochum gelang dafür eine außerordentliche Leistung: Der eigens erbaute SolarWorld GT, der ausschließlich mit Strom aus eigenen Solarmodulen fährt, bewältigte zwischen Oktober 2011 bis Dezember 2012 eine Weltumrundung und sicherte sich damit einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde.

Serienreifes Solarauto aus Deutschland?

Das erste serienreife Solarauto lässt derweil nicht mehr lange auf sich warten. Das Münchener Start-up Sono Motors tritt den Beweis an, dass die Technologie auch etwas für den Massenmarkt ist. Das erst Anfang 2016 von Laurin Hahn, Navina Pernsteiner und Jona Christians gegründete Unternehmen hat seinen Sion unter anderem über eine Crowdfunding- und zwei Crowdinvesting-Kampagnen finanziert und will ihn noch 2019 auf den Markt bringen. Der Kompaktwagen ist auf dem Dach, an der Front und den Seiten mit Solarzellen ausgestattet. Zusammen mit den Batterien ermöglichen sie 255 Kilometer Reichweite nach dem neuen, realistischen WLTP-Testverfahren. Der Sono Sion ist mit einem Grundpreis von 16.000 Euro ein vergleichsweise günstiges Elektroauto. Die Batterie lässt sich entweder einmalig für voraussichtlich 9500 Euro erwerben oder mieten. Die Serienproduktion des Sion beginnt im vierten Quartal 2019.

Der Sion von Sono Motors.
Auch ein Solarauto wie der Sion wird mit Solarstrom vom Dach noch umweltfreundlicher. Foto: Sono Motors GmbH

Solarauto nur mit Ökostrom laden? So geht's!

Wer bis hierhin aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass man sich im Solarauto Sion nur auf kurzen Strecken komplett auf den solaren Antrieb verlassen kann. Den Großteil der 35 Kilowattstunden, die in die Lithium-Ionen-Batterie des Elektroautos passen, liefert dann beispielsweise eine öffentliche Ladesäule. Doch auch wenn der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix stetig steigt, stammt ein nicht unerheblicher Anteil dieses Stroms aus fossilen Energiequellen. Es geht auch noch klimafreundlicher.

Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach bietet viele Vorteile. Angefangen beim Klimaschutz durch grünen Strom über auf lange Sicht niedrigere Kosten bis hin zu einer potenziell autarken Energieversorgung des Haushalts und einem Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes. Durch die wachsende Bedeutung der Elektromobilität steigt auch die Nachfrage nach PV-Anlagen und nach selbst erzeugtem Solarstrom. Eine Verknüpfung dieser beiden Technologien ist gerade aktuell sehr sinnvoll.

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Eigentlich wird der überschüssige Solarstrom in das öffentliche Netz gespeist, wofür Besitzer der Anlage eine Vergütung in geringer Höhe erhalten. Wenn Sie sich stattdessen einen Stromspeicher installieren, können Sie den überschüssigen Strom etwa auch dazu nutzen, das E-Auto nachts zu laden.

Die Kosten für eine solche private Ladestation belaufen sich bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus auf 12.000 bis 15.000 Euro. Die haben Sie aber in der Regel in 10 bis 15 Jahren wieder raus.

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