Gesundheit

Smartes Kondom misst die Sex-Performance

von Sabrina Lieb

Ein britischer Hersteller bringt ein smartes Kondom auf den Markt. Das Wearable ist kein Verhütungsmittel, soll aber vor Geschlechtskrankheiten warnen.

Eine Männerhand greift nach einem Vorhang
Damit Sex nicht nur Spaß macht, sondern auch messbare Leistungen aufzeigt: Das smarte Kondom misst die Performance und warnt vor Geschlechtskrankheiten. Foto: Unsplash/Emily Goodhart

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein smarte Kondom misst die Performance im Bett
  • Der Fitnesstracker zeigt Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch an
  • Zusätzlich warnt das Wearable vor Geschlechtskrankheiten – ist aber kein Verhütungsmittel

Smartes Kondom gegen Geschlechtskrankheiten

Zugegeben, der neue Verhüterli sieht ein wenig aus wie eine Mischung aus Miniatur-Autoreifen und handelsüblichem Kameraobjektiv. Aber laut den Gründern soll das „Wearble der anderen Art“ das Kondom der Zukunft sein. Und das nicht nur, weil es die eigene Leistung beim Sex anzeigt sondern auch sexuell übertragbare Krankheiten erkennen soll. Damit wären drei Bettgeschichten in Zukunft wohl endlich passé: Syphilis, Chlamydien und kreative Potenzübertreibungen beim Matratzensport.

Fitnesstracker fürs Bett

Das i.Con Smart Condom ist vergleichbar mit Sport-Wearables, nur mit dem Unterschied, dass der Fitnesstracker die Leistung beim Geschlechtsverkehr misst. Gemessen wird die durchschnittliche Hauttemperatur, die Geschwindigkeit beim Sex, wie viel Kalorien verbrannt wurden, die Länge der „Session“, an wie vielen Runden man teilgenommen hat und auch die Anzahl der Stöße. Aber Achtung: Das Liebesspiel darf maximal sechs bis acht Stunden dauern. Dann macht nämlich der Akku schlapp. Dafür soll das smarte Kondom für alle Größen geeignet sein. Und die wertvollen gesammelten Informationen über die Performance des Trägers sind selbstverständlich auch noch mit Freunden teilbar. Na dann, gebt Gas Leute!

In einem Betatest erproben die Entwickler zurzeit auch die Erkennung unterschiedlicher Stellungen.

Produziert hat das i.Con die Firma British Condoms. Der Ring, der über das Kondom gezogen wird, ist ausgestattet mit einem Nano-Chip und mehreren Sensoren. Durch eine dazugehörige i-Con-App lassen sich nach jedem Spaß- und Fortpflanzungsakt verschiedene Werte abfragen. In einem Betatest erproben die Entwickler zurzeit auch die Erkennung unterschiedlicher Stellungen. Die Signalübertragung funktioniert via Bluetooth. Im Ring wiederum ist ein kleiner USB-Slot für die Aufladung integriert. Gute Aussichten für Warmduscher im Doppelpack: Das intelligente Spielzeug ist waschbar und selbstverständlich wasserdicht.

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Hard Facts statt Verhütungsmittel

Ganz im Sinne der Selbstoptimierung lassen sich alle Daten über die Performance in der Cloud auswerten. Der Händler verspricht, dass die erhobenen Sexdaten anonym bleiben, räumt den Nutzern jedoch die Möglichkeit ein, die harten Fakten der Potenz im privaten Netzwerk oder – sollte er einen größeren Showroom wünschen – mit der ganzen Welt zu teilen. Noch gibt es kein endgültiges Erscheinungsdatum des smarten Kondoms. Interessierte können sich jedoch bereits heute als „Early Bird“ registrieren lassen. Das intelligente Spielzeug soll rund 60 Pfund kosten, umgerechnet rund 70 Euro pro Stück.

Wer braucht schon Tinder & Co., wenn die Sex-Performance-Datensätze doch so viel aussagekräftiger sind?

Nun kann man meinen, dass im 21. Jahrhundert jedermann und jedefrau ausreichend über Verhütung aufgeklärt ist. Wir wollen dennoch auf Nummer sicher gehen: Das i.Con ist kein Verhüterli! Anders als der Name suggeriert, ist das intelligente Spielzeug mehr ein Gadget als Verhütungsmittel. Das i.Con wird über (!) das Kondom gestreift und sitzt im Grunde wie ein smarter Penisring am Ansatz des Schafts. Die Frage des „Warums“ bleibt an dieser Stelle allerdings ungeklärt. Starten wir einen zaghaften Versuch der Antwort: Wenn in Zukunft die sexuelle Performance als digitale Datensammlung verfügbar ist, eröffnet das ganz neue Türen für Partnerbörsen und liefert kuriose Profiloptionen für das männliche Werbungsverhalten. Wer braucht schon oberflächliche Profilbilder auf Tinder & Co., wenn sich unter Umständen die wesentlich aussagekräftigeren i-Con-Datensätze unter die Lupen nehmen lassen?

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