Technik

Shell-Studie: LNG als Lösung für den Güterverkehr

von
Thomas Pitscheneder

Im Straßenverkehr findet ein kleiner Umbruch hin zu sauberen Antriebsarten statt. Laut einer aktuellen Studie könnte im Güterverkehr LNG dafür sorgen.

Eine Kopplung zum Tanken von LNG
Das Tanken von LNG erfolgt über eine Kopplung. Eine Pumpe übernimmt auf Knopfdruck den Rest. Der Vorgang dauert nicht länger als eine Befüllung der Fahrzeuge mit Diesel. Foto: picture alliance/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum sich Schiff und Auto schwer vergleichen lassen
  • Wie Flüssigerdgas den Güterverkehr sauberer machen könnte
  • Warum der Ausbau der Infrastruktur schwierig ist

In sozialen Medien ist es oft zu lesen: "Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr Schadstoffe aus als alle Autos der Welt zusammen." So einfach ist es jedoch nicht, denn die originale Aussage des Naturschutzbundes Deutschland aus dem Jahr 2012 bezog sich lediglich auf die Schwefeloxide – und selbst diese Rechnung geht nicht auf. Schwefel ist in Treibstoff kaum noch zu finden. Vielmehr ist CO2 das große Thema und da sieht die Bilanz bei den Schiffen besser aus als beim Auto.

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Wichtig ist eine Reduktion solcher Treibhausgase aber dennoch. Die Lösung könnte laut einer aktuellen Studie Flüssigerdgas (LNG) sein.

Emissionen können durch LNG sinken

An der Studie sind die Shell Deutschland Oil, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die Technische Universität Hamburg (TUHH) beteiligt. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Einsatzes von Flüssigerdgas im Lieferverkehr der nahen Zukunft – genauer bis zum Jahr 2040. Die Untersuchung geht von rund 6.000 großen Schiffen mit LNG-Antrieb und 480.000 entsprechenden Lkw aus.

Auf dem Wasser könnten sich die Emissionen von Treibhausgasen um 132 Millionen Tonnen senken lassen. Lkw auf den Straßen haben ein Potenzial zur Einsparung von 4,7 Millionen Tonnen. Besteht der Kraftstoff zu 30 Prozent aus Bio-LNG, käme es zu einer Reduktion um weitere 20 Prozent. „Im Straßengüterverkehr eignet sich LNG insbesondere für schwere Lkw als Alternative für Dieselkraftstoff. Um hohe Emissionseinsparungen zu erreichen, wird hier jedoch LNG aus erneuerbaren Energien wie etwa Bio-LNG benötigt“, erläutert DLR-Verkehrsexperte Dipl.-Ing. Andreas Lischke.

Das wäre auch bitter nötig, denn alleine der Verkehr in Deutschland produziert 166 Tonnen Treibhausgas. LNG verursacht bis zu 25 Prozent weniger CO2 und 90 Prozent weniger Stickoxid.

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Die LNG-Infrastruktur ist noch ein Problem

„Für die Einführung/Nutzung von emissionsarmem LNG bedarf es einer technologieoffenen Förderung erneuerbarer Energieressourcen für die LNG-Bereitstellung. Ferner muss der Ausbau der Infrastruktur gefördert werden. Um Anwender von der LNG-Technologie zu überzeugen, werden verlässliche wirtschaftliche Nutzervorteile benötigt; diese können durch regulatorische oder fiskalische Instrumente geschaffen werden“, so Shell Chefvolkswirt Dr. Jörg Adolf.

Shell selbst betreibt aktuell neun LNG-Tankstellen in den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Im Laufe des aktuellen Jahres will der Konzern vier weitere entstehen lassen.

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