Technik

Smartphone laden: Der Körper als Strom-Generator

von Leonie Butz

Wissenschaftler suchen nach immer neuen Wegen, umweltfreundlich Strom zu erzeugen. Wie wäre es mit einem Generator, der mit dem Körper betrieben wird?

Smartphone laden: Der Körper als Strom-Generator
Unterwegs geht dem Smartphone der Saft aus? Kein Problem, wenn der eigene Körper zum Strom-Generator wird. Foto: Unsplash/rawpixel

Das erfahren Sie gleich:

  • Statt Strom aus der Steckdose einen Generator mit dem Körper betreiben
  • Inspiriert ist die Technik von Uhren und der Meeresströmung
  • Zukünftig könnte eine solche Technik umweltfreundlich Strom produzieren

Smartphone & Co.: Unterwegs laden

Das Smartphone ist heute immer mit dabei, ist Kommunikationsmittel, Wissensquell oder misst mit Hilfe von Wearables Blutdruck, Puls, Fitness oder allgemein die persönlichen Trainingserfolge. Umso ärgerlicher ist es, wenn den mobilen Computern aufgrund von Akkuschwäche unterwegs der Saft ausgeht. Um dem entgegen zu wirken, haben Wissenschaftler aus Karlsruhe zwei Generatoren entwickelt, um die Geräte durch die Bewegung des Körpers zu laden. Das klingt erst mal nach Dynamo, der die Lampe am Fahrrad betreibt. Im Prinzip ist das auch ein Generator der Strom erzeugt – aber bei den Forschern aus Karlsruhe geht es vor allem um die Bewegungsenergie beim Gehen beziehungsweise Laufen.

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Strom durch Körperbewegung – mit dem Generator

Für den ersten Generator nutzen die Wissenschaftler des Instituts für Technologie (KIT) das Körpergewicht beim Gehen zur Erzeugung von Strom. Dafür ist unter Ferse und Fußballen je ein Kissen mit Öl angebracht, das der Nutzer beim Gehen in einem Kolben pumpt. Dieser Kolben treibt einen Generator an, der den Strom erzeugt – ähnlich einem Gezeitenkraftwerk am Meer. Momentan betreibt der daraus gewonnene Strom eine Fußprothese, die den Träger beim Gehen unterstützt. Alternativ ist aber auch ein Leistungsmesser für Sportler denkbar.

Derzeit tüftelt das Team bereits an einem leistungsstärkeren Generator.

Ein zweiter Generator sitzt am Handgelenk und betreibt mit der Schwingung des Arms einen Induktionsmotor in dem eine Spule durch einen Magneten bewegt wird. Bei diesem Modell ließen sich die Wissenschaftler von einem Uhrwerk inspirieren, verzichteten aber auf die Federn, die das Vorbild nutzt. Bisher reicht der erzeugte Strom von 2,2 Milliwatt zwar noch nicht aus, um ein Smartphon aufzuladen. Derzeit tüftelt das Team aber bereits an einem leistungsstärkeren Generator. Beide Entwicklungen könnten aber zukünftig eine nachhaltige Möglichkeit bieten, ökologisch Strom zu erzeugen.

Körperwärme lädt die Smartwatch

Aber der Körper kann auch auf andere Weise ein smartes Gerät laden. In den USA brachte das Unternehmen Matrix Industries gerade eine Smartwatch auf den Markt, die der Träger mit seiner eigenen Körperwärme mit Strom versorgt. Das thermoelektrische System der PowerWatch basiert auf dem Prinzip des Wärmeaustauschs. Das Aluminium an der Unterseite nimmt dabei Wärme auf und erhitzt so einen Leiter. Öffnungen an der Seite kühlen einen anderen Leiter. So entsteht ein minimaler Temperaturunterschied, der Elektronen vom warmen zum kalten Leiter fließen lässt und so Elektrizität erzeugt. Bisher, so zeigen Tests, ist die Uhr noch recht rudimentär in ihrer Ausstattung. Aber alle Systeme laufen mit dem Strom, den der eigene Körper produziert.

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