Elektromobilität

SAVe Energy: Rolls-Royce entwickelt Hybridantrieb für Schiffe

von
Paul Bandelin

Mit dem SAVe-Energy-System könnte die Elektrifizierung der Seefahrt enorm voran gehen. Zum Beispiel durch Elektrofähren mit Hybridantrieb.

Die MS Roald Amundsen vor Eisbergen.
Die MS Roald Amundsen wird auf das Batteriesystem SAVe Energy umgerüstet. Foto: Hurtigruten

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso ein neues modulares Batteriesystem den Hybridantrieb der Zukunft ermöglicht
  • Wie Rolls-Royce mit SAVe Energy die Elektromobilität in die Schifffahrt bringt
  • Welche Vorreiterrolle Norwegen bei Elektrofähren spielt

Nachdem sich die Augen der Elektromobilität in den letzten Jahren vorrangig auf die Straße richteten, findet das globale Unterfangen nach und nach auch den Weg ins Meer: Besonders Norwegen leistet bei der elektrischen Schifffahrt viel Pionierarbeit und testet innovative Lösungen.

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Das Land setzt nun auf SAVe Energy: Ein Batteriesystem auf Lithium-Ionen-Basis mit Flüssigkeitskühlung von Rolls-Royce. Dieses soll es unter anderem ermöglichen, Schiffe auf Hybridantrieb umzurüsten und den Verkehr auf den Meeren sauberer und klimafreundlicher zu gestalten.

Die Rolls-Royce-Gruppe ist nicht allein für Luxusautos bekannt, sondern auch ein Triebwerks- und Antriebshersteller mit Sitz in London. Rolls-Royce forscht bereits seit 2010 an einem elektrischen Antriebs- und Energiespeicher­system, das mit einer intelligenten Leistungssteuerung überzeugen kann.

SAVe Energy könnte jetzt ein erster Durchbruch sein. Zumal es auch die internationalen Regularien für emissionsarme Antriebssysteme erfüllt.

Hybridantrieb als alternatives Antriebssystem

Das Batteriesystem ist modular zusammensetzbar. Der Clou: Je nach Größe des Schiffs und der zu erwartenden Reisedauer lassen sich beliebig viele der Module hinzufügen und der Leistungsbedarf so skalieren.

Zudem kann das System problemlos mit herkömmlichen Antriebssystemen kombiniert werden, was den Vorteil bringt, dass jeweils die positiven Eigenschaften genutzt werden könnten.

Ein mögliches Anwendungsszenario des Hybridantriebs in der Seefahrt wäre beispielsweise, dass das SAVe-Energy-System die Spitzenleistung übernimmt und der herkömmliche Flüssiggas- oder Dieselmotor als sekundäre Kraftquelle fungiert.

Finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung bekam Rolls-Royce vom Forschungsrat des norwegischen ENERGIX-Programms, das sich für die Erforschung erneuerbarer Energien und alternativer Energiesysteme starkmacht.

Elektrofähren erobern Norwegen

Das Land Norwegen gilt schon länger als Vorreiter, was die Elektrifizierung des Wassers betrifft. Erst im Mai 2018 hatten die Skandinavier beschlossen, ihre Fjorde bis 2026 zu Null-Emissions-Zonen zu machen, die nur noch von Elektroschiffen befahren werden dürfen. Derzeit sind zwei norwegische Fähren die größten Elektroschiffe der Welt.

Von daher ist es kaum verwunderlich, dass das erste Akkusystem den Weg Richtung Prestfjord in den Norden des Landes findet, wo auch die Hurtigruten verkehren. Spätestens 2019 will die Reederei die Umrüstung des ersten Schiffes, der MS Roald Amundsen, abgeschlossen haben und es wieder in Betrieb nehmen.

Schätzungen von Rolls Royce zufolge könnten Reedereien allein 2019 mehr Akkus verbauen als in den vergangenen acht Jahren zusammen.

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Seit 2010 haben wir Batteriesysteme im Ausmaß von insgesamt 15 Megawattstunden ausgeliefert, SAVe hingegen soll allein im Jahr 2019 zwischen 10 und 18 Megawattstunden ausmachen.

Andreas Seth, stellvertretender Vorsitzender für den Bereich Electrical, Automation und Control für die kommerzielle Schifffahrt bei Rolls Royce

Noch einen Schritt weiter geht das norwegische Unternehmen Kongsberg. In Zusammenarbeit mit dem Chemie-Unternehmen Yara entwickeln die Schiffbauer derzeit ein Containerschiff, das keine Emissionen ausstößt und sich zudem vollkommen autonom auf dem Wasser bewegt.

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