Technik

Smog in China beeinträchtigt Erzeugung von Solarenergie

von
Paul Bandelin

Luftverschmutzung schadet Solarenergie: Eine Studie aus der Schweiz zeigt, wie viel Energie China aufgrund des vielen Smogs im Land durch die Lappen geht.

Peking in einer Smog-Wolke.
China liegt im Smog: Die Luftverschmutzung in Peking kann sogar Solarenergie negativ beeinflussen. Foto: Shutterstock / gui jun peng

Das erfahren Sie gleich:

  • Weshalb der Smog in China die Effektivität der Solaranlagen empfindlich einschränkt
  • Wie viel zusätzliche Energie jährlich durch die Solaranlagen möglich wären
  • Wie China an verschiedenen Orten mobil gegen die zunehmende Luftverschmutzung macht

Der schier undurchdringliche Smog in Peking und anderen Großstädten in China ist nicht nur für die Gesundheit der Menschen eine Bedrohung, sondern beeinträchtigt auch den Wirkungsgrad von Solarpaneelen signifikant. Immer neue Smogwerte auf Rekordniveau schränken die Produktivität der Energieumwandler stark ein. Eine kürzlich in der Schweiz herausgebrachte Studie hat das nun eindrucksvoll mit Zahlen belegt.

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Solarenergie könnte Milliarden einsparen

Die von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH) in Auftrag gegebene Studie macht deutlich, wie viel mehr Energie die Technik produzieren könnte, wenn das Land endlich sein Smog-Problem in den Griff bekäme. Würde das Reich der Mitte eine aggressivere Politik zur Eindämmung der Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe fahren, könnte seine Flotte an Photovoltaik-Zellen bis 2040 pro Jahr fast 160 Terawatt zusätzlicher Energie erzeugen. Grob geschätzt, so heißt es in der Studie, wären das jährlich sieben bis zehn Milliarden US-Dollar mehr Umsatz.

China ist weltweit führend bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen und zeitgleich das Land, das am meisten unter der immensen Luftverschmutzung leidet.

Mercè Labordena, einer der Hauptautoren der Studie

Der Großteil der Luftverschmutzung resultiert dabei aus der Verbrennung von Kohle – ein Zweig, in dem China ebenso weltweit führend ist.

Je mehr Partikel sich in der Luft befinden, desto weniger Strahlung erreicht die Oberflächen der Paneele.

Dan Kammen, Professor für Erneuerbare Energien an der Universität Berkeley

Ein weiterer positiver Aspekt neben der mehr erzeugten Energie wären gesündere Bürger. Atembeschwerden, Herzkrankheiten, Demenz und weitere kognitive Beschwerden sind bekannte Folgen übermäßiger Luftverschmutzung. Zudem wurde in den vergangenen Jahren bekannt, dass auch verminderte Zeugungsfähigkeit zu den Schattenseiten zählt. „Die Reinigung der Luft in China ist zwingend erforderlich, um die Gesundheit der Bürger zu verbessern. Derzeit sterben landesweit jährlich zwischen 1,1 und 1,6 Millionen Menschen an den Folgen“, so Labordena.

Dass ein verschmutzter Himmel die Produktivität von Solarpaneelen in China und auch anderen Ländern einschränken kann, ist weithin bekannt. Labordenas Studie ist allerdings die erste ihrer Art, die den monetären Aspekt in den Vordergrund stellt und konkrete – wenn auch geschätzte – Zahlen nennt. Eine derart umfassende Lösung ist allerdings nicht gerade günstig. China müsste zwischen 50 und 70 Milliarden US-Dollar aufwenden, um die Luftverschmutzung einzudämmen.

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Chinas Kampf gegen Windmühlen

Im Kampf gegen die immer weiter fortschreitende Verschmutzung der Luft und Umwelt kommt das Land auf immer neue Ideen. So sollen beispielsweise 60.000 Soldaten in der Provinz Hebei eine Fläche so groß wie Irland mit Setzlingen bepflanzen.

Darüber hinaus will das Land eine Pionierrolle in der Elektromobilität übernehmen, weshalb die Regierung strenge Maßnahmen erlassen hat. Dazu zählen unter anderem ein Verbot neuer Kohlekraftwerke in bedrohten Regionen, die Schließung Tausender Fabriken oder eine starke Reduzierung der Eisen- und Stahlproduktion. Die ersten positiven Ergebnisse lassen allerdings noch auf sich warten.

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