Gesundheit

Schmerztherapie: Diese drei Apps helfen

von Sabrina Lieb

Immer diese Rückenschmerzen! Immer diese Kopfschmerzen! Mithilfe von Apps können Betroffene ihre Probleme verringern. Wir stellen drei Apps vor.

Schmerztherapie: Diese drei Apps helfen
Immer diese Schmerzen! Mit Übungen, Meditationen und Wissensvermittlung helfen Apps bei der Schmerztherapie. Foto: CC0: Unsplash/Vladislav Muslakov

Das erfahren Sie gleich:

  • Rund 23 Millionen Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen
  • Apps können bei der Schmerztherapie helfen
  • Drei Apps gegen Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Rheuma

23 Millionen Deutsche leiden an Schmerzen

Für fast jedes Alltagsproblem gibt es mittlerweile die passende digitale Anwendung. Der Trend zur digitalen Gesundheit schlägt sich längst auch im App-Store nieder: Mehr als 100.000 Gesundheits-Apps gibt es derzeit auf dem Markt. Mit Hilfe dieser Anwendungen wollen Gesundheitsorganisationen, Pharma- und Medizinunternehmen Betroffene beim Umgang mit ihren Erkrankungen unterstützen. So gibt es mittlerweile auch viele Schmerz-Apps, die sich an die rund 23 Millionen Menschen in Deutschland richten, die täglich an chronischen Schmerzen leiden. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Rheuma zählen dabei zu den häufigsten Erkrankungen. Wir stellen drei Schmerz-Apps vor. Alle drei gibt es sowohl für Apple- als auch für Android-Geräte.

Gegen Rückenschmerzen: Die Kaia-App

Verspannungen im Nacken, Schmerzen im Lendenwirbelbereich, Ziehen in der Schulter – viele kennen das. Fast 62 Prozent der Deutschen leidet täglich unter Rückenschmerzen, lediglich sieben Prozent behaupten von sich, gar keine Schmerzen entlang der Wirbelsäule zu haben. Ein Start-up glaubt nun, mit Hilfe einer App Schmerzen im Rücken effektiv lindern zu können. Und das sogar noch wesentlich besser und kostengünstiger als mit einer klassischen Behandlung.

Inspiriert von der multimodalen Schmerztherapie aus den USA, bei der physische Übungen mit Hintergrundwissen zu Rückenschmerzen und Entspannungsübungen kombiniert werden, haben die beiden Gründer Ramin Waraghai und Konstantin Mehl in Zusammenarbeit mit einem Ärzteteam eine Rücken-App entwickelt. Unter dem Namen Kaia, was auf japanisch viel wie „Ort der Entspannung“ bedeutet, finden Patienten ein ganzheitliches Rückentraining in digitaler Form.

Frau meditiert mit Händen hinter dem Rücken
Ommmm für den Rücken: Die Kaia-App setzt im Kampf gegen Rückenschmerzen nicht nur auf Übungen, sondern auch auf Meditation. Foto: CC0: Unsplash/Avrielle Suleiman

Das Trainingsprogramm personalisiert sich Schritt für Schritt.

Die Applikation passt sich dabei individuell an die Nutzer an: Zum Einstieg gibt es einen Fragebogen zum allgemeinem Wohlbefinden und zu den Rückenproblemen. Im Anschluss generiert die App ein 15-30 minütiges Trainingsprogramm, bei dem jede Übung zunächst im Video gezeigt wird, bevor sich der User dann selbst ans Werk machen kann. Die Betroffenen können selbst einstellen, wie oft sie pro Woche trainieren wollen und auch, ob sie per Mail oder SMS an ihr Rückeneinheiten erinnert werden möchten. Nach dem Training können Nutzer ihre Übungen bewerten, beispielsweise ob diese zu schwer, zu leicht oder für ihr Rückenproblem irrelevant waren. Die Angaben werden gespeichert, so dass sich das Trainingsprogramm und damit die Schmerztherapie Schritt für Schritt personalisiert.

Die App kostet derzeit bei 79,99 Euro pro Jahr. Mittlerweile hat die CE- und TÜV-zertifizierte Kaia-App rund 6.000 aktive User, entspricht den Standards der Nationalen Versorgungsleitlinie und wurde von fast allen großen Krankenkassen in Deutschland als Rückenprogramm aufgenommen.

Bei Kopfschmerzen: M-sense

Eine ungesunde Entwicklung bei Kopfschmerzen konnte in diesem Jahr unter jungen Erwachsenen nachgewiesen werden: Im Zeitraum von 2005 bis 2015 ist die Kopfschmerzdiagnose bei den 18- bis 27-Jährigen um 42 Prozent gestiegen. Das zeigt der Barmer Ärztereport 2017. Eine kostenlose Migräne-App soll nun helfen, die Ursachen für Kopfschmerzen zu finden und zu bekämpfen sowie die Medikamenteneinnahme senken.

Die App M-sense funktioniert in drei Schritten: Die Nutzer führen zunächst ein mehrwöchiges Tagebuch, in dem detailliert Migräne-Faktoren aufgeführt werden, darunter Schlaf, Stress, Alkohol, Koffein, das Ess- und Bewegungsverhalten sowie bei Frauen die Menstruation. Kommt der Schmerz, so wird dieser von den Betroffenen protokolliert. Bei der Einnahme von Schmerzmitteln hilft ein Medikamenten-Tracker, die Übersicht zu behalten. Die Schmerz-App erfasst dabei auch automatisch Wetterdaten zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck.

Die App gegen Kopfschmerzen ist als medizinisches Produkt zertifiziert.

Nach etwa 60 Tagen erstellt die Kopfschmerz-App eine statistische Auswertung der Auslöser. Nutzer können so ihr persönliches Kopfschmerzmuster erfahren, aber auch, ob die Kopfschmerzen sie nur an bestimmten Tageszeiten oder Wochentagen plagen. Nach dem Tagebuch und der Analyse von Auslösern und Schmerzart schlägt M-sense im dritten Schritt eine individuelle, digitale Schmerztherapie vor. Dieser orientiert sich an aktuellen medizinischen Leitlinien und schlägt auch alternative Therapiemethoden vor, darunter die progressive Muskelentspannung, die schließlich in einem Übungskalender aufgeführt werden. Die Kopfschmerz-App wurde in Zusammenarbeit mit der Barmer Krankenkasse entwickelt und als medizinisches Produkt zertifiziert.

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Endlich schmerzfrei: Rheuma-Auszeit

Ein effektiver Alltagsbegleiter für Menschen mit Rheuma gibt aus dem Hause der Deutschen Rheuma-Liga e.V. Der Bundesverband zählt zu einer der größten Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich und hat mit Rheuma-Auszeit eine App entwickelt, die Betroffene bei der Bewältigung von rheumatischen Schmerzen unterstützen soll. Nutzer finden darin praktische Übungseinheiten – unter anderem aus den Bereichen Bewegungstraining, Entspannungstechniken, Selbstmassage, Meditation und Gedankenreise - die als Audio-Dateien vorliegen und ganz einfach zu Hause, bei der Arbeit oder von unterwegs angehört werden können.

Zu jeder Einheit gibt es detaillierte Hinweise, in welcher Position die jeweilige Übung ausgeführt werden muss. Dies wird zudem anhand von Bildmaterial erklärt. Haben sich Übungen bei der Bewältigung von Rheuma als effektiv erwiesen, so können diese von den Nutzern als persönliche Favoriten abgespeichert werden. Die kostenfreie App wurde bewusst so konzipiert, dass so wenig personenbezogene Daten wie möglich erhoben werden.

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