Technik

Schwimmende Solarpanels und Wasserkraft: Ein Dream-Team für grünen Strom!

von
Carola Franzke

Energiegewinnung mit schwimmenden Solaranlagen: So lassen sich Solarpanels in Wasserkraftwerken in mehrfacher Hinsicht sinnvoll einsetzen.

Die schwimmende Solaranlage in Kalifornien.
Die schwimmende Solaranlage in Kalifornien soll einerseits keine kostbare Landfläche einnehmen – andererseits kann sie aber auch die Umwelt schützen. Foto: Shutterstock / Rudmer Zwerver

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie schwimmende Solaranlagen nachhaltig Strom liefern können
  • Welche positiven Nebenwirkungen die Solarpanels auf die Umwelt haben
  • Wie Wasserkraft durch die Anlagen ihre volle Wirkung entfalten kann

Im September 2018 verzeichnete die Weltbank laut einem aktuellen Bericht weltweit schwimmende Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 1,1 Gigawatt. Das entspricht der Leistung aller konventionellen Solarpanels im Jahr 2000. Experten gehen davon aus, dass schwimmende Anlagen ebenso explosionsartig zunehmen werden, wie vor 18 Jahren die fest installierten Solarpanels.

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Grund dafür sind die vielen Vorteile dieser schwimmenden Anlagen. Denn es sind nicht einfach nur Solarmodule, die auf dem Wasser schwimmen. Richtig eingesetzt, haben sie positive Nebenwirkungen auf die Gewässer und die nähere Umgebung.

Solarpanels mit positiven Nebenwirkungen

Ein wichtiger Aspekt ist zweifellos, dass sich die schwimmenden Solaranlagen auch dort einsetzen lassen, wo keine Dachflächen zur Verfügung stehen. Das ist beispielsweise in Nordkalifornien der Fall. Das umliegende fruchtbare Land wird für den Weinanbau genutzt, und auf dem Wasser verbrauchen die Solarpanels keine kostbare Fläche. Bereits 2017 installierte der Schweizer Energiekonzern ABB in Singapur eine der größten Anlagen dieser Art.

Die Nebenwirkungen der Technik erinnern an die schwarzen Kunststoffbälle, mit denen in der vergangenen Dürreperiode die Wasserreservoirs in Kalifornien bedeckt wurden. Die Bälle sollten Schatten werfen und so einerseits die Wasserverdunstung und andererseits das Algenwachstum reduzieren. Die Plastikbälle sind jedoch in Verruf geraten, weil für die Produktion mehr Wasser aufgewendet worden war, als ohne die Schattenspender verdunstet wäre.

Die positiven Nebenwirkungen – Schutz vor Wasserverdunstung und Algenwachstum – haben die schwimmenden Solaranlagen mit dem scharzen Bällen gemein. Sie sollen sogar bis zu 90 Prozent der Verdunstung verhindern können, so das Institut für Forstwirtschaft und Umweltforschung in Yale. Und auch die Bedenken bei der Herstellung sind bei den Solarpanels nicht so kritisch wie bei den Plastikbällen – schließlich sollen sie ja zusätzlich auch noch grünen Strom produzieren.

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Wasserkraft und die schwimmenden Solaranlagen

Die fallenden Preise für leistungsstarke Solarpanels kompensieren dabei übrigens die höheren Kosten für eine wasserdichte Konstruktion. Und da die Wasseroberfläche von Binnengewässern grundsätzlich genau waagerecht ist, müssen Entwickler nicht einmal den Untergrund kostspielig richten.

Im Zusammenspiel mit Wasserkraft entfaltet die Idee der schwimmenden Solaranlage ihre volle Leistung. In Zeiten großer Hitze können die Panels den Strom liefern, den die Turbinen eines Wasserkraftwerkes – etwa Gezeitenkraftwerke – gerade nicht unbedingt oder nicht in voller Leistung produzieren können. Damit bieten sich laut des Weltbank-Berichtes die schwimmenden Solaranlagen insbesondere für die klimatischen Verhältnisse vieler Länder in Schwarzafrika und in asiatischen Schwellenländern an.

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