Leben

Senioren-Assistenz SUSI TD: Selbstbestimmt leben im Alter

von Sabrina Lieb

Nahaufnahme von faltigen Händen eines Senioren.
Selbstbestimmt leben, auch wenn die Hände faltig werden: Eine elektronische Assistenz kann Senioren dabei helfen. Foto: Pexels/Pixabay

Das erfahren Sie gleich:

  • Rund 10.000 Menschen sterben jährlich bei Unfällen im Haushalt, darunter viele Senioren
  • Sicher und selbstbestimmt leben im Alter – Forscher am Fraunhofer-Institut statten dafür Wohnungen mit neuer Technik aus
  • Die Assistenz für Senioren verbindet Kommunikation, Pflegeberatung und sorgt für soziale Integration

Selbstbestimmt Leben im Alter bedeutet für viele: Möglichst lange zuhause wohnen bleiben können. Dafür leistet das System SUSI TD Senioren Assistenz.

Zuhause Leben im Alter

Selbstbestimmt Leben im Alter – die meisten Menschen denken da zuerst an das eigene Zuhause. Hier, in den eigenen vier Wänden, kennen sie sich gut aus und fühlen sie sich am sichersten. Gefahren für die Gesundheit hingegen warten draußen vor der Tür – so denken viele.

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Dabei passieren die meisten Unfälle im eigenen Haus: Fast 10.000 Menschen kommen pro Jahr bei Unfällen zuhause ums Leben, ergeben die Daten der Landesstatistikämter. Besonders davon betroffen sind Senioren.

Assistenz für Senioren

Motorik, Aufmerksamkeit und Gleichgewicht lassen im Alter unweigerlich nach. Da wird schnell mal eine Stufe übersehen. Was tun, wenn man in seiner Wohnung stürzt? Viele ältere Menschen wünschen sich Sicherheit im eigenen Zuhause, ohne jedoch ständig überwacht zu werden.

Dafür braucht es technische Unterstützung. Forscher des Fraunhofer-Instituts Experimentelles Software Engineering (IESE), des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. sowie der CIBEK technology + trading GmbH haben ein Technologiekonzept entwickelt, das Senioren ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglicht und gleichzeitig die Privatsphäre wahrt.

Selbstbestimmt Leben mit SUSI TD

Das Assistenzsystem SUSI TD (eine Kurzform für das Begriffs-Ungetüm "Sicherheit und Unterstützung für Senioren durch Integration von Technik und Dienstleistung") sorgt für soziale Integration und verbindet Kommunikation mit Pflegeberatung. In einem ersten Testlauf statteten die Forscher zunächst 18 Haushalte im Raum Trier aus.

Kameras und Überwachungssysteme sucht man in den Wohnungen vergeblich: „Unser System basiert auf nicht-invasiven Sensoren, vor allem auf Bewegungsmeldern, wie man sie auch von Lampen oder Alarmanlagen kennt, sowie auf Berührungssensoren an oft benutzten Schubladen oder am Kühlschrank“, sagt Rolf van Lengen, Abteilungsleiter am IESE.

SUSI TD erkennt auch schleichende gesundheitliche Veränderungen.

Anhand der Sensordaten lerne das Assistenzsystem, die wiederkehrenden Handgriffe einer Person zu identifizieren und erkenne automatisch, wenn Hilfe benötigt wird – die perfekte Assistenz für Senioren also.

Dabei soll SUSI TD auch schleichende gesundheitliche Veränderungen erkennen, beispielsweise wenn die alltäglichen Handgriffe immer länger dauern oder der Rentner die oberen Schubladen eines Schranks nicht mehr öffnen kann.

Sicherheit plus Privatsphäre: Alle gesammelten Daten über die Person bleiben innerhalb der Wohnung und werden auch nur dort ausgewertet. Erst wenn das Verhalten des Senioren von seinem üblichen abweicht, schickt das System eine verschlüsselte Meldung an die Pflegedienststelle oder den Pflegestützpunkt.

Leben im Altermit sozialer Teilhabe

Was können Senioren für ihre Gesundheit und einen gelungenen Alltag tun und welcher Ansprechpartner steht bei Fragen in diesen Bereichen zur Verfügung?

Die soziale Integration fördern und Senioren bestmöglich beraten – gerade dieser Aspekt liegt Anne Gebert vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. besonders am Herzen: „Über ein Video-Kommunikationstool können die Personen via Touchscreen direkt mit den Beratern der Pflegestützpunkte sprechen. Die Berater können die Menschen somit noch besser begleiten, als dies allein durch gelegentliche Hausbesuche möglich ist.“

Mehr noch: Das Kommunikationstool sorgt auch für den direkten Draht zu Familie und Freunden, indem sie diese direkt kontaktieren, Spiele spielen oder Fotos austauschen können.

Auf SUSI TD folgt StuDi – Probanden gesucht

Gerade die behutsame Herangehensweise an die Wünsche älterer Menschen erschien einer Jury besonders preiswürdig. So erhielt das Forscherteam bereits den Joseph-von-Fraunhofer-Preis „Technik für den Menschen“. Die Preisvergabe wurde unter anderem mit „dem besonderen Wert, der neben der technischen Umsetzung auf die ethischen Gesichtspunkte gelegt wurde“ begründet.

Für ein Folgeprojekt StuDi sucht das Fraunhofer-Institut seit Anfang des Jahres nun weitere Probanden. Gesucht werden Seniorinnen und Senioren in Trier und Umgebung in bis zu 100 Haushalten, die an diesem zukunftsweisenden Projekt kostenlos teilnehmen wollen.

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