Technik

Smart City Washington: Grüne Welle für die Autofahrer

von Carsten Fischer

Blick auf eine wenig befahrene Straße in der US-Hauptstadt Washington
Freie Fahrt in der Smart City: Das "Traffic Light Information System" zeigt Autofahrern an, ob sie mit der momentanen Geschwindigkeit die Ampel noch bei grün erreichen. Foto: CC0: Unsplash/Jacob Stone

Das erfahren Sie gleich:

  • So wird Washington D.C. zur Smart City
  • Wie die US-Hauptstadt sich als Stadt der Zukunft etabliert
  • Das verspricht die Vision Zero

Smart Citys kommen: In sechs Großstädten der USA können heute schon Fahrzeuge mit Ampeln kommunizieren – seit kurzem gehört die Hauptstadt Washington dazu.

So wird Washington D.C. zur Smart City

Die Hauptstadt der Vereinigten Staaten unternimmt die ersten großen Schritte ein Richtung Smart City: Seit Mitte März 2018 können Autos in Washington D.C. mit Ampeln kommunizieren. Die Technik dahinter nennt sich "Traffic Light Information System".

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Die Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation gibt es bereits in fünf anderen Städten in den USA, aber die Installationen in Las Vegas, Dallas, Palo Alto, Portland und Houston haben einen bedeutend kleineren Rahmen.

50 bis 70 Meter vor der Ampel wird dem Fahrer angezeigt, ob er noch die Grünphase schafft.

Für den Fahrer bedeutet das: Das Auto muss mit dem zentralisierten Verkehrsmanagementsystem via 4G LTE verbunden sein, dann bekommt der Fahrer etwa 50 bis 70 Meter vor der Ampel angezeigt, ob er bei konstanter Geschwindigkeit noch die Grünphase schafft.

Kommt der Fahrer während einer Rotphase an, zählt das Display die Zahlen bis zur 4 herunter, bis er fahren kann. So weiß der Fahrer jederzeit, wie lange er noch stehen muss und ist auch nicht überrascht, wenn die Standphase einmal länger dauert.

Bisher funktioniert das System ausschließlich mit Audi-Modellen. Der Autohersteller selbst verbaut das System in seinen Fahrzeugen noch nicht serienmäßig, die meisten seit Anfang 2017 in den USA gebauten Modelle enthalten es aber schon.

In Washington sind bislang 600 Straßenkreuzungen mit der neuen Technologie ausgerüstet, und im Rest des Landes gibt es insgesamt weitere 1000 Installationen, also im Schnitt 200 pro Stadt.

Ein älteres Auto biegt links in eine zweispurige Straße in Washington ein
Einfahrt in die Stadt der Zukunft: 600 Straßenkreuzungen sind in Washington mit der neuen Technik ausgestattet – aber nicht jedes Auto kann sie nutzen. Foto: CC0: Unsplash/Tuce

Wie Washington sich als Stadt der Zukunft etabliert

Verkehrsexperten und Stadtplaner prophezeien: Die Stadt der Zukunft wird komplett vernetzt sein. Selbstfahrende Autos werden die Umwelt und andere Verkehrsteilnehmer erkennen können. Fahrzeuge und Signalanlagen werden in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren.

Die zentralisierten Systeme könnten voraussagen, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Auto fortbewegen muss, um bis zum Ziel auf einer grünen Welle zu reiten.

Bezogen auf den Verkehr bedeuten diese Neuerungen, dass die Navigation der Fahrzeuge von außerhalb gesteuert wird und somit Staus und verstopfte Straßen der Vergangenheit angehören. Die zentralisierten Systeme könnten dann beispielsweise auch voraussagen, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Auto fortbewegen muss, um bis zum Ziel auf einer grünen Welle zu reiten.

Muriel Bowser, Bürgermeisterin von Washington, ist begeistert von diesem nächsten Schritt Richtung höhere Verkehrssicherheit: „Wir freuen uns auf dieses neue System und hoffen auf weitere Partnerschaften mit Automobilherstellern, um ein sichereres, stärkeres und smarteres Washington zu schaffen“.

Das verspricht die Vision Zero

Unter dem Begriff Vision Zero versteht man das Ziel, Straßen und Verkehrsmittel so sicher zu gestalten, dass keine Toten und Schwerverletzten mehr auftreten. Der Grundgedanke dabei ist, dass Menschen Fehler machen und das Verkehrssystem daher so gestaltet werden muss, dass diese Fehler nicht zu Verletzungen oder Schlimmerem führen.

So eine allumfassende Fahrzeug-Infrastruktur scheint besonders in Deutschland noch weit entfernt – das ist sie aber nicht unbedingt. Sollten andere Autohersteller nachziehen, könnte sich das sehr schnell etablieren – und die Vision Zero Wirklichkeit werden.

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