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Leben

Skiurlaub und nachhaltig leben - so passt das zusammen

von Michaela Gerganoff

Wenn ich nachhaltig leben will, kann ich dann noch mit gutem Gewissen in den Skiurlaub fahren? Ja, das geht! Mit diesen fünf einfachen Tipps passt beides zusammen.

Skifahrer auf verschneitem Berg
Wintertraum: Wer nachhaltig leben will, muss nicht zwangsläufig auf seinen Skiurlaub verzichten. Foto: Klaus Listl

Das erfahren Sie gleich:

  • Der Wintersport ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in den Bergen, hat aber oft negative Folgen für die Natur
  • Wer den Skiurlaub bewusst plant und das richtige Skigebiet wählt, kann diesen Schaden auch gering halten
  • Wir nennen fünf Aspekte, mit denen jeder seinen Skiurlaub nachhaltig gestalten kann

Schlechtes Gewissen auf der Skipiste

Glückliche Schnee-Momente vor atemberaubender Bergkulisse – auf geht’s zum nächsten perfekten Schwung. Die Wangen glühen in der frischen Winterluft beim Carven, Wedeln oder Snowboarden. Genauso muss es in den Bergen sein. Doch wenn es vor dem Skiurlaub an die Planung geht, steigen Zweifel auf. Ein inneres Zwiegespräch kommt in Gang: Wie kann ich die Skipisten abfahren ohne schlechtes Gewissen?

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Wer sein Reiseverhalten umstellt und den Skiurlaub anpasst, darf das schlechte Gewissen auch mal in die Hütte stellen.

Über zwölf Millionen Deutsche ab 14 Jahren übten 2015 eine Wintersportart aus. Für die Bergregionen stellt der Tourismus im Winter einen existenziellen Wirtschaftsfaktor dar. Die Skigebiete liegen inmitten von Gebirgslandschaften, die für seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen von höchster Bedeutung sind. Waldschneisen werden weitläufig gerodet und zu leicht befahrbaren Schneeautobahnen planiert. Die Folge: vermehrte Bergstürze und Lawinen. Die Liftanlagen, Infrastruktur und Schneekanonen wiederum haben einen enormen Energie- und Wasserbedarf. Selbst mit rosaroter Schneebrille lassen sich die Augen vor den Folgen des Skifahrens nicht verschließen. Jedoch: Wer sein Reiseverhalten umstellt und den Skiurlaub anpasst, darf das schlechte Gewissen auch mal in die Hütte stellen. Mit diesen fünf Tipps erleben Sie grünes Pistenglück:

1. Umweltfreundliche Anreise

Um das Verkehrsaufkommen in der Bergwelt zu reduzieren, ist eine Anreise per Bahn empfehlenswert. Oder per Elektroauto, wenn die Reichweite es hergibt. Da etwa 70 Prozent der klimarelevanten Treibhausgase in den Alpen durch An- und Abreise freigesetzt werden, sollte man lieber an einem Stück verreisen als jeden Tag zu einer neuen Unterkunft aufzubrechen.

2. Klimaneutral übernachten

Je einfacher die Unterkunft, desto geringer sind meistens die Auswirkungen auf die Umwelt, da zum Beispiel private Pensionen weniger Infrastruktur und Energie benötigen als große Luxushotels. Inzwischen gibt es aber auch eine wachsende Anzahl an zertifizierten Hotels. Mit alternativen Konzepten wie beispielsweise einer Holzkraftanlage machen sie es sich zur Aufgabe, Wasser sowie Energie einzusparen und regionale Produkte anzubieten. Unabhängige Siegel zeichnen dieses Engagement aus, dazu zählen das deutsche Zertifikat Viabono, das Österreichische Umweltzeichen, das französische flocon-vert.org, das Schweizer Label „ibex fairstay“ oder die Blaue Schwalbe.

3. Das richtige Skigebiet

Chamois (Italien) im Winter
Öko-Paradies: 24 umweltbewusste Skigebiete wie hier Chamois im Aostatal haben sich zu den "Alpine Pearls" zusammengeschlossen. Foto: Alpine Pearls

Es sind meist kleinere Skiregionen, die auf Nachhaltigkeit setzen, dazu zählen Bischofsreut im Bayerischen Wald oder Obsteig in Tirol. Zu den Alpine Pearls haben sich 24 Skigebiete zusammengeschlossen, die sich für umweltbewusstes Reisen einsetzen. Aber auch bei der Recherche auf eigene Faust ist leicht zu erkennen, inwiefern auf Nachhaltigkeit geachtet wird: Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Einsatz von regenerativen Energien sind entscheidend. Auch der Transport im Skigebiet bietet einen Anhaltspunkt. Aus Bequemlichkeit für die Gäste werden immer mehr Schlepplifte durch Sessellifte ersetzt. Der Vorteil: Der Boden unter der Liftspur kann sich erholen. Der Nachteil: Die Sitzheizung der Sessel verbraucht viel Energie. Einige werden inzwischen schon mit Photovoltaikanlagen betrieben. Infos zu den grünen Grundsätzen der Region liefern die Webseiten der lokalen Tourismusverbände.

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4. Alternativen zur Abfahrt

Hand aufs Herz - muss es unbedingt das alpine Skivergnügen sein? Oder lässt sich die Natur stattdessen auch bei einer Schneeschuhwanderung, einer Skitour oder beim Langlauf genießen? Diese Alternativen kommen ohne Lift aus und lassen sich besonders naturverbunden durchführen.

5. Nachhaltig hergestellte Skiausrüstung

Bereits vor Reiseantritt können Urlauber mit der Wahl der Skiausrüstung einen grünen Grundstein legen: Setzen Sie auf Hersteller, die für ihre Produkte auf natürliche oder recycelte Rohstoffe achten. Faire und transparente Lieferketten mit strengen Herstellungs- und Material-Standards gehören dabei auch zum Muss. Dabei muss das Design nicht zu kurz kommen: Das deutsche Label Pyua, aber auch Ecoalf, Patagonia und Picture, Vaude stellen hochwertige wie stylishe Pisten-Outfits her. Dass selbst Skier und Snowboards ressourcenschonend hergestellt werden können, beweisen Plattformen wie Grownskis.

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