Technik

Sicher fliegen: Drohnen halten Vögel von Flughäfen fern

von
Marten Zabel

Vögel stellen an Flughäfen eine Gefahr dar, vor allem für startende und landende Flugzeuge. Autonome Drohnen sollen sie aus den Flugschneisen fernhalten.

Ein Vogel auf einem Drahtseil, im Hintergrund ein Flugzeug auf einem Rollfeld. Drohnen sollen für den nötigen Abstand zwischen beiden sorgen.
Nur aus der Ferne niedlich: Vögel stellen auf Flughäfen ein Sicherheitsrisiko dar. Drohnen sollen sie nun von dort vertreiben. Foto: Shutterstock / Sudpoth Siriratta

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie autonome Drohnen Vögel von Flughäfen fernhalten
  • Warum eine KI lernen muss, wie Vögel im Schwarm agieren
  • Wie die Flugsicherheit durch den Einsatz von Drohnen steigt, ohne die Tiere zu gefährden
  • In welchen Szenarien Drohnen ebenfalls zum Einsatz kommen

Bislang gibt es noch keine adäquate Lösung, um Vögel großflächig aus dem Luftraum der Flugschneisen von Flughäfen fernzuhalten. Immer wieder geraten die Tiere bei Start oder Landung in Triebwerke und gefährden damit das Leben aller an Bord. Eine Gruppe von Forschern der Caltech hat Drohnen deshalb beigebracht, Vögel autonom abzudrängen.

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Dabei müssen die Drohnen mit Vorsicht agieren, denn ein panisch durcheinander flatternder Vogelschwarm wäre noch einmal deutlich gefährlicher als einfach nur Vögel in der Luft.

Die Drohne hält Vögel fern

Die Forscher der Caltech (California Institute of Technology) in Pasadena, Kalifornien, wollen damit erreichen, dass die Drohnen die Vögel sanft aus dem Luftraum drängen.

Man muss bei der Positionierung der Drohne sehr vorsichtig sein.

Soon-Jo Chung, Professor an der Caltech

Dafür haben sie eine künstliche Intelligenz mit dem Verhalten von Vögeln trainiert, die um eine lärmende Drohne ohnehin einen Bogen machen. Kommt ihnen die Drohne jedoch zu nah, schwärmen sie aus, um den "Angreifer" zu verwirren, und die Situation wird chaotisch.

"Ist die Drohne zu weit weg, bewegt sie den Schwarm nicht. Kommt sie zu nahe, riskiert man, den Schwarm zu zerstreuen und so völlig unkontrollierbar zu machen", beschreibt Soon-Jo Chung, Professor an der Caltech die komplexe Technik, die der KI zugrunde liegt.

Der Trick ist also, dass die KI den richtigen Abstand hält und die Vögel dabei das Gefühl haben, einer einzelnen Gefahr rechtzeitig auszuweichen. Ihre Kursänderung bringt sie dann aus dem gesperrten Luftraum. Arbeiten mehrere der Drohnen zusammen, lässt sich eine Flugschneise komplett vogelfrei halten.

Gerade Start und Landung gehören zu den gefährlichsten Phasen eines Flugs, unter anderem wegen der Vögel: Denn wenn die Tiere in ein Triebwerk geraten, kann es ausfallen und so im schlimmsten Fall das Flugzeug zum Absturz bringen.

Entsprechend versuchen Flughäfen in aller Welt, Vögel aus gefährlichen Bereichen fernzuhalten. Das ist nicht einfach, da es sich um große Flächen handelt. Es gibt unterschiedlichste Ansätze: von einfachen Vogelscheuchen über Geräte, die Lärm erzeugen, blendende Laser oder abgerichtete Raubvögel, die Abschreckwirkung haben.

Keine der Lösungen ist besonders gut geeignet, um große Flächen zu schützen, ohne dabei andere Nachteile oder große Kosten nach sich zu ziehen.

Wird die Drohne zum Standard für den Flughafen?

Noch sind die Drohnen mit Schäferqualitäten nicht serienreif. In ersten Tests konnte eine einzelne autonome Drohne aber bereits erfolgreich kleine Schwärme mit einigen Dutzend Vögeln abdrängen.

Bringt man ihr dann noch bei, in der Gruppe zu agieren und die direkten Flugbahnen der Passagierflugzeuge zu meiden, könnte das System kommerziell an den Start gehen. Dann wären Drohnen eventuell schon in wenigen Jahren weltweiter Standard an Flughäfen – für mehr Sicherheit bei Start und Landung.

Drohnen im Einsatz: vielfältige Helfer

Nicht nur den Luftraum sollen Drohnen künftig frei von Gefahren halten. Auch im Straßenverkehr dienen die kleinen Fluggeräte als wachendes Auge. In China etwa schweben Drohnen innerhalb von Städten über den Straßen; sie sollen Verkehrspolizisten ersetzt und Autofahrer mit Handy am Ohr erwischen.

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Weniger fragwürdig wollen Forscher autonome Drohnen in Leeds, England, einsetzen. Die dort von Studenten entwickelte Drohne ist in der Lage, Straßenschäden und Risse im Asphalt automatisch zu erkennen und mittels 3D-Drucker auszubessern.

Ebenfalls einen positiven Nutzen könnte eine übermannsgroße Drohne Cormorant aus Israel versprechen. Sie könnte als Rettungsflieger Helikopter dort ersetzen, wo es aufgrund von Gefahrengebieten oder unwägbarem Gelände nicht sicher ist zu landen.

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