Technik

Ruhige Fahrt: Diese Stoßdämpfer passen sich dem Straßenbelag an

von
Carola Franzke

Stoßdämpfer mit künstlicher Intelligenz von Clear Motion sollen für eine ruhige Straßenlage sorgen – oder ein sportliches Fahrerlebnis bescheren.

Eine Straße mit Kopfsteinpflaster.
Das Kopfsteinpflaster im Auto nicht mehr spüren: Smarte Stoßdämpfer und künstliche Intelligenz sollen es richten. Foto: Shutterstock / Pablo Wilson

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Bostoner Start-up den Stoßdämpfer revolutionieren will
  • Wie die Activalves für eine ruhige Straßenlage sorgen
  • Wie die künstliche Intelligenz Schlaglöcher und Temposchwellen ausgleicht

Das Bostoner Start-up Clear Motion hat Stoßdämpfer entwickelt, die Unebenheiten in der Straße ausgleichen können. Die integrierte künstliche Intelligenz der "Activalves" erkennt dank Sensor, in welche Richtung sich der einzelne Reifen bewegen will. So sorgt die Technik innerhalb von etwa fünf Millisekunden für Ausgleich – auch bei Schlaglöchern oder Kopfsteinpflaster. So kann die Karosserie mit den Passagieren darin fast unerschüttert über die Straßen gleiten.

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Clear Motion sieht das Potenzial besonders in den autonomen Autos der Zukunft: Hier könnte das Activalve-System dafür sorgen, dass die Passagiere arbeiten oder lesen können, ohne dabei an Reiseübelkeit zu leiden.

Ruhige Straßenlage: So funktionieren die aktiven Stoßdämpfer

Wenn der Reifen sich nach unten – in ein Schlagloch – bewegen möchte, sorgt die intelligente Steuerung dafür, dass Hydraulikflüssigkeit in den Stoßdämpfer gepumpt wird und sich dieser also nach unten ausdehnt. So kann die Karosserie gerade über das Schlagloch gleiten, denn der längere Stoßdämpfer gleicht die Unebenheit aus. Umgekehrt funktioniert das genauso: Etwa bei Temposchwellen oder Kopfsteinpflaster, wo auch Unebenheiten nach oben auftreten. Dann sorgt die Steuerung dafür, dass Hydraulikflüssigkeit aus dem Stoßdämpfer in den Ausgleichsbehälter zurückgepumpt wird und sich die Federung verkürzt.

Die aktiven Stoßdämpfer gleichen jedoch nicht nur Unebenheiten während der Fahrt aus. Sie können auch in den Kurven dafür sorgen, dass der Effekt der Fliehkraft gemindert wird. Das funktioniert mit dem Clear-Motion-System, das dafür sorgt, dass die Karosserie in Kurven nicht in eine Schräglage gedrückt wird.

Künstliche Intelligenz gegen Schlaglöcher

Künftig sollen die Stoßdämpfer aber noch mehr können: Shakeel Avadhany, der Gründer von Clear Motion, denkt etwa an eine Vernetzung mit anderen Autos, die mit dem gleichen Stoßdämpfersystem ausgestattet sind. Die Fahrzeuge könnten sich so gegenseitig vor Unebenheiten warnen, die auf der Route noch vor ihnen liegen.

Fährt man jeden Tag den gleichen Arbeitsweg, kann unser System die Route kennenlernen und mit jeder Fahrt besser werden.

Shakeel Avadhany, CEO und Gründer von Clear Motion in Boston

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Zudem stellt sich Avadhany vor, die gesammelten Daten zu Straßenschäden an die Behörden weiter zu geben. So ließen sich größere Schäden durch eine Art Früherkennungssystem vermeiden. Denn Clear Motion kann mit den gesammelten Daten einen Schaden auf zehn bis zwanzig Zentimeter genau lokalisieren.

Die Activalves, die 2020 das erste Mal in Fahrzeugen erhältlich sein sollen, haben aber auch etwas Spaßpotenzial. Denn im Prinzip könnte man je nach Laune das Fahrprofil verändern, so Avadhany: „Mit einem Tastendruck könnte man das Fahrgefühl eines Porsche 911 oder einer Zugfahrt einstellen.“

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