Technik

Amazon entwickelt und verkauft bald selbstfahrende Modellautos

von
Paul Bandelin

Amazon hat ein selbstfahrendes Modellauto zum eigenständigen Programmieren entwickelt – mit SageMaker. Ein Wettbewerb für den besten Algorithmus soll folgen.

Der Amazon-Hauptsitz in Seattle.
Vom Buchversandhandel zum Milliardenkonzern: Immer mehr entwickelt der Online-Gigant Amazon selbst. Foto: JORDAN STEAD / Amazon

Das erfahren Sie gleich:

  • Ab wann das selbstfahrende Modellauto AWS DeepRacer bei Amazon verfügbar sein soll
  • Wie Hobbybastler mit Amazon SageMaker die Flitzer selbst programmieren können
  • Warum ein Wettbewerb künftig den besten Algorithmus küren soll

Amazon will Heranwachsende und Technik-affine Erwachsene auf die Rennstrecke locken und an das Thema KI und Programmierung heranführen. Der AWS DeepRacer ist ein autonomes Modellfahrzeug, das in Zukunft in einem Wettbewerb gegen andere selbstfahrende Modellautos antreten soll.

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Es ist ja nicht neu, dass sich der Onlinehändler weiterentwickelt: Vom Internetkaufhaus und monopolhaften Marktplatz für andere Händler hin zum Logistik-Giganten und einem der größten Medienproduzenten weltweit: Denn Amazon lässt zunehmend exklusive Inhalte für Amazon Prime selbst produzieren. Auch Produkte verkauft der Onlinehändler teils unter eigenem Label (Amazon Basics).

Nun gibt es mit dem AWS DeepRacer ein Angebot der Amazon Web Services (AWS) für den Privatkundenbereich. Die Cloud-Dienste von AWS werden bisher eher von großen Firmen wie Lyft, Netflix und Airbnb genutzt. Den AWS DeepRacer gibt es zum Preis von 400 US-Dollar ab dem 6. März 2019. Vorbestellungen nimmt Amazon schon jetzt entgegen – leider aber noch nicht für den deutschen Markt.

Selbstfahrende Modellautos dank Amazon SageMaker

Amazons Flitzer in Spielzeuggröße ist ein Modellauto, das in Zukunft nicht ferngesteuert fährt. Stattdessen soll das Miniauto in Zukunft autonom durch die Kinderzimmer düsen. Hobbybastler und Programmierer übernehmen in diesem Fall den Bau und das Training des Fahrzeugs komplett alleine. Dafür steht ihnen der AWS-SageMaker samt Cloud von Amazon zur Verfügung.

Die Plattform ermöglicht es auch Laien, Machine Learning-Modelle unterschiedlichster Größenordnung zu erstellen und somit Algorithmen selbst zu programmieren. Laut Amazon ist das Training aufgrund der Unterstützung eines Simulationsprogramms verhältnismäßig einfach.

Darüber hinaus lernt das im Maßstab 1:18 gebaute Modell eigenständig, besser zu fahren und sich auf bekannten Strecken immer effizienter zu bewegen.

Ausgestattet ist das Fahrzeug mit:

  • einem Intel-Atom-Prozessor
  • vier Gigabyte Arbeitsspeicher
  • einem erweiterbaren 32 Gigabyte Flash-Speicher
  • einer vier Megapixel starke Kamera für die Streckenerkennung
  • einem Beschleunigungssensor
  • einem Gyroskop, das für die Orientierung im Raum zuständig ist

Wettbewerbe für die Algorithmen

In Zukunft sollen die kleinen Flitzer in der DeepRacer League auch den Weg auf reale Rennstrecken finden, um in offiziellen Wettbewerben herauszufinden, welcher Algorithmus am schnellsten den Weg ins Ziel findet. Roborace im Miniformat.

Technik

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Dabei gilt es allerdings eine Menge restriktiver Parameter zu beachten. So ist es beispielsweise enorm wichtig, dass die Streckenführung farblich markiert ist oder der Kurvenbau bestimmte Radien einhält. Zudem sollte der Streckenrand einen starken farblichen Kontrast zur eigentlichen Strecke bilden.

All diese Komponenten helfen den Mini-Rennautos, die Strecke schneller und fehlerfreier zu erlernen. Somit können diese sich vorrangig auf die Beschleunigung und den Lenkvorgang konzentrieren. Große Schwierigkeiten entstehen für die Fahrzeuge allerdings erst, wenn weitere kleine Rennwagen die Strecke betreten. Denn unvorhersehbare Ereignisse sind nach vor schwer zu programmieren.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen