Technik

Rücken entlasten: Erstes Exoskelett aus Deutschland

von Carola Franzke

Augsburger Robotik-Experten lassen die Puppen tanzen: Das German Bionic Cray X ist das erste Exoskelett aus Deutschland – und nach sechs Jahren serienreif.

Exoskelett Ekso GT
Entlastung bei schwerer körperlicher Arbeit oder eine Chance, trotz Querschnittslähmung wieder laufen zu können: Das Exoskelett hat bereits Anwendungsbereiche. Foto: Ekso Bionics

Das erfahren Sie gleich:

  • In Augsburg geht das erste Exoskelett aus Deutschland in Serie
  • Am Fließband und in der Reha entlasten Exoskelette schon länger den Rücken
  • Iron Man dank Exoskelett: Juliano Pinto kickte die Fußball-WM 2014 an – trotz Querschnittslähmung

Exoskelett aus Deutschland

Zukunft made in Germany kommt gerade aus Augsburg. Die Robotik-Experten von German Bionic Systems haben nach sechsjähriger Entwicklungszeit das erste serienreife Exoskelett aus Deutschland vorgestellt.

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Solche Außen- oder eben Exoskelette unterstützen und verstärken die Bewegungen des Trägers mit Servokraft. Anwendungen für Exoskelette gibt es bei wiederholenden Tätigkeiten in der industriellen Produktion, bei körperlich anstrengenden Arbeiten in Baugewerbe oder Logistik, aber auch im Pflegebereich – dort sowohl für das Pflegepersonal wie für Menschen im Reha-Prozess.

Entlastung für den Rücken

Es klingt verlockend und futuristisch, aber Exoskelette werden nicht dafür konstruiert, einen Fließband- oder Lagerarbeiter in einen echten „Iron Man“ wie in Marvels epischen Superhelden-Comics zu verwandeln. Es geht vielmehr darum, mithilfe der Technik Muskeln und Gelenke zu entlasten, um Langzeitschäden zu vermeiden.

Entlastung für den Rücken ist gerade bei körperlich anstrengenden Arbeiten wichtig. Insbesondere die Automobilbranche ist sehr an Exoskeletten interessiert. Ursprünglich war das Konzept für das Exoskelett„German Bionic Cray X“ Teil eines Forschungsprojektes in Kooperation mit Fiat – aber auch BMW, Ford und Audi setzen bei anstrengenden und wiederholenden Tätigkeiten in ihren Fertigungsstraßen zunehmend auf Exoskelette.

Exoskelett German Bionic CRAY X
Rückenschmerzen und Haltungsschäden von der Arbeit sollen mit dem Exoskelett German Bionic CRAY X Geschichte sein. Foto: German Bionic Systems

Das Exoskelett verringert das Risiko von Arbeitsunfällen und überlastungsbedingten Erkrankungen signifikant.

Der Grund ist simpel: Facharbeiter sind schwer zu finden – da sollen die wenigen, die die Firmen finden, möglichst lange gesund und damit arbeitsfähig bleiben. Dr. Peter Heiligensetzer, Gründer und CEO von German Bionic Systems, sagt: „Da intelligente Mensch-Maschine-Systeme das Risiko von Arbeitsunfällen und überlastungsbedingten Erkrankungen signifikant verringern, werden Krankenstände zukünftig reduziert und Unternehmen und staatliche Gesundheitssysteme finanziell entlastet.“

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Echtes Iron-Man-Feeling

Ein wenig echtes Iron-Man-Feeling kommt allerdings auf, wenn man sich an die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien erinnert. Während der Eröffnungszeremonie hat der 29-jährige Juliano Pinto den symbolischen ersten Ball gekickt – und das trotz Querschnittslähmung. Er steuerte damals ein Exoskelett mit seinen Gedanken. Entwickelt hat den Prototypen ein 150-köpfiges Forschungsteam unter der Leitung des brasilianischen Neurowissenschaftlers Dr. Miguel Nicolelis.

Wenn ein Patient den Rollstuhl stehenlässt und im Exoskelett die ersten Schritte übt, fühlt er sich wahrscheinlich ein bisschen wie Iron Man.

Auch das kalifornische Unternehmen Ekso Bionics befasst sich seit rund zehn Jahren mit der Entwicklung von Exoskeletten. Das EksoGT hilft Menschen beim Laufenlernen nach einem Schlaganfall oder einer Wirbelsäulenverletzung. Sie steuern es per Fernbedienung. Das Exoskelett hilft dabei dem vegetativen Nervensystem auf die Sprünge, reaktiviert alte Nervenverbindungen und macht die Muskulatur früher ansprechbar. Wenn ein Patient dann den Rollstuhl stehenlässt und im Exoskelett die ersten Schritte üben kann, fühlt er sich wahrscheinlich auch ein bisschen wie Iron Man.

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