Technik

Smart Home: Amazons Alexa wird zum Roboter

von
Carola Franzke

Ein geheimes Amazon-Projekt scheint Alexa das Laufen beizubringen. Als Roboter könnte sie ihre Benutzer im Haushalt unterstützen.

12 Pakete von Amazon in einer Wohnungstür.
Im Amazon-Paket können Besteller fast alles bis an die Haustür bestellen – bald auch einen Roboter von Amazon? Foto: Shutterstock / Frank Gaertner

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Experten glauben, dass Amazon an einem Roboter arbeitet
  • Was für Aufgaben eine Alexa mit Körper übernehmen könnte
  • Welche anderen Roboter es auf dem Markt gibt

Ist die Haushaltshilfe in Zukunft ein Roboter?

Offenbar ist Amazon dabei, für Alexa einen Körper zu bauen – also seinem intelligenten Assistenten, der unter anderem im Amazon Echo verbaut ist. Befeuert werden die Spekulationen dadurch, dass Lab126 Anfang 2018 damit begonnen hat, vermehrt Robotik-Experten einzustellen. Lab126, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Internetgiganten Amazon, war schon für die Entwicklung der Echo Dots, Fire Tablets und Amazon Fire TV verantwortlich.

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Nun sickerten Informationen über das Projekt mit dem Codenamen „Vesta“ durch: Das ist eine Anspielung auf die römische Göttin des Herdfeuers, so dass der Einsatzort der Technik wohl wirklich die vier Wände der Nutzer sein werden.

Experten des Informationsdienstes Bloomberg TV spekulieren, dass es sich bei dem Projekt um einen Roboter handeln könnte, der seine Nutzer im Haus dort unterstützt, wo es bisher keine Alexa und Echo Dots gibt.

Roboter als mobiles Smart-Home-Gerät

Soviel Aufwand für eine Alexa auf Beinen scheint aber fragwürdig. Wer sich in jedem Raum einen Echo Dot wünscht, um seine Smart Home-Geräte zu steuern, kommt mit der Anschaffung mutmaßlich günstiger weg als mit einem autonomen Roboter, der sich durch Haus oder Wohnung bewegt.

Prototypen des Vesta-Projekts sollen sich mit Hilfe von Kameras orientieren können, und es ist sogar die Rede von ersten Tests in den Häusern von Amazon-Mitarbeitern noch im Jahr 2018.

Hilfreiche Roboter für zuhause

Doch welche Fähigkeiten könnte man von Vesta erwarten, außer die Frage nach dem Wetter zu beantworten oder das Licht einzuschalten – oder all den anderen Dingen, zu denen eine stationäre Alexa völlig reicht? Eine mögliche Antwort: Vielleicht Arbeit Amazon hier am Haushaltsroboter der Zukunft.

Bisher sind die einzig wirklich erfolgreichen Haushaltsroboter diejenigen, die staubsaugen oder den Rasen mähen. Viele andere Ansätze konnten nicht langfristig oder auf dem breiten Markt überzeugen. Einer der berühmtesten Roboter für Zuhause, Sonys Roboterhund Aibo, wird nach wie vor verkauft, aber er kann kaum mehr als Bellen und sich hundeähnlich benehmen.

Es gibt weitere Beispiele wie Jibo, eine Art sozialer Kommunikationszentrale, die 2015 von der MIT-Robotik Expertin Dr. Cynthia Breazeal vorgestellt wurde. Jibos Design erinnert an einen Tischventilator, und seine Funktionen sind mit denen von Echo Show vergleichbar – plus Emotionen, denn Jibo blinzelt und spricht. Nachdem er per Crowdfunding erst Ende 2017 auf den Markt kam, bleibt abzuwarten, ob Jibo der Konkurrenz die Stirn bieten kann.

Aldebaran Robotics, eine französische Firma, hat 2014 Pepper vorgestellt und als Serviceroboter nach Japan verkauft. Pepper hat Rollen und kann Kopf und Arme bewegen; die freundliche Mimik wirkt humanoid: Doch viel mehr als freundlich durch die Gegend rollen und sprechen kann dieser Roboter nicht.

Mayfield Robotics aus Kalifornien hat 2017 Kuri auf den Markt gebracht, ebenfalls ein freundliches, humanoid wirkendes Kerlchen. Anders als Pepper und Jibo spricht er nicht, sondern blinkt und piept. Kuri kann sich autonom im Haus bewegen – zumindest überall, wo er hin rollen kann. Er erkennt Sprachbefehle und kann beispielsweise über die eingebaute Kamera das Haus oder Haustiere überwachen, wenn die Besitzer nicht da sind.

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Fazit: Wenn Amazons geheimes Projekt von Lab126 es schaffen sollte, nicht nur freundlich zu blinken oder an Termine zu erinnern, dann könnte Vesta wirklich ein Erfolg werden. Kartoffeln schälen oder Müll hinaustragen: das ist es, was nach den Saugrobotern die Haushalte erobern könnte.

Übrigens gibt es einen Alexa-Skill von aio. Lassen Sie sich doch von jetzt an einen Überblick über die Artikel von ihrer persönlichen Assistentin geben!

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