Elektromobilität

Selbstfahrende Autos: Wien testet autonome Busse

von
Paul Bandelin

Wien testet derzeit zwei vollkommen autonome Busse. Bereits ab 2019 nehmen sie im Wiener Stadtteil Donaustadt am öffentlichen Straßenverkehr teil.

Im Vordergrund steht ein weißer Elektrobus von Navya, im Hintergrund ist ein Hochhaus zu erkennen.
Rollt hier die Zukunft heran? Der autonome Bus des französischen Herstellers Navya hat elf Sitzplätze und kann mit einer Batterieladung bis zu neun Stunden fahren. Foto: Michaël GOUNON

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo genau die autonomen Busse fahren sollen
  • Welche autonomen Elektrobusse in Wien verkehren
  • Was die Betreiber der autonomen Busse für die Sicherheit tun
  • Wo in Berlin bereits autonome Busse verkehren

Wo genau die autonomen Busse fahren sollen

Ein Bus ohne Fahrer im öffentlichen Straßenverkehr – bis vor kurzem klang das noch wie eine Utopie. Doch inzwischen ist der autonome Bus keine Zukunftsmusik mehr: Der städtische Verkehrsbetrieb Wiens, die Wiener Linien GmbH & Co KG, testet derzeit zwei solcher autonomen Busse.

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Bis Herbst verkehren die beiden vollautomatischen Elektrobusse noch auf dem Testgeländer der Wiener Linien. Dann sollen sie im Stadtteil Donaustadt zunächst Probefahrten ohne Passagiere unternehmen.

Im Laufe des Jahres 2019 wird es ernst – dann beginnt der Realbetrieb mit Fahrgästen. Eine Sicherheitsperson bleibt erst mal an Bord. Dennoch fahren die Busse vollkommen selbständig – Stufe 5 des autonomen Fahrens ist damit erreicht.

Das zu Donaustadt gehörende und sich gerade im Bau befindliche Stadtentwicklungsprojekt Seestadt Aspern soll der Ort des ersten Einsatzes werden. Die Route wird sich zwischen dem Wohngebiet und der neu gebauten U-Bahnstation der Linie U2 befinden, ist aber noch nicht genau definiert.

Welche autonomen Elektrobusse in Wien verkehren

Vergleichen mit den anderen Stadtbussen Wiens sind die vom französischen Hersteller Navya konstruierten Busse recht klein. Sie messen lediglich 4,75 Meter in der Länge und 2,65 Meter in der Höhe. Zum Einsteigen steht eine Doppeltür bereit. Aufgrund der überschaubaren Größe fühlt es sich im Inneren laut einzelner Testpersonen an wie in einer Seilbahn-Gondel.

Bei einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde bieten die Elektrobusse Raum für jeweils elf sitzende Personen, wobei sie sich in den derzeitigen Tests mit einem noch geringeren Tempo fortbewegen.

Das Thema Sicherheit für Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer steht besonders nach dem tödlichen Unfall mit einem autonom fahrenden Pkw in den USA im Fokus. Eine Vielzahl an Sensoren an der Außenverkleidung soll es den Vehikeln einfacher machen, Hindernisse zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Derweil sind die Programmierer so weit, dass sie die verschiedenen Parameter festlegen, beispielsweise wann die Busse bremsen müssen und wie sie auf Steine oder andere Blockaden auf der Straße reagieren sollen.

Noch steckt der Bus in den Kinderschuhen, in Wien soll er erwachsen werden", fasst Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer das gemeinsame Ziel zusammen.

Noch steckt der Bus in den Kinderschuhen, in Wien soll er erwachsen werden.

Günter Steinbauer, Geschäftsführer Wiener-Linien

Trotzdem dürfen sich die Elektrobusse nicht allein auf Österreichs Straßen fortbewegen – mindestens ein „Operator“ muss sich an Bord befinden.

Das gesamte Forschungsprojekt läuft noch bis Ende 2020 und wird von unterschiedlichen Unternehmen und Einrichtungen mit 1,5 Millionen Euro budgetiert.

Gedanken um ihren Job müssen sich die Busfahrer der Stadt in naher Zukunft allerdings nicht machen – sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, werden die autonomen Elektrobusse vorerst nur an den wenig frequentierten Stadträndern eingesetzt.

Wo in Berlin bereits autonome Busse verkehren

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) testen derzeit autonome Busse. Seit Ende März 2018 verkehren insgesamt vier elektrische Minibusse auf zwei Ringlinien auf dem Gelände der Charité. Ihr Ziel: Die Patienten fahrerlos und vor allem sicher ans Ziel bringen. Bis 2020 laufen die Testfahrten vorerst noch.

Zwölf Kilometer pro Stunde beträgt die gegenwärtige Höchstgeschwindigkeit der Busse, die einmal für sechs und einmal für elf Passagiere konzipiert sind. Das Klinikgelände ist nicht öffentlich, was nicht nur juristisch vorteilhaft ist, sondern auch andere Vorteile mit sich bringt:

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  • das Gelände ist ausreichend groß
  • es ist vom öffentlichen Straßenverkehr abgetrennt
  • die Fußgänger, Radfahrer und Klinikangestellte auf dem Gelände bilden einen realistischen Mix der Verkehrsarten

Auch in Berlin verzichten die Betreiber noch nicht völlig auf Personal: Bis zum Frühjahr 2019 ist noch ein Sicherheitsfahrer mit an Bord, der im Notfall eingreifen könnte.

Das Bundesumweltministerium und die BVG fördern das Projekt mit insgesamt 3,2 Millionen Euro und erhoffen sich stichhaltige Erkenntnisse darüber, wie die Deutschen dem geplanten Umschwung von menschlich zu automatisch betriebenen Vehikeln im Straßenverkehr gegenüberstehen.

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