Technik

Sharing statt kaufen: Wie wäre es mit Miet-Elektronik?

von Leonie Butz

Mieten oder kaufen? Klingt nach einer Frage der Wohnsituation. Sharing gibt es aber auch für Elektronik. Das Modell ist jedoch noch nicht ganz ausgereift.

Sharing statt Kaufen: Wie wäre es mit Miet-Elektronik?
Warum die Spielekonsole, den Fernseher oder die Kamera kaufen, wenn man sie auch mieten könnte? Dabei gibt es aber so einiges zu beachten. Foto: Unsplash/Nikita Kachanovsky

Das erfahren Sie gleich:

  • Elektronik lässt sich bei einigen Anbietern mieten statt kaufen
  • Die Sharing-Economy spart dabei Ressourcen und wirkt der Wegwerf-Gesellschaft entgegen
  • Vorsicht ist jedoch beim Schadensfall geboten – hier ist der Kunde nicht immer König

Elektronik mieten

Die Bundesliga mit den Jungs auf dem ganz großen Fernseher schauen. Mit der Action-Kamera den langersehnten ersten Fallschirmsprung filmen. Die VR-Brille beim Zocken testen. Es gibt so einige Gründe, warum manch einer sich schon mal überlegt hat, ein Elektronik-Gerät für einen Anlass zu bestellen und es dann wieder zurückzuschicken. Da das Phänomen besonders häufig bei Klamotten auftritt, nennt es sich Wardrobing – vom englischen Wort Kleiderschrank.

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Um dem entgegenzuwirken, bieten die ersten Unternehmen seit einiger Zeit ein Miet-Modell für Elektronik. Dabei zahlen Nutzer fünf bis zehn Prozent des Neukaufpreises als monatliche Mietsumme. Bei Media Markt etwa, der mit dem Berliner Start-up Grover zusammenarbeitet, können Geräte ab einem Monat gemietet werden. Andere Anbieter, wie Otto Now, haben eine Mindest-Mietdauer von drei Monaten. Bei den meisten Anbietern können Kunden die Geräte nach der Mindestmietdauer zurücksenden oder weiterhin mieten – eine andere Alternative ist der Kauf. Der fällt ein wenig teurer aus als beim Sofortkauf. Laut den Anbietern liegt das aber an der Flexibilität des Angebotes.

Sharing gegen zu viel Verschwendung

Einige Anbieter, wie Grover oder Otto Now, überprüfen zurückgeschickte Waren und geben sie – wenn sie einwandfrei sind – erneut zur Miete frei. Einerseits hilft das, die enormen Mengen an Elektroschrott zu verhindern, die gerade bei Fans einer immer aktuellen Ausstattung anfallen können. Andererseits sind so auch kurzfristige notwendige Anschaffung auf Mietbasis möglich – wenn etwa die Waschmaschine den Geist aufgibt und der Geldbeutel eine neue Maschine nicht hergibt. „Sharing-Economy ist im Kommen, und wir begrüßen das. Technik, die sich viele teilen, schont ja in gewissem Maße auch die Umwelt“, so Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen gegenüber dem MDR.

Sinnvoll ist es in jedem Fall, die Bedingungen der Miete vorab zu klären und für den Schadensfall bei der eigenen Haftpflichtversicherung nachzuhaken, ob sie den Schaden übernimmt.

Aber bei all der Euphorie für die Idee ist das System besonders im Schadensfall noch nicht ausgereift. Einige Anbieter geben an, dass sie Artikel im Schadensfall kostenlos umtauschen – wenn sie beim sogenannten üblichen Gebrauch entstanden sind. Was das im Einzelfall bedeutet, muss im Ernstfall die Versicherung oder der Anwalt klären. Andere Anbieter verlangen beim Schadensfall die Hälfte des Originalkaufpreises oder sogar den gesamten Kaufpreis – wenn etwa ein Smartphone gestohlen wird.

Sinnvoll ist es also in jedem Fall, die Bedingungen der Miete vorab zu klären und für den Schadensfall bei der eigenen Haftpflichtversicherung nachzuhaken, ob sie den Schaden übernimmt. Die Sharing-Economy ergibt natürlich auch bei solchen schnelllebigen Produkten wie Elektronik Sinn – die rechtliche Lage ist dabei aber noch lange nicht ausgereift.

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