Elektromobilität

Selbstfahrende Autos: So wichtig sind neue Navi-Karten

von Marten Zabel

Mehrere Unternehmen arbeiten daran, neue Navi-Karten als Alternative für Google Maps zu erstellen. Vor allem selbstfahrende Autos brauchen diese.

Im Vordergrund stellen zwei Straßenwärter ein Verkehrsschild für selbstfahrende Autos auf. Im Hintergrund ist die Autobahn zu sehen
Zeichen der Zeit: Zwei Straßenwärter stellen ein Verkehrsschild für selbstfahrende Autos auf. Präzise Navi-Karten ersetzen sie aber nicht. Foto: picture alliance / Matthias Balk

Das erfahren Sie gleich:

  • Selbstfahrende Autos benötigen immer genauere Navi-Karten
  • Ob Google Maps oder eine der Alternativen: Warum Präzision und Aktualität so wichtig ist
  • Mit ultragenauen Navi-Karten lässt sich viel Geld verdienen

Navi-Karten sind noch immer viel wert

Es heißt, das Geld liegt auf der Straße. In Sachen Navi-Karten sind die Straßen allerdings selbst das Geld, genau genommen das Wissen über sie. Google Maps und viele Alternativen arbeiten daran, die Welt um uns herum immer präziser zu erfassen. Damit lässt sich in der kommenden Ära der selbstfahrenden Autos voraussichtlich eine ganze Menge Geld verdienen.

Neue Unternehmen schicken sich an, die Marktherrschaft von Google und Apple zu brechen.

Wer in den Zeiten festverbauter Navis einmal Update-Software kaufen wollte, fand schnell heraus, dass die Daten teuer sind. Inzwischen hat die zunehmende Vernetzung dafür gesorgt, dass wir fast immer akkurate Navi-Karten auf mehreren digitalen Bildschirmen zur Auswahl haben. Diese stammen meist von Google Maps oder Apple Maps, allerdings schicken sich auch andere Unternehmen an, diese Marktvorherrschaft zu brechen – denn schon bald brauchen autonome Fahrzeuge und Roboter diese Informationen.

Auf einer alten, vergilbten Weltkarte liegen Geldscheine
Das Geld liegt auf den Straßen dieser Welt: Hochpräzise Navi-Karten für selbstfahrende Autos gelten als gutes Geschäftsmodell. Foto: CC0: Unsplash/Christine Roy

Selbstfahrende Autos brauchen präzise Daten

Selbstfahrende Autos benötigen von einer Karte mehr, als es ein klassischer Stadtplan bietet: Jedes mögliche Hindernis sollte verzeichnet sein, ebenso Punkte, an denen plötzliche Gefahren auftreten können. Autonome Fahrzeuge verlassen sich zwar auf Sensoren, die Schilder und andere Verkehrsteilnehmer erkennen – für eine gute Routenplanung ist aber ein Äquivalent zur Erfahrung eines menschlichen Fahrers notwendig, der die Gegend kennt.

Gerade Schilder werden von Software noch immer häufig falsch interpretiert: So berichten Tesla-Fahrer, dass ihr Wagen mit Autopilot Busse nicht überholen kann, auf denen ein Tempo-100-Sticker klebt – weil der Computer dies für ein gültiges Verkehrszeichen hält.

Ein Teil der Lösung sind präzisere und detailliertere Navi-Karten. Google hat einen nicht unbedeutenden Teil der öffentlichen Straßen der Welt inzwischen nicht nur kartografisch, sondern auch fotografisch erfasst. Der nächste Schritt sollen 3D-Karten mit hoher Auflösung sein, die mehr Details zeigen. Auch dafür wird der Technikkonzern Autos, Boote und Menschen mit Kamerarucksäcken ins Feld schicken.

Die Alternativen zu Google Maps

Andere Dienste bauen auf Daten, die Nutzer selbst einsammeln: MapBox etwa, das mit Tesla zusammenarbeitet, nutzt Bewegungsmuster von Verkehrsteilnehmern, um den Karten nach und nach mehr Detailinformationen zu verpassen.

Die ehemalige Nokia-Tochter Here, vor allem aufgrund der Offline-Karten-App auch für Privatnutzer eine Alternative zu Google Maps, ist indes damit beschäftigt, Dubai in hoher Auflösung zu kartieren. Mit Unterstützung mehrerer deutscher Autobauer will Here auch den Rest der Welt erfassen.

Investitionssummen im Milliardenbereich fließen in diesem Sektor nicht nur, damit Passanten eine kurze Strecke von A nach B finden und wissen, wann der Imbiss am Ende der Straße heute geöffnet hat: Vor den Straßen wird die Revolution im Verkehr nämlich nicht haltmachen. Seit einigen Jahren arbeiten Unternehmen auch daran, das Innere von Gebäuden zu mappen.

Eine Frau steigt eine breite, gewendelte Treppe hinauf
Hier geht's rund: Auch beim Indoor Mapping, also der Erfassung von Innenräumen, werden digitale Karte erstellt. Foto: CC0: unsplash/ Stephen Di Donato

Auch in Gebäuden schlummern Daten

Indoor Mapping bedient sich dabei teils der klassischen Vermessung und Googles Rucksackträgern, teils aber auch cleverer technischer Kniffe: Verzerrungen im WLAN-Netz etwa können genutzt werden, um Karten von Gebäuden zu erstellen.

Und zuletzt hatte der Roboterhersteller iRobot für Aufsehen gesorgt, als er ankündigte, die von seinen vernetzen Roombas gesammelten Kartendaten der Wohnungen ihrer Besitzer zu verkaufen.

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Karten sind ein altes Medium, das in den letzten Jahren vor allem von der Digitalisierung verändert wurde. In Zukunft werden sie noch genauer und vor allem immer aktuell sein müssen, damit Lieferroboter, Drohnen und natürlich selbstfahrende Autos damit sicher arbeiten können.

Wer die dazugehörigen Daten sammelt, hat das Problem schon halb gelöst – der Rest dürfte konstante Nachbesserung sein. Dann kann dieses Areal zur nächsten digitalen Goldgrube werden.

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