Elektromobilität

So könnten Autos künftig Karosserieschäden selbst reparieren

von Paul Bandelin

Automobilbesitzer können sich freuen: Ihre Karosserien könnten sich nach Blechschäden bald ohne ihr Zutun reparieren – daran arbeiten Forscher in den USA.

Ein Blechschaden in der Karosserie
Blechschäden repariert das Auto der Zukunft selbst. Foto: Shutterstock/travin_photo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sich eine Karosserie selbst reparieren könnte
  • Warum der Schaltkreis dafür eine ständige Stromzufuhr benötigt
  • Wie die "Selbstheilung" in der Industrie zum Einsatz kommen könnte

Eine Karosserie, die sich selbst repariert?

Eine Jacke, die sich selbst flickt? Eine Karosserie, die sich selbst repariert? Eine Wand, die sich selbst wieder herrichtet?

Klingt alles ziemlich futuristisch, ist es aber nicht. Ingenieure der Carnegie Mellon University in Pittsburgh konnten gemeinsam mit der Iowa State University ein neuartiges Material entwickeln, das genau das – zumindest im Ansatz – kann.

Der Schaltkreis heilt sich durch Stromzufuhr

Die Akademiker kreierten ein weiches, bewegliches und zudem elektronisches Material, das automatisch seine Schaltkreise repariert, sollte es beschädigt werden – besonders für die Elektromobilität und die Batterie-Industrie ist das eine spannende Entwicklung.

Die neue „Haut“ besteht dabei aus Tröpfchen, die aus flüssigem Metall gemacht und in einem gummiähnlichen Material eingearbeitet sind. Was die neuartige Materie auszeichnet, ist, dass sie sich falten, biegen und sogar dehnen lässt.

Ein Anwendungsgebiet der neuen Technologie wäre beispielsweise die Automobilindustrie. Kleinere Blechschäden könnten sich in Zukunft selbst reparieren und die Autofahrer könnten darauf verzichten, mit kleinen Fällen die Versicherung in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten, unter anderem in der Textilindustrie, beispielsweise bei smarter Kleidung.

"Selbstheilung" oder selbst reparieren?

In diesem Kontext den Terminus "selbstreparierend" zu verwenden wäre aber doch eine Fehlformulierung und ginge zu weit. Zumal sich das dehnbare Material nicht selbst wieder zusammennähen kann. Die Richtung stimmt aber.

Wenn wir Maschinen entwickeln wollen, die kompatibel mit dem menschlichem Körper und der Umwelt sind, müssen wir neue Arten von Materialien entwickeln.

Carmel Majidi, Ingenieur an der Carnegie Mellon Universität

Ist es eingerissen, zerrissen oder gar zerschnitten, platzen die Tröpfchen auf, generieren neue Schaltkreise und ersetzen die beschädigten. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei, dass der Strom niemals unterbrochen wird und selbst dann fließt, wenn das Material ramponiert ist.

Auch andere Anwendungen sind denkbar

Andere Anwendungsfelder sind die Softrobotik, mit der Roboter immer menschlicher werden können – oder Tieren ähnlicher werden. Ein solches Projekt ist etwa der Robo-Oktopus der Harvard Universität.

Weitergedacht

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Wann das neuartige Material Marktreife hat, ob es wirklich dafür sorgen wird, dass Fahrzeugkarosserien sich selbst reparieren und wie stark sie die Robotik beeinflussen, steht allerdings noch in den Sternen.

Sich selbst reparierende Smartphone-Displays, das ist ebenfalls ein Projekt, an dem Forscher gerade arbeiten. Entstanden ist die Idee übrigens aus einem Labor-Unfall in China.

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