Technik

Schau mir in die Augen: Wie autonome Autos Blickkontakt aufnehmen

von Carsten Fischer

Autonome Autos sorgen für Unbehagen: Fußgänger wissen oft nicht, ob die selbstfahrenden Autos sie wahrgenommen haben – virtuelle Augen sollen das ändern.

Ein E-Auto wartet am Zebrastreifen und beobachtet dabei eine Passanten mithilfe "virtueller Augen".
Mit "virtuellen Augen" Vertrauen in autonome Autos schaffen: Der Blickkontakt mit dem Fahrzeug soll dem Passanten signalisieren, dass er wahrgenommen wurde. Foto: Jaguar Land Rover

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum autonome Autos bei Fußgängern oft Unbehagen auslösen
  • Wie virtuelle Augen Blickkontakt zwischen Passanten und Autos herstellen
  • Warum die Kommunikation mit Maschinen leichter fällt, wenn sie menschlich wirken

Die Entwickler von autonomen Autos müssen nicht nur die sichere Steuerung ihrer Fahrzeuge im Auge behalten, sondern vor allem die Sicherheit der Passanten, die ihren Autos begegnen. Der britische Autokonzern Jaguar Land Rover nimmt das nun wörtlich und testet virtuelle Augen an autonomen Autos.

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Pete Bennett, Research Manager bei Future Mobility, der Entwicklungsabteilung vonJaguar Land Rover, erklärt die Technik: "Es zählt zu den Selbstverständlichkeiten, dass Fußgänger Blickkontakt zum Fahrer eines nahenden Wagens aufnehmen, bevor sie die Straße betreten. Es ist uns wichtig zu verstehen, wie sich dies in die stärker automatisierte Welt der Zukunft übertragen lässt."

Dafür hat Future Mobility ein kleines, autonomes Elektrofahrzeug vom ebenfalls britischen Unternehmen Aurrigo mit zwei runden Displays ausgestattet, auf denen ein jeweils passender Augenaufschlag eingeblendet wird: Wenn das autonome Auto einem Fußgänger begegnet, scheinen die "Augen" in dessen Richtung zu blicken. Damit soll dem Fußgänger signalisiert werden, dass das Auto ihn gesehen, also registriert, hat.

Der Test findet in einer Halle statt, in der Straßen von Coventry nachgebildet sind. Die Bemühungen von Jaguar Land Rover und Aurrigo gehören zum Drei-Jahres-Projekt UK Autodrive: Ziel des Projektes ist der Test und Betrieb von autonomen Autos auf den Straßen von Milton Keynes und Coventry.

Autonome Autos lösen Unbehagen aus

Als Teil des Versuchs untersuchten Verhaltenspsychologen, wie sich das Vertrauen der Personen in das autonome Auto mit den "Augen" verändert.

Vorherige Studien hatten ergeben, dass sich etwa 63 Prozent aller Fußgänger und Radfahrer von autonomen Autos verunsichert fühlen, und dass sie nicht wüssten, wie sie in Zukunft die Straße überqueren sollten.

Pete Bennett sagt dazu: "Wir möchten herausfinden, ob es sinnvoll ist, die Menschen mit umfassenden Informationen über die Absichten eines Fahrzeugs zu versorgen – oder ob man einen Fußgänger einfach nur wissen lässt, dass er erkannt wurde und auf diese Weise Vertrauen aufbaut."

Ein E-Auto ausgestattet mit zwei Displays, auf denen Augen darstellt werden.
Runde Displays als "virtuelle Augen" sollen einen Blickkontakt zwischen Fahrzeug und Fußgänger herstellen. Foto: Jaguar Land Rover

Diese Gefühle der Verunsicherung haben in den USA schon merkwürdige Blüten getrieben: Dort gab es bereits Angriffe auf autonome Autos. Das Phänomen wird von der amerikanischen Verkehrsbehörde durchaus ernst genommen, daher werden Zwischenfälle mit autonomen Autos gesammelt und zentral erfasst.

Ziel ist es, die Kommunikation mit Maschinen zu verbessern

Die Versuche in Coventry sind nicht das einzige Projekt, das sich mit einer verbesserten Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen und insbesondere mit autonomen Autos befasst.

Drive.ai testet in der texanischen Stadt Frisco, ob außen angebrachte Displays mit Hinweistexten bei der Verständigung mit Fußgängern hilfreich sind. Und auch das knuffig-kugelige Äußere des Google-Autos ist kein Zufall: Die Optik soll dazu beitragen, die Akzeptanz des kleinen Selbstfahrers zu erhöhen – wie gut das wirkt, zeigen andernorts Medizinroboter in Tierform.

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