Technik

Google will mit neuem Patent die virtuelle Realität echter und sicherer machen

von
Carola Franzke

Google-Patent für motorisierte Rollschuhe: Damit könnte Bewegung im Raum simuliert und virtuelle Realität noch lebensechter – und sicherer – werden.

Eine Frau, die in sich in der AR bewegt.
Hindernisse wie Wände, Fenster oder Säulen machen Bewegungen in der virtuellen Realität schwierig. Foto: Shutterstock / F8 studio

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Google ein Patent für motorisierte Rollschuhe angemeldet hat
  • Wie sich so Bewegung im Raum simulieren lassen
  • Wie sich dadurch virtuelle Realität echter anfühlen soll – und sicherer werden könnte

Bisher braucht man für das physische Empfinden von Abenteuern in der Virtuellen Realität viel Platz. Am besten leere Lagerhallen, durch die man sich mit VR-Brille bewegen kann, ohne gegen Hindernisse zu laufen. Googles neue Patentanmeldung für motorisierte Rollschuhe könnte den Platzbedarf für VR-Simulationen deutlich verändern und die Simulation von Bewegung im Raum leichter machen.

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Dazu gibt es bisher zwar andere Lösungen, die aber nicht optimal funktionieren. Nämlich Schuhe mit sehr glatten Sohlen, die das Laufen auf der Stelle erlauben. Oder Laufbänder, die dabei helfen, die zurückgelegte Strecke vorzutäuschen. Solche Laufbänder brauchen Platz, und die Schuhe können den Träger eben auch zu Fall bringen; ein realistisches Geh-Gefühl kommt dabei nicht auf.

Das Google-Patent sorgt für mehr Bewegung im Raum

Im Mai 2018 eingereicht, veröffentlichte das Patentamt die Anmeldung des Google-Konzerns im November 2018. "Augmented and/or virtual reality footwear", also Schuhe für erweiterte oder virtuelle Realität. Als Erfinder werden die Maschinenbauingenieurin und Google Produktdesignerin Nidhi Rathi und Maksim Ratner, ebenfalls Ingenieur, genannt.

Nicht alle Patente von Technologieunternehmen werden auch tatsächlich als Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt gebracht. Daher ist es unmöglich vorherzusagen, ob diese Schuhe erfolgreich produziert, geschweige denn verkauft werden.

Alistair Charlton, Autor bei gearbrain.com

Die Patentschrift besagt, dass die Position der motorisierten Schuhe trackbar ist, und dass beim Verlassen eines definierten Bereichs der Antrieb der Schuhe auslösen soll. Die Schuhe leiten den Träger dann in die Rückkehrzone innerhalb des Betriebsbereichs. Damit soll dem Träger ermöglicht werden, innerhalb der virtuellen Realität scheinbar endlos zu gehen – während die Technik ihn tatsächlich in einem definierten räumlich begrenzten Bereich hält.

Eine Abbildung aus dem Google-Patent für VR-Rollschuhe.
Mit Sensoren sollen die Rollschuhe die Umgebung erfassen und den Träger so sicher anleiten. Foto: Google

Mit Googles Patent könnte das Erleben von Virtueller Realität eine ganz neue Dimension bekommen, bei der man durch künstliche Welten läuft, ohne sich von der Stelle zu bewegen oder gegen Wände oder andere Hindernisse zu stoßen. Unter anderem zeigt die Patentschrift mehrere Skizzen und Variationen, wie solche motorisierten Schuhe aussehen könnten und wie ein Flowchart für die Programmierung der Schuhe aussehen könnte.

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Echte virtuelle Realität spüren

Bei der Umsetzung wären sicher Grenzen in Sachen Geschwindigkeit gesetzt. Denn der Träger solcher Schuhe könnte bei schneller Gegenbewegung das Gleichgewicht verlieren. Ein entspannter Spaziergang in der virtuellen oder erweiterten Realität ist mit solchen Spezialschuhen vorstellbar, doch rennen oder springen ist vermutlich keine Option.

Wie Alistair Charlton von gearbrain.com richtigerweise anmerkt, könnten die motorisierten Schuhe VR-Spiele und die Wahrnehmung revolutionieren. Doch Google muss einen Weg finden, die Träger vor dem Fallen zu bewahren – oder sie weich fallen lassen. Ebenso muss das System verhindern, dass die Träger die Orientierung und das Gleichgewicht verlieren.

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