Gesundheit

Nanobots aus Algen – die Medizin der Zukunft?

von Leonie Butz

An der University of Manchester tüfteln Wissenschaftler an Nanobots aus Algen, die irgendwann eine OP von innen übernehmen könnten.

Sind Nanobots aus Algen die Medizin der Zukunft?
Zum Kugeln: Algen (hier im Bild die Grünalgen-Gattung Volvox) könnten als Grundlage für Nanobots dienen und so die Medizin revolutionieren. Foto: Shutterstock / Rattiya Thongdumh

Das erfahren Sie gleich:

  • Nanobots könnten in Zukunft OPs im Innern des Körpers durchführen
  • Die University of Manchester erzielte jetzt einen ersten Durchbruch bei der Entwicklung von Nanobots – aus Algen
  • Bis die Mini-Roboter in der Medizin zum Einsatz kommen, wird aber noch einige Zeit vergehen

Nanobots aus Algen

Winzige Roboter, die Menschen von innen zusammenflicken, große Operationen durchführen, Medikamente an die entsprechende Stelle liefern oder selbstständig den Körper checken. Das klingt wie aus einem waschechten Sci-Fi-Szenario. Bis die Nanobots tatsächlich durch unser Innerstes streifen, wird es wohl auch noch ein wenig dauern. In der Entwicklung haben Forscher an der University of Manchester, gemeinsam mit Kollegen der University of Hongkong und der University of Edinburgh, jetzt aber einen entscheidenden Durchbruch geschafft. Bisher war eines der größten theoretischen Probleme bei Nanobots das Entfernen der kleinen Kerlchen nach einem Eingriff. In Manchester setzten die Wissenschaftler deshalb auf Bots aus Algen. "Statt einen Microroboter aus dem Nichts zu bauen, nutzen wie smartes Material aus der Natur," heißt es in dem Forschungsbericht.

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Biohybride Nanobots nehmen Veränderungen in ihrer Umgebung wahr und können so frühzeitig Erkrankungen im Körper erkennen.

Algen eignen sich besonders gut als Biohybrid-Bots, so der Bericht. Innen sind sie fluoreszierend, und ihr Äußeres besteht aus magnetischem Eisen-Oxid. So lassen sich die Nanobots jederzeit im Körper orten. Außerdem lässt sich mit dieser Hülle die Lebensdauer im Körper des Patienten steuern. Ein weiterer Vorteil der natürlichen Grundlage für die Bots: Sie nehmen Veränderungen in ihrer Umgebung wahr und können so frühzeitig Erkrankungen erkennen.

Die Zukunft der Medizin

Bisher ist die Entwicklung der Nanobots aber noch in einer sehr frühen Phase. Bis die Roboter zum Einsatz kommen, dauert es sicherlich noch einige Jahre. Denn um in einem lebenden Körper zu operieren, müssen die Bots vollkommen sicher sein. Außerdem müssen die Forscher sicherstellen, dass die Mini-Roboter nach ihrem Einsatz wieder komplett aus dem System verschwinden und sich nicht unkontrolliert selbst reproduzieren. Die Wissenschaftler aus Manchester, Hongkong und Edinburgh haben den ersten Schritt in Richtung Nanobot-Medizin geschafft. Bis die Roboter uns aber tatsächlich zusammenflicken oder in unserem Körper auf Patrouille gehen, vergehen sicherlich noch einige Jahre.

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