Technik

Internet der Dinge: Mindsphere digitalisiert die Industrie

von Carola Franzke

Die Siemens Mindsphere World könnte die Digitalisierung der Industrie vorantreiben: verschiedene Anwendungen, die auf einem offenen Standard basieren.

Eine Satellitenschüssel
Siemens Mindsphere: Eine Business Cloud aus Deutschland soll die Industrie vernetzen. Foto: Pixabay/WikiImages

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Digitalisierung der Industrie hinkt der Welt der Konsumenten noch hinterher
  • Siemens Mindsphere World soll einen Cloud-Standard für das industrielle Internet der Dinge weltweit schaffen
  • Die neue Business Cloud soll offen für alle sein – aber Siemens gibt den Takt vor

Siemens gründet Mindsphere World

Eine Gruppe von 19 deutschen Unternehmen unter Führung von Siemens hat die Gründung von Mindsphere World verkündet, einem neuen Standard für eine Business Cloud. Die Unternehmen wollen, dass das industrielle Internet der Dinge aus Deutschland kommt, wie sie im Januar 2018 auf einer Pressekonferenz in Berlin erklärten.

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Der Zusammenschluss aus Maschinenbauern und anderen Industrieunternehmen tritt damit in Konkurrenz zu dem amerikanischen Unternehmen GE (General Electric), das nach eigenen Angaben schon eine Milliarde Dollar in Softwareentwicklung investiert hat, um von den USA aus das Industrie-Pendant zum Internet der Dinge zu prägen.

Business Cloud aus Deutschland

Nun ist die Konkurrenz aus Deutschland nicht zu unterschätzen – hier kommen schlagkräftige und erfahrene Mitstreiter aus dem Bereich Technikzusammen: Der deutsche Roboterhersteller Kuka betreibt bereits eine eigene Business-Cloud-Plattform namens Connyun, Siemens betreibt mit seiner Digital Factory einen eigenen Geschäftsbereich, und auch die Deutsche Bahn ist mit ihren Erfahrungen zu vernetzten Lokomotiven mit an Bord. Schließlich ist auch die deutsche Regierung mit Fördermitteln indirekt beteiligt.

Siemens führt die Bewegung allerdings klar an: Die Rechte am Betriebssystem Mindsphere liegen weiterhin beim Konzern, und der verantwortliche Siemens-Manager Jan Michael Mrosik, CEO der Division Digital Factory, stellt auch klar: Mit 70 Millionen intelligenten Zählern in deutschen Haushalten und Firmen, 30 Millionen Semantik-Steuerungen in der Industrie und 800.000 intelligenten Gebäuden ist Siemens das Schwergewicht in der Gruppierung.

Digitalisierung der Industrie

Die Gründer von Mindsphere World haben in Berlin Aufbruchsstimmung verbreitet. Aber im Vergleich zu den Möglichkeiten, die private Anwender im Bereich der Digitalisierung heute schon haben, wirkt das fast schleppend langsam. Ein Grund, warum die Digitalisierung der Industrie ganz anders verläuft als im Konsumentenbereich, sind zweifellos die Gefahren, die damit verbunden sind.

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Anbieter können über einen digitalen Zugang zu Maschinen und Geräten die Nutzung ganz exakt abrechnen – quasi „Pay per Use“.

Einerseits bietet eine Vernetzung von Industrieanlagen und -geräten eine Fülle von Möglichkeiten: Ein Maschinenbau-Anbieter kann beispielsweise Anlagen aus der Ferne warten, Fehlerprotokolle auswerten und bei Bedarf einen Techniker gleich mit dem richtigen Ersatzteil losschicken. Andererseits können Anbieter über einen digitalen Zugang zu Maschinen und Geräten die Nutzung ganz exakt abrechnen – quasi „Pay per Use“. Manche Maschinenbauer verkaufen nämlich inzwischen nicht mehr ihre Maschinen, sondern deren Nutzung – wie eine Art Abonnement.

Soweit einige der Vorteile – aber Gefahren gibt es eben auch, wenn zum Beispiel Anlagen wie Atomkraftwerke oder die Wasserversorgung mit im Internet der Dinge hängen. Wird zuhause unsere WLAN-Kamera gehackt, gibt es schlimmstenfalls unangenehme Fotos – aber solche wichtigen Anlagen? Wer auch immer am industriellen Internet der Dinge arbeitet: Hauptsache, es wird sicher.

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